Das war’s dann mit Umzügen und Süßigkeiten einsammeln und sowas alles. Das war sowieso das einzige, woran sich Mr. Squishy so richtig gut erinnern konnte. Die Süßigkeiten, die von den Narren geworfen werden. Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal so richtig gemerkt wie groß Mr. Squishy mittlerweile schon ist. Früher haben ihm die Gestalten in den Kostümen Angst gemacht. Leider haben die ja die Angewohnheit einem sehr, sehr nahe zu kommen. Am liebsten direkt ins Gesicht. Bei Kinder – je kleiner, je schlimmer – ist das echt ein Problem. Mr. Squishy hatte früher sogar schon ein Problem damit, wenn ich eine Sonnenbrille auf hatte. Das war ihm schon zu viel an verdecktem Gesicht. Miss Gigi schaut da zwar etwas kritisch, toleriert es aber. Wenn auch ohne viel Begeisterung.
Da Miss Gigi das meiste vom Umzug verschlafen hat, war sie zum Glück kein Problem. Und Mr. Squishy war sowieso mein Held. Ist er das nicht immer? Etwas unheimlich war es ihm zwar teilweise schon, aber Mommy stand direkt hinter ihm. Und mit Mommy im Rücken kann man auch mit den komischen Gestalten schäkern, die einem haufenweise Süßigkeiten in die Hand drücken. Und er konnte dabei sogar lachen und sich freuen.
Überhaupt ist aus unserem super-schüchternen Jungen mittlerweile ein richtig frecher Rotzlöffel geworden, der vor Menschen überhaupt keine Angst mehr hat. Beim Umzug am Tag vorher (Sonntag) waren wir hinterher noch Kaffeetrinken. Mister Squishy war das zu langweilig und so ist er draußen auf der Straße rumgerannt. Wenn ihm das zu doof wurde, hat er sich an die bodentiefen Fenster gestellt und von außen alle im Cafe befindlichen Leute unterhalten – Grimassen geschnitten und gewunken und rumgehampelt. Mit einem Mann hat er zwischen draußen und drinnen fangen gespielt und der meinte, dass wir doch einen wirklich süßen Schlingel hätten. Haben wir auch. Nur hergeben tun wir den mit Sicherheit nicht. Das ist nämlich unserer.
So ein bisschen traurig bin ich schon, dass Fasnacht rum ist. Obwohl das in der Kälte rumstehen nicht gerade das beste für meine Erkältung war. Aber wer braucht schon eine Stimme? Eben.
Das ist definitiv eines der Dinge, die ich so richtig vermissen werde, wenn wir nicht mehr sind. Nicht die Erkältung – die fünfte Jahreszeit. Und das wird vermutlich der Zeitpunkt sein, den wir uns in Zukunft für Heimatbesuche aussuchen werden.

