So weit so gut

Die OP lief besser als erwartet oder eher Squishy hat sich besser geschlagen, als wir zu hoffen wagten.

Unser Termin war um 8:30 Uhr. Allerdings waren wir etwas zu früh da, da wir zuhause fast schon fluchtartig verließen, um zu verhindern, dass Squishy sämtliche Schränke nach etwas essbarem durchforstet. Schließlich sollte er nüchtern dort auflaufen.

Den angebotenen “Zaubertrank” (Prä-OP-Beruhigungsmittel) nahm er ohne Probleme und wurde dann auch ziemlich schnell ziemlich bekifft. Wir saßen da so auf dem Bett, ich habe ihm ein Buch vorgelesen und er hing völlig high an meiner Seite, auf einmal sagt Squishy zu mir: I’m very happy Mama! und grinst seelig vor sich hin. Wir mussten so lachen. Als er dann auch nicht mehr sitzen konnte und sich hinlegen wollte, hat er voll Bewunderung und Faszination seine Hände und Finger betrachtet. Sehr erheiternd das ganze.

Die OP selbst verlief laut Arzt gut. Die Polypen wurden problemlos entfernt, die Mandeln waren wohl wider Erwarten ziemlich verwachsen und recht blutig zu entfernen. Die Trommelfelle wurde eingeschnitten und die Flüßigkeit in den Ohren wurde abgesaugt. Der Arzt meinte noch zu uns, dass es durchaus ein könnte, dass die Mandeln in ein paar Jahren doch komplett raus müssten, aber für den Moment würde die Reduktion genügen.

Die Aufwachphase war im großen und ganzen in Ordnung, wenn er auch beim ersten Aufwachen weinte und offensichtlich Schmerzen hatte. Dafür gab es dann aber ein Schmerzmittel von der Schwester und nach zwei Stunden Schlaf mit gelegentlichem Augenöffnen, verlangte er schon wieder nach etwas zu trinken.

Alles in allem war es ein recht langer und anstrengender Tag. Die vier Stunden Rumwarterei bis das Kind wieder wach und ansprechbar war und wir endlich wieder nachhause durften, waren schon enorm lang. Auch anstrengend, da in unserem Zimmer oder eher Kammer noch ein Mädchen mit seinen Eltern war und es so eng war, dass wir einander schier auf dem Schoß saßen.

Gegen 17:00 Uhr oder so wurde Squishy dann richtig wach und fing an, alles zu essen, was er finden konnte. Was auch okay war, schließlich hatte er den ganzen Tag noch nichts gegessen. Und trotz der Tatsache, dass er eigentlich den ganzen Tag verschlafen hatte, war er um 8 müde und wollte ins Bett.

Die Nacht war mittelprächtig, aber auch nicht wirklich schlimm. Gegen 9 wachte er vor Schmerz weinend auf, bekam noch mehr Schmerzmittel und schlief dann bis um 11. Dann war er von da an bis etwa um ein Uhr wach. Ist ständig von seinem in mein Bett und wieder zurück gewandert. Gegen 5 war dann die Wirkung des Schmerzmittels wieder weg, er wachte heulend auf und bekam die nächste Ration. Ich war so todmüde, dass ich den Wecker nicht hörte und mich irgendwann gegen 8 aus dem Bett schälte. Squishy schlief da noch und wachte erst ein paar Minuten später auf.

So weit geht es ihm gut. So lange das Schmerzmittel wirkt auf jeden Fall. Seine Stimme hört sich sehr komisch an. Allerdings hatten wir bereits unmittelbar nach der OP das Gefühl, dass ihm das Atmen leichter fiel. Am Samstag fahren wir dann ins Krankenhaus zur Nachuntersuchung und hoffen, dass alles gut ist.

Tapfer war er, sehr tapfer. Aber das war eigentlich nicht anders zu erwarten, da die Kinder in der Regel nur das Verhalten der Eltern widerspiegeln. Und wenn diese nicht in Panik verfallen, machen das die Kinder auch nicht.

