Spontan, anstrengend und gut

Heute morgen haben wir spontan beschlossen, dass wir doch mal wieder den Tag im Europa-Park verbringen könnten. Immerhin war das Wetter perfekt, ein bisschen Sonne, nicht heiß und noch keine Ferien in B-W. Und bis einschließlich drei Jahren ist der Eintritt frei. Zum Glück. Ist auch so schon teuer genug. Aber ich finde, es lohnt sich jedes Mal und mit nur 20 Minuten Fahrzeit kann man das auch mal eben spontan machen. Plus wir hatten von Squishys Uropa über 50 Euro in Europa-Park-Talern bekommen und die mussten wir natürlich auch unters Volk bringen.

Und es gibt so viel, was man auch mit einem Dreijährigen machen kann. Sämtliche Achterbahnen blieben dieses Mal außen vor, da Cerah sowieso nie Achterbahn fährt und ich aus gegebenem Anlaß auch verzichtete. Von dem mal abgesehen ist mein Gleichgewichtssinn im Moment so dermaßen daneben, dass selbst eine harmlose Floßfahrt mich schon beinahe seekrank machte.

Squishy hat sich sehr tapfer geschlagen. Bis auf ein, zwei Panikattacken war alles gut und am besten waren natürlich sämtliche Wasserfahrten und der große Spielplatz mit Wikingerschiff, auch wenn er es Piratenschiff nannte, und dem Wassergewehr obendrauf.

Gut war auch als wir ihm ankündigten jetzt in den Europa-Park zu gehen. Sein Kommentar: Oma-Park? Nein, Europa-Park. Opa-Park? Naja, fast. Immerhin schon näher dran als Oma-Park. Zuerst wollte er da nicht hin, hatte ja auch keine Ahnung, was das ist, da er sich an das letzte Mal vor zwei Jahren nicht mehr erinnern kann. Aber für was gibt’s denn Internet mit Filmchen. Und – Überraschung, Überraschung – dann wollter er unbedingt dahin gehen.

Beim Rausgehen meinte er dann: That was fun. Und dass wir wieder kommen müssen. Irgendwann mal. Wenn er auch mit der großen Achterbahn fahren kann.

Allerdings glaube ich fast, dass wir schon vorher wieder hingehen. Denn zum Silverstar fahren muss man, glaube ich mindesten 1,50 m groß sein. Und bis dahin dauert es dann doch noch ein bisschen lange. Zu lange, um bis dahin zu warten.

Vorletzter Versuch

Der war im März. Am allerlezten Tag des Monats. Wie immer war nicht klar, ob das denn nun überhaupt klappt, denn bei unserem Spender hatte sich bereits jemand anders angemeldet. Nun ja, der Fertilitätsmonitor zeigte einen Eisprung an und wir hätten gerne einen Versuch gewagt. Und auf nochmalige Nachfrage gab’s dann das okay, denn wer auch immer sich angemeldet hatte, hatte kurzerhand abgesagt. Gut für uns. Schlecht für mich war nur, dass es ein Wochentag war, ich arbeiten musste und spontan keinen Urlaub nehmen konnte, weil meine Kollegin nicht da war. Also doch absagen? Aber wenn ich jedes Mal wegen so Pipifax abgesagt hätte, dann wären wir in fünf Jahren noch nicht am Ziel. Und schließlich sind wir kreativ und bringen es auch fertig ein komplettes Sofa mit dem Brotmesser zu zersägen. (Kein Scherz. Das haben wir tatsächlich mal gemacht.) Also kurzentschlossen Übernachtungsköfferchen gepackt, Jane – unser Navi – eingetütet und den Entschluss gefasst, nach der Arbeit mal schnell alleine fünf Stunden in die Niederlande zu fahren, zu inseminieren, kurz zu schlafen und dann so zurückzufahren, dass ich pünktlich um 8.30 Uhr am nächsten Morgen am Schreibtisch sitzen würde.

