Darf ich mich vorstellen?

Hallo erst mal. Ich bin nicht wirklich neu hier – mich gibt es schon seit über 5 Jahren – aber ich bin neu in der Blogparade und so stelle ich mich jetzt auch mal vor. Und so ganz zufälligerweise ist das auch die erste Aufgabe.

Ich heiße Belle (das ist zumindest mein Spitzname), bin seit über 10 Jahren mit meiner kanadischen Frau (Cerah) verheiratet und gemeinsam haben wir zwei Kinder. Der Große – Mr. Squishy genannt – ist 5 Jahre alt, geht in den Kindergarten und hat neuerdings eine Leidenschaft für Lego Star Wars auf der Wii und die Kleine – Miss Gigi – ist 11 Monate alt, steht somit kurz vor der Vollendung ihres ersten Lebensjahres, krabbelt, steht, zieht sich an allem hoch und läuft entlang und sabbert alles an. Beide Kinder wurden von mir mit Hilfe eines uns bekannten Samenspenders in die Welt gesetzt und von meiner Frau adoptiert, damit sie ebenfalls alle Rechte einer leiblichen Mutter hat. Miss Gigis Adoption läuft noch und wird hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft vollendet sein.

Wir sind eine sogenannte Regenbogenfamilie, will heißen wir haben zwei gleichgeschlechtliche Elternteile.

Wohnen tuen wir auf dem Land in der Nähe von Freiburg, im gleichen Ort in dem ich auch aufgewachsen bin. Außer den beiden Menschenkindern haben wir auch noch zwei Fellkinder: Theo, unser unendlich geduldiger Kater und Mia, unsere katzengroße Mischlingshündin, die unheimlich wuselig ist und sich von Miss Gigi ebenfalls mehr gefallen lässt, als gut für sie ist.

Ach ja, da meine Frau Kanadierin ist, und noch kein Wort Deutsch sprach als wir uns vor Äonen kennenlernten, ist die Amtssprache bei uns zuhause Englisch, obwohl Cerah mittlerweile genauso gut Deutsch kann wie ich Englisch und wir theoretisch auch Deutsch miteinander sprechen könnten. Machen wir aber meistens nicht. Dafür hat sich schon vor einer Weile ein ganz furchtbares “Denglisch” bei uns eingeschlichen und unsere Sätze wechseln gerne mal von einer Sprache in die andere. Je nach dem was gerade besser passt oder einem zuerst einfällt.

So viel zu uns…

Gesponsert wird die Blogparaden-Aufgabe diese Woche von so wunderbaren Dingen wie wall-art.de, wo es – wie ich gerade feststellen durfte – jede Menge Star Wars Wandtatoos gibt. Was natürlich super ist, da Star Wars und besonders Jango Fett und Boba Fett gerade sowas von angesagt sind. Ein weiterer Sponser ist kindervorteil.de, wo es verschiedenes Spielzeug billiger gibt. Kein Star Wars, deshalb nicht wirklich was für uns. Und last but not least ballon4you.de wo es diese großen Luftballons gibt, die wir uns immer auf dem Weinfest leisten. Schön finde ich dass es dort die Möglichkeit gibt, diese Luftballons mit eigenen Fotos und Texten zu versehen. Das ist doch auch mal was für Leute, die sonst schon alles haben i.e. Oma und Opa.

Post!

Endlich, endlich nach weiteren  drei Monaten warten war heute die Vorladung zum Gericht in der Post. Aufzutauchen haben: die Annehmende, die leibliche Mutter und das minderjährige anzunehmende Kind. Wenn nicht, ist eine Strafe von 1000 Euro zu entrichten.

Also ob wir nicht da sein werden. Wir haben darauf schon so lange gewartet und selbst mit gebrochenen Armen und Beinen werde ich da auftauchen.

Der Termin findet am 2. Februar in Karlsruhe statt. Einen Tag nach Miss Gigis erstem Geburtstag. Mister Man war zu diesem Zeitpunkt schon längst Cerahs legaler Sohn. Die Mühlen in Hessen scheinen schneller zu mahlen als die in Baden-Württemberg. Aber ich will ja nicht undankbar sein, denn wenigstens mahlen sie überhaupt.

Miss Gigi ist 11 Monate und 4 Tage alt.

Der kleine Extra-Kick

Es gib Dinge, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft einfach nicht so ganz richtig sind. Ding, die mir immer mal wieder einen Stich versetzen, die aber unabänderlich sind.

Kinder bekommen zum Beispiel.

Ich liebe unsere Kinder. Wir lieben unsere Kinder. Wir hätten uns keinen besseren Spender vorstellen können. Keinen, der besser zu uns gepasst hätte. Unsere Kinder sind absolut perfekt so wie sie sind. Und dennoch ist da immer so ein kleiner feiner Wermutstropfen. Kaum wahrnehmbar und trotzdem immer da. Als Kinder der Liebe sind unsere Kinder doch immer nur der biologische Abdruck einer Hälfte des Ganzen. Immer nur ein Teil eines Teiles der Partnerschaft. Nie ein Teil, ein Produkt beider Hälften der Partnerschaft.

Meistens stört mich das nicht. Aber manchmal bin ich traurig, dass mich aus den Augen der Kinder nie meine Frau anschaut. Dass wir nie sagen können, dieses und jenes ist so typisch du und dieses und jenes ist so typisch ich. Oder: Unglaublich wie genau die Gene da aufgeteilt worden sind. 50 % du und 50 % ich.

Um dieses Gefühl beneide ich jedes Heteropaar. Die meistens werden dem keine große Beachtung schenken, denn so ist es nun mal. 50 % du und 50 % ich. Ich glaube, erst wenn man dieser Möglichkeit beraubt wird, merkt man, was einem fehlt. Wieder etwas, was man erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht hat.

Es muss einer Beziehung doch einen Extra-Kick verleihen, wenn man so ein kleines Wesen hat, was beide zu 100 % erschaffen haben. 50 % du und 50 % ich.