Ruhe

Hier herrscht gerade ein bisschen Funkstille, da es mir nicht so super geht. Im Moment habe ich etwas Kreislaufprobleme kombiniert mit Übelkeit und Erbrechen (das letzte Mal ist immerhin bereits 4 Wochen her) und bin so abgeschlagen und müde, dass ich 24 Stunden am Tag schlafen könnte. Die Ärztin hat mich bis Freitag krankgeschrieben und bis dahin sind hoffentlich auch die Ergebnisse vom Bluttest da, der Aufschluss darüber geben soll, ob meine chronische Erschöpfung, Müdigkeit und Kreislaufprobleme vielleicht am Eisenmangel liegen oder doch an was anderem. Die Kleine strampelt munter vor sich hin, was ich sehr beruhigend finde. Wenigstens ihr scheint es gut zu gehen.

Heute morgen habe ich so komatös geschlafen, dass ich mich in fast drei Stunden nicht einmal bewegt habe. Cerah hat direkt neben meinem Kopf die schmutzige Wäsche geholt, ohne dass ich etwas gemerkt hätte und wiederholt nach mir geschaut, weil ihr das so komisch vorkam. Ich glaube, den Schlaf habe ich gebraucht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so tief und so lange ein Nickerchen gehalten habe.

Naja, ich erhole mich diese Woche auf jeden Fall mal und lege viele extra Schläfchen ein, in der Hoffnung, dass es etwas bringt und ich diese Dauermüdigkeit endlich in den Griff bekomme.

Halbzeit

Heute ist 20+0, will heißen wir sind bereits halb fertig mit Baby No.2. Und wenn besagtes Baby No. 2 brav ist, dann ist heute auch tatsächlich mindestens Halbzeit, es sei denn sie eifert ihrem großen Bruder nach und hockt mir noch 9 weitere Tage auf der Blase rum.

Ich habe das Gefühl, ich bin in den letzten paar Tagen schier explodiert und so langsam aber sicher fängt der Bauch an im Weg zu sein. Im Moment nur ganz selten und auch nur minimal, aber doch schon deutlich spürbar. Überhaupt habe ich gerade so das Gefühl, dass ich sämtliche Unannehmlichkeiten übersteigert wahrnehme.

Ich hatte bei der ersten Schwangerschaft oder eher nach dieser schon einmal festgestellt, dass für mich eine Schwangerschaft so überhaupt gar nichts mit den Penaten-Bübchen-Hipp-Schwangeren, die man gerne glückselig in der Werbung vor sich hingrinsen und bauchmasturbieren sieht, zu tun hat. Ich finde damit wird ein völliges verzerrtes Bild von Schwangerschaft verbreitet und allen, die sich ein Kind wünschen vorgegaukelt, dass es nichts wundervolleres, entspannenderes und glücksfördernderes gibt als eben eine Schwangerschaft. Was – realistisch betrachtet – völliger Quark ist. Kein Wort von Übelkeit, Kotzerei, Pickelgesicht dank durchdrehender Hormone, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, die sich mit ständiger Müdigkeit abwechselt, Gereiztheit und so weiter und so fort. Alles Dinge, die man zwar gerne in Kauf nimmt, das Ergebnis ist das alles wirklich Wert, die einem aber nicht so wirklich bewusst sind, wenn man sich zum ersten Mal völlig blauäugig ins Abenteuer Schwangerschaft stürzt und erwartet, dass man die nächsten 40 Wochen glückselig strahlend mit einem putziges Bäuchlein über rosa Wolken hüpft.

Das mag sich jetzt alles furchtbar negativ und undankbar anhören, aber genau das ist es nicht. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir endlich unser zweites Kind erwarten, was unsere Familie vervollständigen soll. Und das alles ohne Ärzte, Kliniken, Medikamente und sonstige Dinge, die wir uns schlicht und ergreifend nicht hätten leisten können. Ich bin aber nicht der Typ, der die Welt völlig verklärt sieht und darstellt. Dazu bin ich viel zu realistisch und praktisch veranlagt. Bisher hatte ich 1,5 völlig problemlose und unkomplizierte Schwangerschaften, die nur von den normalen, durchschnittlichen Zipperlein begleitet waren. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich tagtäglich mit den Engelein Lobpreisungen singe. Schwangersein ist schön – es ist erstaunlich, was der weibliche Körper alles leistet und wie radikal er sich verändern kann -  aber auch enorm anstrengend, teilweise zum kotzen (im wahrsten Sinne des Wortes) und mit Sicherheit nicht jeden Tag ein Zuckerschlecken.

