Heute ist 20+0, will heißen wir sind bereits halb fertig mit Baby No.2. Und wenn besagtes Baby No. 2 brav ist, dann ist heute auch tatsächlich mindestens Halbzeit, es sei denn sie eifert ihrem großen Bruder nach und hockt mir noch 9 weitere Tage auf der Blase rum.
Ich habe das Gefühl, ich bin in den letzten paar Tagen schier explodiert und so langsam aber sicher fängt der Bauch an im Weg zu sein. Im Moment nur ganz selten und auch nur minimal, aber doch schon deutlich spürbar. Überhaupt habe ich gerade so das Gefühl, dass ich sämtliche Unannehmlichkeiten übersteigert wahrnehme.
Ich hatte bei der ersten Schwangerschaft oder eher nach dieser schon einmal festgestellt, dass für mich eine Schwangerschaft so überhaupt gar nichts mit den Penaten-Bübchen-Hipp-Schwangeren, die man gerne glückselig in der Werbung vor sich hingrinsen und bauchmasturbieren sieht, zu tun hat. Ich finde damit wird ein völliges verzerrtes Bild von Schwangerschaft verbreitet und allen, die sich ein Kind wünschen vorgegaukelt, dass es nichts wundervolleres, entspannenderes und glücksfördernderes gibt als eben eine Schwangerschaft. Was – realistisch betrachtet – völliger Quark ist. Kein Wort von Übelkeit, Kotzerei, Pickelgesicht dank durchdrehender Hormone, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, die sich mit ständiger Müdigkeit abwechselt, Gereiztheit und so weiter und so fort. Alles Dinge, die man zwar gerne in Kauf nimmt, das Ergebnis ist das alles wirklich Wert, die einem aber nicht so wirklich bewusst sind, wenn man sich zum ersten Mal völlig blauäugig ins Abenteuer Schwangerschaft stürzt und erwartet, dass man die nächsten 40 Wochen glückselig strahlend mit einem putziges Bäuchlein über rosa Wolken hüpft.
Das mag sich jetzt alles furchtbar negativ und undankbar anhören, aber genau das ist es nicht. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir endlich unser zweites Kind erwarten, was unsere Familie vervollständigen soll. Und das alles ohne Ärzte, Kliniken, Medikamente und sonstige Dinge, die wir uns schlicht und ergreifend nicht hätten leisten können. Ich bin aber nicht der Typ, der die Welt völlig verklärt sieht und darstellt. Dazu bin ich viel zu realistisch und praktisch veranlagt. Bisher hatte ich 1,5 völlig problemlose und unkomplizierte Schwangerschaften, die nur von den normalen, durchschnittlichen Zipperlein begleitet waren. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich tagtäglich mit den Engelein Lobpreisungen singe. Schwangersein ist schön – es ist erstaunlich, was der weibliche Körper alles leistet und wie radikal er sich verändern kann - aber auch enorm anstrengend, teilweise zum kotzen (im wahrsten Sinne des Wortes) und mit Sicherheit nicht jeden Tag ein Zuckerschlecken.
Ich freue mich, dass die erste Hälfte rum ist und kann den Februar kaum erwarten. Und obwohl ich jetzt schon so lange Zeit hatte, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass wir tatsächlich noch so ein kleines putziges Würmchen bekommen werden, habe ich es immer noch nicht so richtig realisiert.
Noch ein paar Wochen, dann ist die Kleine auch als Frühgeburt bereits überlebensfähig. Das ist nach den kritischen ersten 12 Wochen für mich die zweite große Hürde, die es zu überwinden gilt.
So, ich geh dann mal weiter brüten. Schließlich soll die Kleine groß und stark werden.