Das ging auch ganz gut, nee, wenn ich es mir genau überlege fing es schon auf der Hinfahrt an. Jane verweigerte den Dienst. Ich hab’s ums Verrecken nicht fertiggebracht dieses bescheuerte Navi anzumachen. Also wieder an der nächsten Autobahnraststätte – ich war noch nicht mal eine halbe Stunde von zuhause weg – raus, panisch Cerah antelefoniert, die mir Anweisungen gab wie ich Jane zur Kooperation bewegen könnte. Ging aber trotzdem nicht. Im Endeffekt bekam ich dann grobe Anweisungen, welche Autobahnen ich nehmen musste, denn eigentlich kenne ich den Weg auch schon mehr oder weniger im Schlaf. Aber eben nur mehr oder weniger und nicht perfekt.

Kurz vor Mitternacht kam ich dann in Maastricht an und war da schon fix und alle. So lange Strecken mit einem Auto zu fahren bei dem man nie weiß, ob es nicht unterwegs den Geist aufgibt oder nicht, ist das noch viel stressiger als wenn man völlig entspannt fahren kann. Und ich kann mir wahrhaft besseres vorstellen als irgendwo bei Koblenz auf der Autobahn zu stranden. Aber was soll’s, manche Dinge muss man sich scheinbar einfach verdienen.

Zum Glück haben wir einen wirklich, wirklich wunderbaren Spender, der auch so ziemlich jede ungewöhnliche bis bescheuerte Aktion mitmacht. Da fällt mir spontan noch die Becherübergabe auf dem Parkplatz seines Arbeitsplatzes ein. Gab’s auch schon.

Dieses Mal also mitten in der Nacht. Ich wurde noch kurz in die Bedienung der Kaffeemaschine eingewiesen, denn ich wollte um kurz nach 3 schon wieder los. Schließlich musste ich ins Büro. Also schnelle Becherübergabe, Insemination und versuchen ein paar kurze Stunden Schlaf im Gästezimmer zu bekommen.

Um 3.30 Uhr war ich dann wieder auf dem Heimweg. Müde, aber froh, wenigstens die Chance zu haben, schwanger zu werden, wie klein sie auch war.

Kurz nach der deutschen Grenze fuhr dann auf einmal ein Auto ganz dicht hinter mir und drängelte und drängelte. Ich hab mich schon gewundert, was das denn für ein Arsch ist zu so nachtschlafender Zeit, bis der Arsch sich als Polizeiwagen entpuppte, der mich rechts rüber und von der Autobahn lotste. Ganz wunderbar. Genau das, was ich um 4 Uhr morgens dringend brauchte. Sie hießen mich dann auf eine Verkehrsinsel fahren, anhalten und das Fenster runterkurbeln. “Führerschein, Personalausweis und Fahrzeugpapiere bitte.” Hatte ich natürlich alles. Und während der eine zum Wagen ging, um mich im Computer abzuchecken, fragte mich der andere, was ich in den Niederlanden gemacht hätte. Und was bitte antwortet man da? Ich war schnell mal Drogen kaufen? Meine Antwort: Das ist jetzt irgendwie schon so ein bisschen peinlich. Ich war bei meinem Samenspender. Und der schaut mich völlig ausdrucklos an. Und schaut. Und schaut. Dann kommt sein Kollege zurück. Ich darf aussteigen und der fängt an, mein Auto zu filzen. So von wegen Kofferraum und Motorhaube auf, sämtliche Türen, Handschuhfach etc. Ich stand da in eisiger Kälte, es war immerhin erst Ende März, in der Dunkelheit und schlotterte vor mich hin. Der andere Polizist stand zwei Meter neben mir und war nicht mal des Smalltalks mächtig. Irgendwann kam der andere dann wieder zurück und meinte, dass ich wohl die Wahrheit gesagt hätte, gab mir meinen Papierkram zurück und ließ mich weiterfahren. Ich meine, mich erinnern zu können, dass er mich noch fragte, ob keine Angst hätte, so alleine mitten in der Nacht. An meine Antwort kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern.