Ich freue mich, dass die erste Hälfte rum ist und kann den Februar kaum erwarten. Und obwohl ich jetzt schon so lange Zeit hatte, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass wir tatsächlich noch so ein kleines putziges Würmchen bekommen werden, habe ich es immer noch nicht so richtig realisiert.

Noch ein paar Wochen, dann ist die Kleine auch als Frühgeburt bereits überlebensfähig. Das ist nach den kritischen ersten 12 Wochen für mich die zweite große Hürde, die es zu überwinden gilt.

So, ich geh dann mal weiter brüten. Schließlich soll die Kleine groß und stark werden.

Doch alles neu

Wir haben sämtliche Kleider von Squishy aufgehoben. Von Größe minifuzziklein bis zur Größe, die ihm jetzt gerade zu klein ist, 104 um genau zu sein. Die kleinen Klamotten stecken in großen Plastikboxen, die großen in Windelkartons und verstopfen unseren kompletten Keller. So weit so gut.

Leider war es nun in unserer alten Wohnung in Frankfurt einmal so, dass der Keller nach einem ziemlich heftigen Regenguss knietief unter Wasser stand. Das war nicht wirklich witzig, denn danach mussten wir einige Dinge wegwerfen, weil sie von Schimmel befallen und nicht mehr zu retten waren. Unsere und Squishys kleine Klamotten konnten wir größtenteils retten, weil sie in eben den Plastikboxen waren und relativ trocken waren. Dachten wir auf jeden Fall.

Nun hat Cerah Anfang dieser Woche die eine Plastikbox und den Vakuumstaubsaugerbeutel (übrigens eine klasse Sache die Dinger) von meinen Eltern zu uns geholt, um sich mal einen Überblick zu verschaffen, was wir für Cudina klamottenmäßig noch so alles brauchen. Der Inhalt des Vakuumbeutels war einwandfrei, roch wie frisch gewaschen. Der Inhalt der Plastikbox hat so dermaßen gestunken, dass wir ihn erst mal über Nacht auf der Terrasse gelassen und dann zweimal gewaschen und im Trockner gebacken haben. Damit sollten dann auch sämtliche noch lebende Kulturen tot sein.

Dann kam allerdings die Ernüchterung: Ab Größe 62/68 dürfen wir Cudina quasi komplett neu einkleiden. Von Kopf bis Fuß. Der Grund dafür? Neutrale Klamotten haben wir nur sehr wenige. Keine Ahnung ob es die nicht gibt, oder ob wir die nur nicht gekauft haben. Aber alles hat irgendwo irgendwelche Bagger, Traktoren, Lastwagen, Piraten oder sonstige jungenhaften Motive. Zugegebenermaßen haben wir Squishy auch immer sehr jungenhaft angezogen, schließlich ist er auch ein Junge und wenn er selber aussuchen darf, was er schon lange macht, dann sind das auch immer nur so “Klein-Männersachen”.

Und so dürfen wir Cudina dann eben auch komplett neu einkleiden. Finde ich jetzt nicht so schlimm – die Oma sicher auch nicht – denn schöne Mädchensachen gibt es so viele und nur ganz wenige Sachen von Squishy werden wir auch Cudina anziehen. Das heißt aber auch, dass die Sachen, die Squishy jetzt zu klein werden und die schier Junge schreien, gar nicht mehr erst aufgehoben werden brauchen. Die können wir dann entweder gleich entsorgen, vieles davon ist sowieso zerlöchert oder hat Flecken oder aber wir verkaufen es weiter.

Es sei denn natürlich, Cudina wird doch kein Mädchen, sondern entpuppt sich bei der Geburt als Junge…