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Es gab tatsächlich Dinosaurier im Einkaufszentrum. Und was war der kleine Mann aufgeregt. Bereits an der Raststätte, die wir aus Pipi-Gründen dringend ansteuern mussten, hat er sich erkundigt, ob denn jetzt hier die Dinosaurier seien. Und als wir dann den ersten im Vorbeifahren beim Senckenbergmuseum gesehen haben, gab es kein Halten mehr. Zum Glück waren wir da auch schon fast im Einkaufszentrum und konnten endlich auf Dino-Jagd gehen.

Squishy vor einem Dinosaur Bird.

Wir hatten einen schönen Tag in der alten Heimat, wenn auch der Verkehr in die Stadt rein extrem nervtötend war. Dafür war Squishy unser Held des Tages, weil er die ganze Zeit so brav war, dass wir es selbst fast nicht glauben konnten. Und weil beide Mamas der Ansicht sind, dass gutes Benehmen belohnt werden muss, bekam er ein kleines Feuerwehrauto, was er dann die ganze Zeit stolz mit sich rumgetragen hat. Squishy hat sowieso am meisten von unserem kleinen Ausflug profitiert und dürfte jetzt fürs erste wieder ausgestattet sein. Es macht aber auch Spaß mit ihm Klamotten kaufen zu gehen, weil er sich immer für alle neuen Sachen begeistert, wenn sie ihm denn gefallen.

Im Großen und Ganzen bin ich aber schon froh, dass wir nicht mehr in Frankfurt wohnen. Ich bin in den eineinhalb Jahren, in denen wir nun wieder hier wohnen, wieder voll und ganz zu dem Landei geworden, was ich schon immer war. Nach so langer Zeit wieder zu Besuch zu sein, ist irgendwie wie einen verfloßenen Liebhaber wieder zu treffen. Man ist aufgeregt und schwelgt in Erinnerungen, aber wenn man ihn dann trifft, weiß man wieder, wieso das auf Dauer nichts werden konnte und ist froh über die damals getroffenen Entscheidung.

Sommerferien – 1. Tag

Und ich könnte schon meinen Kopf gegen die Wand schlagen. Alle fünf Kinder im Haus, außer unserem, sind in der Schule oder im Kindergarten. Das heißt, die haben alle seit heute Sommerferien. Wie schön. Die ganze Brut, die ganze Zeit im Haus oder ums Haus drumrum. Die Bettzeit von der vierjährigen oben hat sich jetzt bereits von 22 Uhr auf kurz vor Mitternacht verlagert. Die Mutter schreit seit gestern permament das Kind an und hat dabei sämtliche Fenster offen. Wie schön. Wie idyllisch. Wenn das jetzt sechs Wochen so weitergeht, bin ich hinterher reif für die Klapse.

Nachbarn sind doch was herrliches. (Vermutlich liegt das sowieso an uns. Wir hatten bisher noch nie Nachbarn die uns nicht auf die Nerven gegangen sind. Manche mehr, manche weniger. Die allererste Wohnung in Freiburg war, in einem Doppelhaus. Da haben in der linken Hälfte die Besitzer gewohnt und die rechte Hälfte, die in 4 Wohnungen aufgeteilt war, war komplett vermietet. Unter anderem an uns im Erdgeschoss. Die Besitzerin war/ist eine gelangweilte Arztfrauhausfrau, die denkt sie ist kreativ und irgendwelches wüste Gartendekozeug in der Einliegerwohnung unter uns verkauft hat. Die andere Vorliebe war es, bei uns in die Fenster reinzuspannen und ihren Scheiß in unserer Mülltonne zu deponieren. Dem Typen über uns konnten wir Sonntags beim Poppen mit seiner Freundin und merkwürdigen irischen Gesängen zuhören und die ganz oben hatten einen kläffenden Hund. Irgendwann kam die gelangweilte Arztfrauhausfrau auf die Idee, sie könnte unten zusätzlich zu ihrem tollen Laden ja noch eine Bekannte mit Friseursalon beheimaten. Das hat den ganzen Tag nach Dauerwelle und Trockenhaube gestunken. Zudem war unser Schlafzimmer genau neben der Haustüre, die dann entweder den ganzen Tag offenstand oder alle fünf Minuten zugeknallt wurde. Es war ein Genuss.