Schön war übrigens auch die Frage der betreuenden Krankenschwester ganz am Anfang bei der Einweisung: Wer ist denn die Mutter? Und dieses Mal war es Cerah, die wie aus der Pistole geschossen antwortete: Wir beide. Kurzes irritiertes Schweigen, dann ein Ach so und weiter ging’s im Text. Der Arzt war dann nach der OP auch etwas irritiert als er mit der Mutter – also Cerah – sprach, die er schon von der Voruntersuchung kannte – da war ich nicht dabei – und ich mich ständig von der Seite her einmischte. Beim nächsten Besuch im Zimmer hatte sich das aber bereits wieder gelegt und er sprach mit uns beiden. Ja, ja, die Freuden des täglichen Outings…

Vorher

Weil ich genau weiß, dass ich spätestens morgen, wenn wir einen matschigen Squishy aus der Narkose zurückbekommen, ganz arg bereuen werde, was wir böse Eltern da mit ihm anstellen, muss ich einfach mal aufschreiben, wie es denn so vor der Operation war. Man vergisst ja auch gerne mal Dinge, die unangenehm waren.

  • Wir können nicht lange Autofahren, weil Squishys gestörter Gleichgewichtssinn ihm spätestens nach einer Stunde sämtlichen Mageninhalt wieder nach oben kommen lässt.
  • Fahrrad- oder Rollerfahren macht er auch nicht gerne. Aus dem gleichen Grund. Gestörter Gleichgewichtssinn, der ihn auf so wackeligen Dingen sehr unsicher sein lässt.
  • Ich wähne mich schon im Himmel, wenn er in drei Wochen einmal eine Nach durchschläft. Bevor das alles anfing, hat er mal jede Nacht durchgeschlafen und ist vielleicht einmal in drei Wochen aufgewacht.
  • Er ist ständig erkältet, hat dauernd eine Rotznase und das endet fast jedes Mal in einer Mittelohrentzündung.
  • Seine Sprache hängt mittlerweile doch etwas hinterher, weil er nicht richtig hört und deshalb die Wörter auch nicht richtig ausspricht. So hört er zum Beispiel keinen Unterschied zwischen Sofa, wie es heißen sollte und Soba, was er immer sagt.
  • Obwohl er früh ins Bett geht und schläft, wenn er nicht gerade fünf Mal die Nacht wach ist, ist er ständig müde.
  • Mittlerweile atmet er so gut wie nur noch durch den Mund.
  • Er isst immer nur kleine Portionen, weil das mit dem Atmen durch den Mund und Essen einfach nicht vereinbar ist.
  • Nachts hat er Atemaussetzer von bis zu 40 Sekunden. Viel, viel, viel zu lang. Normal sind höchstens 20. Deshalb wacht er auch ständig auf, weil sein Körper nicht merh genügend Sauerstoff bekommt.
  • Er schnarcht. Sehr. Immer und laut.
  • Er hat ständig Halsschmerzen und damit einhergehend schlechten Atem.
  • Er spricht wahnsinnig laut. Zu laut für meinen Geschmack. Könnte daran liegen, dass er sich selbst nur so gedämpft hört, dass er denkt bei allen anderen ist das genauso. Könnte aber auch daran liegen, dass er einfach ein Kind ist und gerne durch die Gegend schreit.

Das alles hoffen wir wird besser, wenn wir morgen die Operation hinter uns haben. Natürlich wird das nicht von einem Tag auf den anderen passieren, aber so nach und nach erwarten wir, dass sich das alles normalisiert. Und dann wird auch hoffentlich der nächste Winter besser und wir werden zur Abwechslung mal nicht alle dauernd krank sein. Das Problem ist nämlich, dass er uns in schöner Regelmäßigkeit ansteckt. Immer und immer wieder.

Photo Friday: Afternoon Delight

That was a tough one. I work all day and my afternoon delight is when the clock finally strikes 5 pm and I get to go home. But since it is hard to take a picture of that, I decided to take one of Mr. Squishy’s afternoon delight. A very messy and very yummy affair these days: Cherries.

Da ich den ganzen Tag arbeite ist bei mir nicht viel  mit nachmittäglichen Freuden (Afternoon Delight). Normalerweise tritt die Freude bei mir ein, wenn die Uhr 5 mal schlägt und ich nachhause gehen kann. Nur lässt sich das schlecht fotografieren. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen ein Bild von Mr. Squishys nachmittäglichen Freuden zu machen. Und das sind zur Zeit: Kirschen! Was auch immer ein Garant dafür ist, dass er hinterher aussieht wie Sau. Aber Hauptsache lecker.

Die andern Bilder gibt’s wie immer hier.