Es geht weiter! Endlich!

Hat ja auch nur zwei Monate gedauert.

Heute war ein Schreiben des Kreisjugendamts im Briefkasten. Wir werden wegen der Adoption des Kindes Miss Gigi zum Termin beim Jugendamt eingeladen. Endlich.

Überraschenderweise kam das Schreiben aber nicht vom Landesjugendamt, sondern nur vom Kreisjugendamt. Gut, ist mir im Endeffekt egal. So lange es überhaupt kommt.

Und es kam keine weitere Nachfrage vom Gericht, dass dieses und jenes Dokument noch fehlen würde. Da hat sich scheinbar zwischenzeitlich auch jemand die Mühe gemacht, die Akte zu lesen. Immerhin.

Dumm nur, das der vorgeschlagene Termin im September ist, wenn wir im Urlaub auf einem anderen Kontinent weilen.

Aber wenigstens gab die nette Frau gleich eine E-Mail-Adresse bekannt unter der sie zu erreichen ist, falls der Termin nicht passen sollte.

Also werden wir den Termin verschieben – nicht dass wir eine weitere Verzögerung wirklich wollen würden, aber wir sind nun mal nicht da – und dann schauen wir mal, wie das Jugendamt hier so drauf ist. In Frankfurt war es mit einem 30 minütigen Gespräch im Jugendamt getan. Ich bin ja mal gespannt, ob wir dieses Mal einen Hausbesuch bekommen. Obwohl ich darauf auch gut verzichten könnte.

Aber yay! Es bewegt sich was!

Miss Gigi ist 6 Monate, 1 Woche und 5 Tage alt.

Goodbye Mutterschutz

Heute ist mein letzter Tag Mutterschutz, dann hab ich noch vier Wochen Urlaub und dann werde ich mich wieder Vollzeit in die Arbeit stürzen und Cerah mit dem Nachwuchs alleine lassen.

Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. Einerseits freue ich mich, weil ich wirklich gerne arbeiten gehe, andererseits ist zuhause rumgammeln auch nicht das schlechteste. Okay, so langsam merke ich, dass ich doch bereit bin, mich wieder unter die arbeitende Bevölkerung zu mischen. Obwohl ich dieses Mal lange nicht so mit den Hufen scharre wie damals nach Squishys Geburt.

Wahnsinn wie schnell die Zeit doch vergeht. Die Woche vor der Geburt haben sich hingezogen wie Kaugummi und danach ist die Zeit dann nur so gerast.

Langweilig war es mir mit Sicherheit nicht, denn irgendwie stand und steht immer etwas an, was noch erledigt werden muss. Die Woche vor meinem Arbeitsbeginn ist vollgestopft mit diversen Arztterminen (HNO mit dem Großen, U-irgendwas mit der Kleinen, Zahnarzt etc.) und wird mit Sicherheit so schnell verfliegen, dass sie quasi gar nicht erst existiert.

Ich hoffe, dass wir auch dann schnell wieder in unseren Alltag zurückfinden. Allerdings weiß ich, dass ich es die erste Woche vermutlich nicht schaffen werde, immer auf die Minute genau zur Arbeit zu erscheinen. Das braucht ein bisschen Übung. Immerhin gilt es dann ein Kind kindergartenfertig zu machen und dort abzuliefern und zwischendurch noch irgendwie ein Baby zu stillen und mich selbst fertig zu machen. Das sind Abläufe die müssen einfach geübt und optimiert werden. Vermutlich werden wir ein, zwei Wochen vorher anfangen zu üben, damit das dann wenigstens einigermaßen läuft, wenn es ernst wird. Wenigstens muss ich dieses mal das frühe Aufstehen nicht üben, da ich nie in die Verlegeneheit kam dauerhaft länger zu schlafen. Das ist mit einem Vierjährigen nämlich ziemlich unmöglich. Mit nur einem Baby ohne älteres Kind hatte sich das damals nämlich so etwa bei 11 Uhr morgens eingependelt. Das war damals auch ohne Probleme möglich und wir konnten alle gut damit leben.

Ich bin mal gespannt wie wir das hinbekommen, bin aber zuversichtlich, dass wir auch den Arbeitseinstieg ohne größere Probleme hinbekommen werden.

Ernüchternd

Da dachten wir uns: Prima, ein Mädchen. Bleiben uns doch dieses Mal wenigstens diese dämlichen Koliken erspart.

Dachten wir uns. Ist in der Praxis nur leider nicht so. Scheinbar ist es mir nicht möglich Babies mit einem von Anfang an funktionierenden Verdauungssystem zu produzieren. Hätt ich mal lieber ein, zwei Zentimeter in der Länge gespart und dafür in einen vernünftigen Magen-Darm-Trakt investiert.

Doof ist das, richtig doof. Gigis Koliken sind allerdings von ganz anderem Kaliber als die von Squishy. Während Squishy drei Monate lang jeden Abend von etwa 8 bis Mitternacht einfach nur geschrien hat, leidet Gigi den ganzen Tag. Und die ganze Nacht. Sie isst ganz wunderbar, spukt so mittelmäßig, nimmt wunderbar zu und hat Bauchkrämpfe. So richtig arg, dass sie sich krümmt und vor Schmerzen schreit. Egal, ob sie gerade wach war oder schläft. Besonders schlimm ist es nachts. Und zwar die ganze Nacht. Und nichts hilft. Von wegen rumtragen und schaukeln und Bauch massieren und was es sonst noch so für Heilmittelchen gibt. Das interessiert sie gerade mal einen Scheiß. Auf Sa.b Simp.lex und L.efax und wie das ganze Zeug so heißt, verzichten wir dieses Mal, weil es auch bei Squishy schon nicht wirklich geholfen hat. Eigentlich gar nicht. Was wir dieses Mal probieren sind probiotische Tropfen, die uns die Hebamme empfohlen hat. Angeblich soll damit nach einer Woche Besserung eintreten. Ich bin mal gespannt, ob dem auch so ist. Ein paar Tage haben wir noch, bis die Woche voll ist. Mir tut Gigi so leid. Sie geht von jämmerlichem Schreien in einen Zustand kompletter Erschöpfung über, bis sie wieder in jämmerliches Schreien ausbricht. Das arme Mädchen. Und ich dachte immer, die bekommen so gut wie keine Koliken.

Und ich habe ein riesiges Loch im Bauch. Die Hebamme kann im Spalt zwischen meinen – nicht vorhandenen – Bauchmuskeln ihre komplette Hand versenken. Deprimierend sowas. Sie hat mich dann auch gleich ohne wenn und aber zu sich in den Rückbildungskurs angemeldet und mit mir geschimpft, weil ich das nach der ersten Schwangerschaft nicht gemacht hatte. Meine Bauchmuskeln haben sich damals wohl nie richtig wieder an ihren Platz begeben, was auch meinen miesen Rücken und die Rückenschmerzen erklären würde. Dieses Mal dann also Hardcore-Kurs mit der Hebamme. Hoffentlich bringt es auch was.

Ansonsten passiert hier nicht wirklich viel. Ich hänge viel mit entblößtem Oberkörper auf dem Sofa rum und füttere ein kleines Wesen mit dem Produkt meines Körpers. Schon irgendwie merkwürdig, dass der das kann. Erst produziert er ein kleines Lebewesen und dann kann er es auch noch füttern.