Bücheraufgabe

Es war einmal ein Buch… Bücher. Na wenn das mal keine Steilvorlage für mich ist. Ich liebe Bücher. Liebe, liebe, liebe sie. Aufgabe 3 der Eltern-Kind-Blogparade ist wie für mich gemacht!

Aber fangen wir mal am Anfang an. An Bücher, die mir vorgelesen wurden kann ich mich ehrlich gesagt nicht erinnern. Meine Büchererinnerungen fangen an, als ich selbst lesen lernte und anfing Bücher zu lieben.

Ich kann mich noch daran erinnern, wie schwierig ich es am Anfang fand, die Worte zusammen zu puzzeln und daraus dann sinnvolle Sätze zu erkennen.

Mein allererstes Buch war vermutlich dieses hier. Die Reise mit der Pfeffermaus von Herma Kennel. Ich habe nicht mehr die geringste Ahnung worum es da geht, weiß aber dass ich es gut fand. Ich kann mich daran erinnern, dass ich mich durch Die kleine Hexe von Ottfried Preußler gequält habe. Das Quälen lag allerdings nicht am Buch oder dessen Inhalt, sondern daran, dass ich einfach mitten im Satz aufgehört habe zu lesen, um dann da später weiterzumachen. Dass das nicht funktionieren kann, ist eigentlich logisch. Als ich es dann aber einmal raushatte, habe ich nie wieder aufgehört und wirklich alles gelesen, was mir unter die Finger kam.

Ich liebte alles von Enid Blyton. Egal ob 5 Freunde, Hanni und Nanni, Dolly, Tina und Tini, Der Zauberer Sausebrause, die Abenteuer-Serie einfach alles. Viele der Bücher habe ich in der Bertelsmann Club-Ausgabe, da meine Mama da lange Jahre Mitglied war und mich mit Nachschub versorgt hat.

Eines meiner ultimativen Lieblingsbücher ever – für diese exklusive Wortzusammenstellung sollte ich eigentlich den Preis für das Verhunzen der deutschen Sprache gewinnen – ist Die unendliche Geschichte von Michael Ende. Diese Geschichte hat mir so viel gegeben und jedes Mal wenn ich sie lese, entdecke ich wieder etwas neues. Eine Geschichte, die Mut macht und eine einzige große Reise ins Seelenleben ist. Das ist ein Buch, welches ich meinen Kindern mit Sicherheit auch aufzwingen werde. Und wehe sie mögen es nicht…

Danach kamen tausenderlei Mädchenbücher, Teeniegeschichten und alles, was sich so anbot. Bille und Zottel war übrigens die einzige Pferdebuchreihe, die mir jemals sympathisch war. Völlig un-mädchenhaft sind Pferde nämlich nichts für mich.

Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass ich für meine Lesewut nie genug Material hatte. Schade, schade, dass es damals noch kein kindle oder etwas derartiges gab. Oder vielleicht auch nicht. Ich bezweifle, dass ich jemals wieder ans Tageslicht gekommen wäre, wenn ich da schon die unendlichen Ressourcen gehabt hätte, die sich mir heute anbieten. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich so viele Bücher zur Hand, dass ich in 20 Jahren noch genug zu lesen haben werde. Oh mein kindle, wie ich dich liebe! Ich habe alleine diesen Monat bereits 9 Bücher gelesen. NEUN! Ohne Worte.

Aber zurück  zum Thema: Ratgeber. Mit Ratgebern hab ich’s überhaupt nicht. Der einzige Schwangerschaftsratgeber den wir hatten war What to expect when you’re expecting. Ein Klassiker der Ratgeberschaft. Bei der ersten Schwangerschaft fand ich den auch noch super. Bei der zweiten eigentlich nur noch unnötig und überflüssig. Ansonsten hat es nie ein Ratgeber in unseren Haushalt geschafft. Wir sind wohl ziemlich beratungsresistent und ich kann es nun mal nicht leiden, wenn mir wer erzählen will, was ich machen soll. Und wieso sollte ich mir sowas auch noch freiwillig ins Haus holen?

Miss Gigi ist noch ein bisschen zu klein zum lesen, obwohl sie seit ein paar Wochen das Kinderbücherregal entdeckt hat. Da steht sie sehr gerne davor und zieht Bücher aus dem Babybücherkorb. Meistens schlotzt sie diese dann zwar nur ab, aber manchmal schaut sie sich auch tatsächlich die Bilder an.

Mister Squishy ist im Moment ein großer Fan von Captain Underpants von Dav Pilkey. Nachdem er erst behauptet hatte, das sei nur was für Mädchen ist er mittlerweile hin und weg und könnte sich den ganzen Tag daraus vorlesen lassen. Eigentlich handelt es sich hierbei um ein Comicbuch. Es ist aber noch genügend Text vorhanden, um nicht aus Sprechblasen zu bestehen. Das Buch selbst is klasse. Absolut originell und witzig. Captain Underpants ist ein Comicbuchheld, der von zwei Grundschülern erfunden wird, weil sie finden, dass die ganzen Superhelden immer so aussehen würden, als ob sie die Unterhose auf anstatt unter den Kleidern tragen würden. Warum also nicht gleich einen Käptn Unterhose erfinden? Bücher dieser Art sind bei uns immer Geschenke unserer kanadischen Freunde, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie die Bilder für Zeichentrickserien gestalten und zum Leben erwecken. Da ist sowas einfach Programm.