Von Frankfurt brauche ich ja garnicht erst zu reden. Die Kiffer unter uns, über die ich mich schon genug ausgelassen habe, die Frau aus Eritrea, die gerne mal ihr dreckiges Putzwasser auf der Straße vor dem Haus neben der Straßenbahnschiene ausgeleert hat und deren eritäischen Gesänge lautstark aus dem Fernseher tönten, der sich direkt an unserer papierdünnen Schlafzimmerwand befand. Ich glaube, ich kann bei den Stammesgesängen heute noch auswendig mitsingen. Nicht zu vergessen, die Studenten neben uns, denen ich zweimal die Polizei wegen Ruhestörung auf den Hals gehetzt habe, weil ich fand, dass ich um 3 Uhr morgens durchaus ein Recht darauf habe, zu schlafen und nicht die Charts lautstark rauf und runter hören zu müssen.

Und jetzt die Vierjährige oben, deren Mutter ich gerne mal die RTL-Supernanny (oder noch besser die originale von der BBC, die war wirklich gut) vorbeischicken würde. Der mittlerweile Achtjährige nebenan, den ich im Winter noch mit Schnuller im Mund gesichtet habe – der steigt dann mit 10 direkt vom Schnuller auf die Zigarette um – und der sich benimmt wie ein Fünfjähriger. Was wohl auch der Grund ist, warum er mit der Vierjährigen von oben so gut klar kommt. Die anderen drei Mädels, die sieht man kaum, aber das machen die anderen beiden mehr als wett.

Es muss also definitiv an uns liegen. Vermutlich sind wir einfach nur überempfindlich. Ich glaube ja, dass vieles daran liegt, dass wir beiden in Einfamilienhäusern (ich im Zweifamilienhaus, aber obendran haben meine Großeltern gewohnt) groß geworden sind. Da findet man Mitmenschen, die so dicht an einem dran wohnen einfach nervtötend. Wobei witzigerweise immer kommentiert wird, dass wir und vor allem Squishy doch so ruhig und kaum zu hören seien. Ob das wohl stimmt oder ob die das nur so sagen? Es geht also scheinbar auch anders.)

Lebenszeichen

Da wir nun nach zwei Wochen endlich wieder Internet haben – Gott sei Dank – kann ich jetzt auch mal die Geschehnisse der vergangenen Tage nachtragen. Wie allseits bekannt, sind wir am 10. September umgezogen mit der Hilfe meines Bruders und meines Papas. Alles lief glatt und wir waren sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung und dass ich nicht den LKW fahren musste. Ach nee, was ich vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich den Donnerstag und Freitag vorher krank war – mal wieder eine tolle Gehörgangentzündung. Nach dem Umzug fing dann die ganze Rennerei an: Anmeldung auf dem Bürgeramt, zu unseren Freunden von der Telekom, Bewerbungsgespräch, zurück nach Frankfurt, um die Wohnung zu streichen, mein Zeug auf der alten Arbeit abzugeben, neues Nummernschild besorgen, neues Nummernschild nach Frankfurt ausführen, um Schlüsselübergabe für die Wohung zu machen. Zwischenzeitlich zweites Bewerbungsgespräch mit anschließendem Arbeitsvertrag, unzählige Ausflüge zu IKEA, weil immer wieder was gefehlt hat oder irgendwo verschwunden ist. Die erste Krabbelgruppe hatten wir auch schon, Squisyh war mal einen Tag bei der Oma als wir in Frankfurt gestrichen haben, mein neuer Job fängt bereits am Montag an, weshalb wir auch so unter Zeitdruck durch die Gegend gerannt sind. Ach ja, mich mit der Telekom rumgeärgert, weil es angeblich von Anfang an so ausgemacht war, dass wir erst heute Internet bekommen und nicht schon letzten Montag. Was man halt so macht, wenn man frisch umgezogen ist. Und noch was: trotz Nachsendeantrag bei der Post haben wir in Frankfurt immernoch Briefe bekommen – unter anderem den endgültigen amtlichen Beschluss zur Stiefkindadoption, der endlich am 3. September abgezeichnet wurde. Toll, dass das mit dem Briefe nachsenden auch so super klappt. Vorallem bei so was wichtigem, wäre es nett, wenn das auch wirklich funktionieren würde. Ich glaube, ich muss da am Montag mal reklamieren. Jo, ansonsten ist alles gut, ich muss mal meine Gedanken ordnen und erst Mal sämtliche E-Mails beantworten, die sich so in den letzten zwei Wochen bei mir angesammelt haben. Ich habe also noch jede Menge zu tun, bis ich wieder alles abgearbeitet habe. Bis dahin – Gute Nacht und schönes Wochenende!