1 zu 2

Bevor ich es ganz vergesse oder verdränge oder was auch immer möchte ich mal einen Vergleich zwischen dem ersten Trimester (will heißen die ersten 12 Wochen) von Schwangerschaft 1 (S1) und Schwangerschaft 2 (S2) anstellen. Angeblich ist ja jede Schwangerschaft anders. So ein bisschen auf jeden Fall.

  • Einnistungsblutung: Gibt es tatsächlich. Bei mir allerdings nur in S1.
  • Übelkeit & Kotzeritis: Lässt sich schwer sagen. Ich hatte das Gefühl, dass die Übelkeit schlimmer war, aber die Kotzeritis war wesentlich besser. Wo ich in S1 teilweise tagelang im Halbstunden Takt gekübelt habe, war mir in S2 nur immer und permament schlecht. Übergeben musste ich mich aber nur ein paar wenige Male und dann auch immer nur einmal.
  • Geruchsempfindlichkeit: S1 vorhanden, aber minimal. S2 ganz, ganz furchtbar. Es war mir teilweise unmöglich in einen Supermarkt zu gehen ohne zu würgen, weil es da einfach ganz furchtbar roch. Ich konnte riechen, wenn an der Ampel 5 Autos vor mir jemand bei leicht geöffnetem Fenster geraucht hat. Das kam mir so vor, als ob das direkt neben mir wäre. Absolut unerträglich. Morgens in die Küche gehen. Unmöglich. Kühlschrank öffnen. Selbes Spiel. Kochgerüche. Absolutes No-go.
  • In S1 und S2 gleich: berührungsempfindliche Brüste. Autsch. Allerdings gab es in S2 das Handicap, dass ein dreijähriger gerne auf mir rumturnte und darauf keine Rücksicht nahm. Noch mehr Autsch.
  • Müdigkeit: Hm, schwer zu sagen. Ich bin eigentlich immer müde. Von dem her würde ich mal sagen, gleich.
  • Stoffwechsel: Was ist das? Alles was oben reinging, kam entweder da wieder raus – in S1 häufiger als in S2 – oder blieb drinne. Und blieb da und blieb da. Sowohl in S1 als auch in S2.
  • Kreislauf: Bei mir generell bei Hitze nicht mehr vorhanden. In S1 war es jahreszeitenbedingt erst im 2. Trimester heiß, dieses Mal bereits im 1. Trimester. Vertragen habe ich die Hitze weder im 1. noch im 2. Trimester. War für mich in S1 eine ganze neue Erfahrung, da mir Hitze normalerweise nichts ausmacht. Dass man sich da so richtig mies und lebensunfähig fühlen kann, war mir bis dahin nicht wirklich klar.
  • Schlafen: In S1 und S2 gleichermaßen mies. Durchschlafen ist nicht. Weder in S1 noch in S2. Bis in ein paar Jahren dann wieder.

Ich denke, das wars im Großen und Ganzen. Die Schwangerschaftsdemenz setzt erst etwas später ein, von der Stilldemenz mal ganz zu schweigen.

EDIT: Vermutlich sollte ich aufhören, nachts zu schreiben, wo mein Gehirn sich schon im Halbschlaf befindet, dann würde ich nicht die Hälfte vergessen.