Eigentlich könnte ich hier noch stundenlang weitermachen, aber irgendwann ist auch mal gut. Vielleicht mache ich das mal als eigene Serie – Bücher, die ich anderen Leuten mit Kindern empfehlen kann. Material genug hätte ich dazu schon…

Gesponsert wird die dritte Wochenaufgabe von GoboKinder.de, dem Coppenrath Verlag – das sind die mit dem Captn Sharky und von shopclever.de.

Weihnachts-SUB*

Ich besitze mal wieder einen SUB*. Das waren alles Weihnachtsgeschenke. Zugegeben so ganz ungelesen ist dieser Stapel nicht mehr. Die Hunger Games (Die Tribute von Panem) Trilogie habe ich bereits durch. Ich habe schon so lange darauf gewartet, das zu lesen – da war das dritte Buch noch gar nicht draußen – und ich wurde nicht enttäuscht. Uneingeschränkt empfehlenswert. Und nicht im Sinne von Twilight oder meiner heißgeliebten Schmachtromane, sondern in Echt.  Ich bin gestern Abend fertig geworden. Innerhalb einer Woche habe ich alle drei Bücher verschlungen. Zum Unmut meiner Frau, die sich ständig beschwerte, dass meine Nase nur noch im Buch stecken würde. Aber ehrlich, das war so gut, dass ich einfach nicht anders konnte. Etwas düster und blutrünstig die Thematik, aber mit so viel Stoff zum Nachdenken…

Allerdings weiß ich jetzt nicht wirklich, was ich als nächstes lesen soll, weil mir das die ganze Zeit noch im Kopf rumspukt. Ich glaube aber, ich werde mit “A Game Of Thornes” anfangen, das soll wohl auch sehr gut sein. Das Nuhr-Buch wird wohl irgendwie so zwischenrein mal gelesen. Ich mag den nicht so wirklich gerne, das war aber das Weihnachtsgeschenk vom Chef und vielleicht überrascht es mich auch positiv. Wer weiß. Ich bin da ja für alles offen.

Mir fiel eben auch auf, dass man mit dem Kindle überhaupt keine dekorativen SUBs mehr bauen kann. Alleine was da bereits drinne steckt und darauf wartet gelesen zu werden, würde einen Stapel bis zur Decke bilden. Schade, dass die zum Ebook-Reader nicht gleichzeitig noch 24 Stunden mehr Zeit am Tag verkaufen, die man dann zum lesen benützen könnte.

Und noch was, dies hier ist mein 1400ster Beitrag! Das nur so nebenbei.

Edit: Mir fiel gerade auf, dass ich von meiner Will-ich-lesen-Liste von 2009 alle bis auf ein Buch tatsächlich mittlerweile gelesen habe. Das einzig fehlende ist “Infinite Jest”, aber vielleicht lese ich das ja doch noch irgendwann.

*SUB= Stapel Ungelesener Bücher oder auch Stack of Unread Books

Momo und ich

Wir haben ein gestörtes Verhältnis, ein sehr gestörtes Verhältnis – die liebe Momo und ich. Dabei mag ich die Bücher von Michael Ende sehr gerne. Die unendliche Geschichte war lange Zeit mein absolutes Lieblingsbuch und als Teenager hatte ich mich der Mission verschrieben, die Bücher, die er für Erwachsene geschrieben hat aufzutreiben. Aber Momo und ich – wir werden nie Freunde werden.

Meine Abneigung gegen dieses Buch und die damit verbundene Person begann im Kindergarten. Und zwar in meinem letzten Kindergartenjahr, das ich in einem anderen Kindergarten verbrachte, als die Jahre zuvor, da wir umgezogen sind. Diesen Kindergarten mochte ich nicht besonders, was wohl hauptsächlich an der Leitung durch Nonnen lag. Auf jeden Fall wollten diese uns wohl etwas Gutes tun und lasen uns täglich ein Stück aus Momo vor. Und ich fand es furchtbar. Die ganze Geschichte war so beängstigend, diese furchteinflößenden grauen Herren und Momo, die so mutterseelenallein durch die Gegend irrt. Ich fand das ganz schrecklich und absolut unerträglich. So unerträglich, dass ich in meiner Verzweiflung zu ganz außergewöhnlichen Mitteln griff.

Dazu muss man wissen, dass ich immer – im Kindergarten und später in der Schule – ein ganz stilles, nettes und braves Mädchen war. Ich bin nie aufgefallen und war sonst auch eher unscheinbar. Aber diese Momo hat mich dazu gezwungen etwas für mich völlig untypisches zu machen. Ich wollte diese schreckliche Geschichte einfach nicht hören und um aus der Nummer rauszukommen, habe ich mich jedes Mal, wenn vorgelesen werden sollte, so dermaßen mies aufgeführt, dass ich zur Strafe alleine in ein Zimmer sitzen musste und die Momo-Geschichte nicht anhören durfte. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was genau ich gemacht habe, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich alleine irgendwo im Halbdunkeln auf einem Stuhl saß, während alle anderen Momos Abenteuer genossen.

Danach habe ich das Buch ewig lange nicht angefasst. Erst mit 25 habe ich mich dazu durchgerungen, Momo zu kaufen und es auch zu lesen. Wie zu erwarten war, war es kein schlechtes Buch – wie gesagt, ich mag Michael Ende – aber dieses Kindergarten-Erlebnis hat mir das Buch für immer und ewig vergällt. Und wenn Squishy heute die Momo-Zeichentrickserie auf dem Kika anschaut, kann ich das immer noch nicht gutheißen und bemühe mich, davon so wenig wie möglich mitzubekommen. Ihm macht das nichts aus, er schaut das gerne an, aber Momo und ich werden wohl nie Freunde werden.