Der kleine Extra-Kick

Es gib Dinge, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft einfach nicht so ganz richtig sind. Ding, die mir immer mal wieder einen Stich versetzen, die aber unabänderlich sind.

Kinder bekommen zum Beispiel.

Ich liebe unsere Kinder. Wir lieben unsere Kinder. Wir hätten uns keinen besseren Spender vorstellen können. Keinen, der besser zu uns gepasst hätte. Unsere Kinder sind absolut perfekt so wie sie sind. Und dennoch ist da immer so ein kleiner feiner Wermutstropfen. Kaum wahrnehmbar und trotzdem immer da. Als Kinder der Liebe sind unsere Kinder doch immer nur der biologische Abdruck einer Hälfte des Ganzen. Immer nur ein Teil eines Teiles der Partnerschaft. Nie ein Teil, ein Produkt beider Hälften der Partnerschaft.

Meistens stört mich das nicht. Aber manchmal bin ich traurig, dass mich aus den Augen der Kinder nie meine Frau anschaut. Dass wir nie sagen können, dieses und jenes ist so typisch du und dieses und jenes ist so typisch ich. Oder: Unglaublich wie genau die Gene da aufgeteilt worden sind. 50 % du und 50 % ich.

Um dieses Gefühl beneide ich jedes Heteropaar. Die meistens werden dem keine große Beachtung schenken, denn so ist es nun mal. 50 % du und 50 % ich. Ich glaube, erst wenn man dieser Möglichkeit beraubt wird, merkt man, was einem fehlt. Wieder etwas, was man erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht hat.

Es muss einer Beziehung doch einen Extra-Kick verleihen, wenn man so ein kleines Wesen hat, was beide zu 100 % erschaffen haben. 50 % du und 50 % ich.

heute

Rosenhochzeit. Kaum zu glauben, dass schon 10 ganze Jahre vergangen sind. Es fühlt sich überhaupt nicht so lange an. Eher wie schon immer. Oder nur ein Tag.

Schon verrückt, wenn man bedenkt, dass ich unter 7 Milliarden Menschen genau den einen gefunden habe, der ich ist. Denn ursprünglich bestanden alle Menschen aus vier Beinen, vier Armen und einem Kopf mit zwei Gesichtern. Weil aber Zeus Angst vor der Macht der Menschheit hatte, teilte er die Menschen und verdammte sie dazu, ihr Leben damit zu verbringen, die fehlende andere Hälfte zu suchen.

Ich habe meine gefunden. Und so schnell gebe ich die nicht mehr her. Auf die nächste Ewigkeit, die ein Tag und ein ganzes Leben ist.

Halbzeit

Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Und wir haben schon so viel gemacht!

Der Flug hierher war wesentlich besser, als wir befuerchtet hatten. Beide Kinder waren super und haben die 8 Stunden Flug tapfer ueberstanden. Und 8 Stunden sind schon verdammt lange.

Die Zeitumstellung hat dann vor allem Squishy zu schaffen gemacht, der in der ersten Nacht um 1 Uhr wach war und danach auch nicht mehr einschlief. Um 3 Uhr ist Cerah dann mit ihm aufgestanden und das war’s dann mit Schlaf. Mit Miss Gigi war es ein bisschen einfacher, da sie sowieso noch wesentlich mehr schlaeft. Mittlerweile sind wir aber alle ueber den Jetlag hinweg und geniessen unseren Urlaub.

Uebers Wochenende waren wir in Toronto. Am Samstag in Downtown und am Sonntag im Zoo, der ziemlich riesig und auch echt gut gemacht ist. Urlaub mit zwei kleinen Kindern ist so ganz was anderes als wenn man Urlaub alleine macht. Denn letzte Wochen waren wir bereits auf einer Farm, wo Squishy helfen dufte, die Ziegen zu fuettern.

Auf dem Weg nach Toronto sind wir ein ganzes Stueck durch den Algonquin Park gefahren. Nur leider gab es keine Elche zu sehen, obwohl die wohl oefters mal einfach so auf der Strasse rumstehen.

Dafuer gab es in Elternhaus unserer Gastgeberin, das in der Naehe (kanadische Naehe bedeutet ungefaehr 1,5 Stunden weit weg) von Toronto ist, Streifenhoernchen, die im Abstand von einem Meter vor einem rumgeturnt sind. Total suesse Tierchen sind das.

Und am Samstag Abend waren wir zum Abendessen im Rainforest Cafe in der Yorkdale Mall in Toronto. Als AuPair war ich da schon, zwar nicht in Toronto, aber in Chicago und Washington, D.C.. Allerdings muss ich sagen, ich hatte das nicht so laut in Erinnerung. Oder aber ich war es damals einfach gewoehnt, weil ich ja da wohnte. Squishy fand vor allem die riesigen Aquarien cool, wenn er auch die Gewitter mit Blitz und Donner, die alle 10 Minuten oder so vom Band liefen nicht wirklich toll fand.

Ansonsten ist Kanada genau so wie ich es in Erinnerung hatte. Wunderschoene Natur, Wasser, Fluesse und Seen ueberall und wirklich sehr freundliche Menschen.

Bilder gibt es auch, aber die befinden sich alle noch auf der Kamera. Die gibt es dann, wenn ich wieder am eigenen Computer bin.

Ach ja, Squishy wird verwoehnt bis zum Gehtnichtmehr. Sein Fanclub bekommt jeden Tag mehr Mitglieder, was kein Wunder ist, denn dieses Kind passt so gut hierher, dass es fast schon unheimlich ist.

Und alle, wirklich jede einzelne Person, die wir irgendwo treffen, flirtet mit Miss Gigi, die sich mit einem wunderschoenen Babylaecheln revanchiert. Sowas bin ich gar nicht mehr gewoehnt.

Wir haben auf jeden Fall viel Spass und freuen  uns auf den Rest unseres Urlaubs.

(Die Tastatur macht mich uebrigens wahnsinnig, weil die Buchstaben nicht da sind, wo sie sein sollten und die Umlaute fehlen logischerweise voellig.)