  • Essen: In S1 kann ich mich nur daran erinnern, dass ich ständig Wassermelone wollte. Das war die einzige Besonderheit. In S2 sieht das schon ganz anders aus: Vom ersten Moment an hatte ich keine Lust mehr auf Schokolade. Für mich sehr, sehr, sehr ungewöhnlich. Und eine Abneigung gegen Hühnchen in jeglicher Form.  Tomaten dagegen waren gut, aber nur mit etwa 2 Kilo Salz drauf, ebenso wie Schinken. Generell ist süß – außer bei Obst – in S2 ziemlich uninteressant geworden.
  • Trinken: In S1 überhaupt nichts besonders. In S2 ein echtes Problem. Es war heiß, ich hatte ständig Durst, konnte aber nichts trinken. Alles mit Kohlensäure fiel ganz weg (Apfelschorle und ähnliches), alles andere hinterließ einen ekelhaften Geschmack im Mund. Wasser hätte ich gerne getrunken, aber egal, was ich versucht habe zu trinken, mir wurde richtig schlecht und ich war erst mal eine Stunde damit beschäftigt, den Würgereiz zu unterdrücken. Nicht wirklich hilfreich, wenn es draußen 35 Grad hat und man eigentlich dringend trinken sollte, um den Kreislauf und den Rest des Körpers am Leben zu erhalten. Das einzige was einigermaßen ging – einmal am Tag – war eine Tasse Fencheltee. Ich war so froh als ich endlich wieder normal trinken konnte, denn ich hatte ja Durst, nur ging halt nichts rein. Für jemanden wie mich, der eigentlich mindestens 2 Liter am Tag trinkt nicht sehr angehnehm. Die Ärztin hatte auch schon angedroht mich für Infusionen ins Krankenhaus einzuweisen, wenn das nicht besser wird. Zum Glück wurde es dann etwas kühler und die Trinkerei minimal besser.
  • Mental: In S1 war irgendwie alles aufregend und neu und jeder neue Zentimeter Bauchumfang wurde begeistert begrüßt. In S2 geht mir das alles viel zu langsam. Von mir aus können wir die komplette Schwangerschaft überspringen und gleich zum Baby kommen. Trotzdem bleibt uns wohl nichts anderes übrig als abzuwarten. Ich fühle mich auch viel unentspannter oder eher nicht mehr so blauäugigi wie in S1. Da wußte ich zwar auch schon, was und vor allem dass auch viel schiefgehen kann, aber da war ich noch der Ansicht, dass mir das ja nie passieren könnte. Zwischenzeitlich habe ich so viel von Fehlgeburten, toten Babys und sonstigen Dramen mitbekommen, dass ich das nicht mehr so einfach ignorieren kann. Ich mach mir jetzt zwar nicht ständig Sorgen, aber das Wissen, dass nicht zwangsläufig alles gutgehen muss, das ist immer irgendwo im Hinterkopf.

Kann das sein?

Jetzt ist es mir schon zum zweiten Mal passiert.

Beim ersten Mal war ich mir nicht ganz sicher ob ich es nur geträumt hatte oder nicht. Ich lag morgens im Bett, nicht ganz wach, nicht ganz schlafend und auf einmal war mir, als ob ich Cuda gespürt hätte. Nur so ein ganz leichtes Anklopfen von innen, aber ich hätte schwören können, dass ich ihn/sie/es gespürt habe. Das war vor ein paar Tagen.

Und dann heute schon wieder. Dieses Mal beim Autofahren. Ein sachtes Anklopfen auf der linken Seite. Das sitzt Cuda nämlich. Ganz weit links. Was die Ärztin bisher daran hinderte ein vernünftiges Bild vom wachsenden Nachwuchs zu machen. Der große Bruder saß im Gegensatz dazu ziemlich weit rechts und hat da auch nach der Schwangerschaft eine bleibende Ausbeulung hinterlassen. Sehr nett von Cuda, mir jetzt auf der anderen Seite die passende Beule zu verpassen. So bin ich dann wenigstens gleichmäßig zerbeult.

Ich habe mich allerdings sehr gewundert, dass ich Cuda jetzt schon spüren kann. Zwar nur ab und zu, und auch nur wenn ich ganz entspannt bin, aber nichts desto trotz. Immerhin bin ich erst in der 13. Woche. Und bei Squishy hat das viel, viel länger gedauert.

Allerdings meint das Schwangerschaftsbuch, dass das beim zweiten Kind durchaus sein kann, weil man ja schon weiß, worauf man achten muss und was das dann ist. Nicht nur eines der vielen merkwürdigen neuen Dinge, die da im Unterleib so vor sich gehen, sondern eben eine Bewegung, die auch als solche wahrgenommen wird. Und die nach und nach häufiger und stärker werden. Bis es am Ende fast schon ein bisschen zu viel ist.

Squishy zum Beispiel hat mir die letzten paar Wochen beinahe die Rippen gebrochen. Auf jeden Fall hat es sich so angefühlt und er kam dann auch mit einem Popo voll blauer Flecken auf die Welt. Was aber nicht wirklich verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass ich gerade mal 1,58 m groß bin und er mit 55 cm auf die Welt kam. Da war schlicht und ergreifend kein Platz mehr. Ich bin ja mal gespannt, ob das mit Cuda auch so sein wird.