Der Rest der Fahrt verlief ziemlich ereignislos, das einzig schöne war der Sonnenaufgang und ich war tatsächlich kurz nach 8.30 Uhr im Büro.

Der letzte Versuch war dann ählnlich interessant und planlos. Aber das erzähle ich später mal.

Janes Problem war übrigens, dass der Adapter für den Zigarettenanzünder auseinanderfiel, als ich ihn das erste Mal da reinsteckte. Technisch unbegabt wie ich bin, hatte ich das nicht mal gemerkt. Aber ohne Storm funktioniert auch das beste Navi nicht…

Und weil wir schon dabei sind

haben wir uns gestern ein neues Auto gekauft. Wir sind ja gerne mal kurzentschlossen und das ist nun bereits das dritte Auto, was wir nach Erstbesichtigung sofort und auf der Stelle kauften. Mir war schon klar, dass wir das Teil nehmen, als ich zustimmte es “nur mal ansehen” zu gehen. Ich kenn uns doch. Wir schauen uns nichts an, was nicht auch wirklich ernsthaft in Frage kommt. Nächsten Dienstag holen wir es ab, unseren alten Schrottbock lassen wir da und dann können die damit machen, was sie wollen. Wirklich viel haben wir dafür nicht mehr bekommen, aber wenigstens sind wir ihn los. Denn seien wir ehrlich, wie hoch sind schon die Chancen, dass wir einen ’98er Opel Astra, Benziner, Automatik und Unfallwagen noch zu einem halbwegs vernünftigen Preis losbekommen? Genau. Nicht vorhanden. Von dem mal abgesehen, dass ich den auch nicht mit gutem Gewissen verkaufen könnte. Er braucht neue Reifen, neue Bremsen, welche zum Gotterbarmen quietschen, ein neues Kassettendeck, da im jetzigen diverse Einkaufschips stecken, die es am funktionieren hindern, die Fenster quietschen beim hoch- und runterfahren etc etc.

Wegfahren werden wir mit einem putzigen Peugeot Kombi, auch Automatik – ist klar, die Kanadier unter uns wollen damit schließlich auch fahren, Klimaanlage (!!!!!), genug Platz im Kofferraum für Kinderwagen und Hund und was man sonst noch so alles durch die Gegend fährt bzw. fahren wird und das allerwichtigste: Wir müssen keine Angst mehr haben, dass uns das Gefährt unterm Hintern zusammenbricht! Und dann hoffe ich doch sehr, dass wir endlich mal Ruhe haben. Drei Autos in drei Jahren ist für meinen Geschmack doch ein bisschen viel. Vom Astra hätte ich mir ehrlich gesagt auch mehr erwartet, aber was am Anfang als Pluspunkt erschien, entpuppte sich nun letztendlich als Minuspunkt. Es war ein Rentnerfahrzeug. Wenige Kilometer, was uns gefiel, wurde aber nie richtig ein- oder jemals ausgefahren, was jetzt im Nachhinein dazu führte, dass ein Teil nach dem anderen den Geist aufgibt.

Nun gut, bis Dienstag muss er noch durchhalten und dann ist gut. Endlich.

Squishy und ich haben es heute übrigens tatsächlich zum ersten Mal geschafft, an den Baggersee zu gehen. Es ist ja auch erst Ende Juli, aber wir wollten einfach die endgültige Freigabe vom Arzt abwarten, bevor wir noch was kaputtmachen, was gerade erst repariert wurde. Plus mir ging es heute gut genug, dass ich mit ihm gehen konnte. Denn wenn mir nach Kopf in die Toilette stecken ist, dann gehe ich logischerweise auch nicht an den Baggersee. Aber so waren alle zufrieden und morgen werden wir vermutlich wieder gehen, denn was man mit Squishy einmal anfängt, das muss dann immer und immer und immer wieder wiederholt werden. Ist aber schon okay, so fällt meine Körpertemperatur wenigstens auch mal wieder unter gefühlte 50 Grad. Und das fühlt sich so richtig gut an.