Ich habe noch drei Tage Arbeit vor mir. Eine sehr überschaubare Anzahl von Tagen. Heute hätte eigentlich meine Schwangerschaftsvertretung den ganzen Tag kommen sollen, damit ich sie weiter einarbeiten kann. Eigentlich. Wenn sie denn nicht eine halbe Stunde nach geplantem Arbeitsbeginn angerufen hätte, um abzusagen. Und das nicht nur den heutigen Tag, sondern komplett. Will heißen, dass es nun wohl doch keinen Ersatz für mich gibt. Zwar wäre die Dame nur zwei Mal die Woche gekommen, aber trotzdem ist das noch wesentlich besser als nichts. Und nun eben gar nichts. Hätte ihr auch etwas früher einfallen können und nicht erst drei Tage vor meinem Mutterschutz. Aber gut, was will man machen. Leid tut mir nur meine Kollegin, die das jetzt dann geballt abbekommt.
Ansonsten bin ich des Schwangerseins so langsam aber sicher überdrüssig. Ich bin immer noch erkältet und habe mittlerweile auch jegliche Hoffnung aufgegeben, dass das nochmal besser wird bevor ich wieder ent-schwangert sein werde. Die Dauer-Erkältung hat leider auch zur Folge, dass ich nur sehr schlecht atmen kann und schlafen ist nicht mehr wirklich drin. Die arme Cerah leidet sehr unter meinem Geschnarche und ist mindestens so groggy wie ich.
Und ich mache mir ständig irgendwelche Sorgen und gehe mir damit selbst auf die Nerven. Manchmal wenn mir langweilig, dann google ich meine jeweilige Schwangerschaftswoche und schaue, was andere sei es nun in Newslettern oder Foren zu sagen haben. Dummerweise stolpert man dabei auch öfter über unschöne Dinge. Totgeburten zum Beispiel. Und dann werde ich paranoid. Neulich las ich von einer Frau, deren Baby in der 33. Woche bereits 5 Tage im Mutterleib tot war, bevor das bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung entdeckt wurde. Sowas macht mir Angst. Dann achte ich noch mehr darauf, dass mein Bauch sich auch in regelmäßigen Abständen Lebenszeichen von sich gibt und werde ganz hibbelig, wenn sich einen halben Tag mal nicht viel tut. Andererseits verstehe ich nicht ganz wie man das nicht merken kann. Ich werde schon nervös, wenn sich ein paar Stunden mal nicht viel tut. Aber ganze fünf Tage lang? Kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Nicht dass man was ändern könnte, aber merken sollte man es doch wenigstens.
Ach ja, Weihnachten war übrigens tatsächlich weiß. Das erste weiße Weihnachten an das ich mich überhaupt jemals erinnern kann. Und dann hatten bzw. haben wir auch wirklich viel Schnee. Für unsere Verhältnisse halt. Und irgendwie kann ich immer noch nicht fassen, dass wir zwei Winter mit richtig echtem Schnee, der länger als 12 Stunden liegen bleibt, haben. Merkwürdig das. Aber irgendwie auch schön. Noch schöner wäre es natürlich, wenn ich nirgendwo hin – sprich zur Arbeit – fahren müsste. Noch drei Mal und dann ist es mir auch egal, weil ich dann nämlich mit dem Sofa verschmelzen werde. Oder mit meinem Bett. Mal schauen wer von den beiden den Zuschlag bekommt.