Tag Unendlich – in echt 6 oder so

Sonntag. Eigentlich ganz okay. Es ist nur etwas merkwürdig, dass ich so gar keine Möglichkeit habe Cerah zu kontaktieren, denn die ist seit Freitag irgendwo in einem Park in Quebec verschollen. Zwar geplant verschollen, aber trotzdem. Bisher konnte ich sie wenigstens anrufen oder eine Mail schreiben, nur in der Wildnis geht das leider nicht. Wobei ich sagen muss, dass die kanadische Wildnis einfach sagenhaft ist. Jedes Mal wenn ich da war, konnte ich mich gar nicht daran satt sehen. Und da gibt es so viel Himmel. Himmel, Himmel so weit das Auge reicht und wenn die Sonne auf- oder untergeht. Wirklich wunderschön. Kann ich als Reiseziel nur empfehlen. Kanada ist ein Traum.

Ich mache im Moment so viele Fotos, dass ich mir ernshaft überlegt habe, eine Subdomain als Photo-Blog einzurichten. Wie das geht, weiß ich ja nun endlich. Hm, muss ich mir echt nochmal durch den Kopf gehen lassen. Squishy erinnert mich netterweise immer daran, dass ich meine Kamera mitnehmen muss, wenn wir spazierengehen. Und von allem darf/muss ich Bilder machen, nur nicht von ihm. Ich habe wohl an die hundert Bilder von ihm, wo er sein Gesicht hinter den Händen, einem Stock, einem Baum oder sonstigem versteckt oder wo er sich einfach umdreht und wegrennt. Völlig unmöglich von ihm ein schönes Bild zu machen. Absolut unkooperativ der junge Herr. Dafür gibt es dann eben noch mehr Landschaftsbilder. Von irgendwas muss ich schließlich Fotos machen, wenn mein Modell sich mir schon so schnöde verweigert.

Eines davon würde ich hier auch gerne als Hintergrundbild benutzen. Nur habe ich das Problem, dass es viel zu groß ist und ich befürchte, dass es nicht mehr hübsch sein wird, wenn ich das entsprechend verkleinere. Ich muss mir wohl doch ein Photo-Blog einrichten.

Morgen ist wieder Kindergarten und mir sind auch auf Anhieb gleich jede Menge Dinge eingefallen, die ich morgen früh gerne erledigen würde, wenn der kleine Störfaktor nicht da ist. Seinen Kleiderschrank aufräumen wäre zum Beispiel einer der Punkte, die nur ohne metergroße Unterstützung Sinn machen. Nur irgendwie nehme ich mir immer so viel vor, umsetzen tue ich davon aber nicht mal die Hälfte. Aber wenigstens geputzt habe ich hier gestern ausgiebig. War auch nötig, denn auf unserem Fußboden hätte man ohne Probleme Gemüse anbauen können, so dick war die Dreckschicht. Aber das machen wir dann doch lieber draußen.

Tag 3

Selten habe ich so schlecht geschlafen. Ich scheine das Alleinenächtigen nicht mehr zu beherrschen. Der junge Mann übrigens auch nicht, denn der leistet mir regelmäßig Gesellschaft. Was aber nichts neues ist und hoffentlich auch wieder verschwindet, wenn die doofen Polypen weg sind und er wieder normal atmen kann. Ein Vorteil hat nachts nicht schlafen aber, ich bin gut dabei meinen Bücherstapel zu verkleinern.

Mein Halbtags-Job-Urlaubsgefühl ist zwischenzeitlich auch verflogen und ich finde es eher anstrengend, alles was zu erledigen ist in vier Stunden zu quetschen. Ich freue mich auf Morgen, wenn Freitag ist und wir Nachmittags nichts vorhaben. Gestern war Opa-Geburtstag, heute durfte Squishy zum ersten Mal zu seinem Kindergartenfreund zum Spielen und morgen machen wir nichts. Wir werden rumgammeln, wenn’s regnet den Fernseher laufen lassen, auf dem Sofa campieren und wenn nicht mit dem Hund ein bisschen draußen  rumtollen. Und das war’s. Ich bin nicht geschaffen für ein Leben in Action. Am liebsten sind mir immer noch meine eigenen vier Wände. Slow Life eben. Squishy ist da übrigens ähnlich gestrickt. Er macht zwar alles mit, hält sich auch gut und hat Spaß, aber spätestens nach dem zweiten Tag Action braucht er seinen gewohnten Rhythmus um nicht aus dem Tritt zu kommen.

Und nächste Woche habe ich dann den ganzen Tag frei. Da ist die halbe Woche wenigstens Kindergarten und ich habe den Morgen ganz für mich alleine. Keine Ahnung, was  ich damit anfangen werde. Wenn das Wetter schön ist, würde ich gerne endlich mal meine Kamera ins “Städtle” ausführen und ein bisschen Kitsch fotografieren. Oder auf den Friedhof. Den finde ich nämlich auch sehr interessant. Und eigentlich müsste das Wetter auch ganz wunderbar sein. Denn immer – schon seit 15 Jahren – herrscht hier immer strahlender Sonnenschein, wenn meine Eltern im Urlaub sind. Meine Chancen stehen also gut.