Schnipsel

  • So langsam wird es besser. Übel ist mir zwar ab und an immer noch, aber ich habe das Gefühl, ich bekomme es so langsam in Griff. Essen hilft. Trinken während des Essens geht gar nicht. In großen Schlucken trinken ebenfalls nicht. Überhaupt habe ich ein Problem damit, genügend zu trinken. Milch am Morgen ist schlecht. Abends ist es okay. Hühnchen ekelt mich an. Egal in welcher Form. Schinken geht immer. Obst ebenso. Und was ich nach wie vor nicht mag ist Schokolade. Wenn man bedenkt, dass ich im Normalzustand auf mindestens eine Tafel pro Woche komme, ist das schon sehr erstaunlich.
  • Das neue Auto haben wir bereits am Montag abgeholt. Ein nettes Auto. Mit wahnsinnig viel Schnickschnack, da Premium-Ausstattung und viel Platz im Kofferraum, weil es ja ein Kombi ist. Bilder gibt es leider immer noch keine, sonst hätte ich welche gezeigt. Squishy mag den Lion-Car sehr gerne. Er sitzt jetzt nämlich wesentlich höher und kann vernünftig zum Fenster rausschauen. Und wir können jetzt immer bereits mit einem Blick aus dem Fenster feststellen, ob das Auto abgeschlossen ist. Wenn man nämlich den Knopf zum Abschließen drückt, dann klappen sich automatisch die Seitenspiegel ein. Ich sag’s doch: Viel Schnickschnack.
  • Gestern war übrigens 12+0. Was bedeutet, dass wir uns nun im zweiten Trimester befinden und der angenehme Teil der Schwangerschaft beginnen sollte. So ganz richtig eingesunken, dass wir im Februar tatsächlich ein kleines Baby haben werden, ist es bisher immer noch nicht. Verrückt.
  • Squishy hat mometan ein Phase, in der er jede Nacht Alpträume hat. Zwar sagt er nichts, aber ich finde ihn bis zu fünf Mal pro Nacht in meinem Bett. Am nächsten Tag sagt er dann, dass da ein Monster in seinem Zimmer gewesen wäre. Der Arme. Hoffentlich geht das auch bald wieder dabei.
  • Kind und Hund vernichten unseren Rasen. Nach diesem überaus dezentem Hinweis hat die Oma nämlich tatsächlich eine Wasserbahn gekauft. Die wohnt bei Oma. Weil er das aber so toll findet, nutzt er die Tatsache, dass der Hund gerne buddelt – in unserem Garten – und erweitert das ganze mit seiner Schaufel, kippt Wasser rein und freut sich an seiner selbstgebauten Wasserbahn. Die Mamas finden das gar nicht witzig. Fragt nicht wie unsere zwei Quadratmeter Rasen zur Zeit aussehen. Ein Trauerspiel.
  • Der Kindergarten hat seit Donnerstag Ferien. Für dreieinhalb Wochen. Squishy freut’s. Geht er doch da eh nicht so wirklich gerne hin. Schauen wir mal wie das dann Ende August aussieht.
  • Von mir aus braucht der Sommer nicht mehr wiederzukommen. Ich bin mit Regen und 20 Grad wirklich gut bedient. Da bin ich zwar vermutlich die Einzige, aber was soll’s. Der Sommer wird eh wieder kommen. Tut er doch immer im August.
  • Heute ist bereits August. Wahnsinn. War nicht eben erst Januar?
  • Ein einziger Butternut-Kürbis-Stock hat tatsächlich überlebt und fängt an Butternüsse zu haben. Total super. Die Kürbisse, die meine Mama angezüchtet hat, wachsen wie blöd und haben schon die Hälfte des Feldes übernommen. Und Kürbisse ohne Ende. Da kann ich mich dann im Oktober selbstverwirklichen bis zum Abwinken. Zwar befürchte ich, dass der Bauch bis dahin im Weg sein wird, aber da muss ich mir dann halt was überlegen wie ich da drumrum schnitzen kann. Die Erbsen sind der Hitze und meiner Übelkeit zum Opfer gefallen. Gärtnern steht irgendwie ganz weit hinten an, wenn man permanent gegen den Brechreiz ankämpfen muss. Und wie ich bereits erwähnte ist die Sonne überhaupt nicht mein Freund.
  • So, ich versuch mich jetzt mal an Cola. Da hab ich irgendwie Lust drauf. Obwohl Blubber-Getränke mir momentan auch etwas Probleme bereiten. Aber die Dinge, auf die ich Lust habe, gehen auch meistens ohne größere Probleme. Und Cola geht eigentlich auch immer. Naja, fast immer.
  • Squishy nennt uns neuerdings “honey”. Wir sind nicht mehr Mommy und Mama sondern “honey”. Ich kann mich nicht so wirklich entscheiden, ob ich das total putzig oder absolut nervtötend finde. Aber das passiert wohl, wenn wir uns gegenseitig immer so nennen.
  • Wenn er etwas nicht machen will, hat er übrigens immer Kopfschmerzen. Da muss ich mich schuldig bekennen, denn bevor ich schwanger wurde, hatte ich wirklich, wirklich häufig Kopfweh und hab das wohl auch ständig von mir gegeben. Und jetzt haben wir den Salat. Dramatischer Griff an den Kopf, Leidensmine: No, I can’t do that. I got a headache. Super. Ich sollte wohl in Zukunft besser aufpassen, was ich von mir gebe, honey.