Es gib Dinge, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft einfach nicht so ganz richtig sind. Ding, die mir immer mal wieder einen Stich versetzen, die aber unabänderlich sind.
Kinder bekommen zum Beispiel.
Ich liebe unsere Kinder. Wir lieben unsere Kinder. Wir hätten uns keinen besseren Spender vorstellen können. Keinen, der besser zu uns gepasst hätte. Unsere Kinder sind absolut perfekt so wie sie sind. Und dennoch ist da immer so ein kleiner feiner Wermutstropfen. Kaum wahrnehmbar und trotzdem immer da. Als Kinder der Liebe sind unsere Kinder doch immer nur der biologische Abdruck einer Hälfte des Ganzen. Immer nur ein Teil eines Teiles der Partnerschaft. Nie ein Teil, ein Produkt beider Hälften der Partnerschaft.
Meistens stört mich das nicht. Aber manchmal bin ich traurig, dass mich aus den Augen der Kinder nie meine Frau anschaut. Dass wir nie sagen können, dieses und jenes ist so typisch du und dieses und jenes ist so typisch ich. Oder: Unglaublich wie genau die Gene da aufgeteilt worden sind. 50 % du und 50 % ich.
Um dieses Gefühl beneide ich jedes Heteropaar. Die meistens werden dem keine große Beachtung schenken, denn so ist es nun mal. 50 % du und 50 % ich. Ich glaube, erst wenn man dieser Möglichkeit beraubt wird, merkt man, was einem fehlt. Wieder etwas, was man erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht hat.
Es muss einer Beziehung doch einen Extra-Kick verleihen, wenn man so ein kleines Wesen hat, was beide zu 100 % erschaffen haben. 50 % du und 50 % ich.
