Zitat des Tages

Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft.

John Knittel

Ich habe nicht die geringste Ahnung wer John Knittel ist, aber Recht hat er. Wenn es danach geht, dann bin ich wirklich nicht alt. Bin ich ja sowieso nicht, aber ich mein ja nur. Ich habe schon noch so ein bisschen was vor in meinem Leben. Ich würde Mr. Squishy gerne aufwachsen sehen, erfahren, was das Leben so noch für uns in Petto hat. Und bevor ich 40 werde, würde ich gerne mal den Jakobsweg pilgern. Nicht aus irgendwelchen christlichen Beweggründen, obwohl ich tief in mir drinne doch viel gläubiger (wie auch immer man das jetzt verstehen will) bin als ich das gerne zugebe. Ich würde einfach gerne diese Erfahrung machen und rausfinden, ob ich das wirklich schaffe. Den ganzen lieben Tag mit Gepäck auf dem Rücken durch die Pampa stiefeln. Ich denke, das ist eine Grenzerfahrung, die ich gerne machen würde. Bis dahin habe ich dann hoffentlich auch meine ersehnte digitale Spiegelreflexkamera, um das alles würdig festzuhalten. Und meinen Laptop darf ich natürlich auch nicht vergessen, damit ich das alles live verbloggen kann. Ich sehe schon, mein Gepäck wird zur Hälfte aus technischem Schnickschnack bestehen, den ich dann in der Pampa doch nicht benutzen kann, weil die Akkus leer sind und ich keine Gelegenheit finde, diese wieder aufzuladen. Und dann kommt ein Regenguss und mein Technikarsenal ist hinüber. Wie gut, dass ich noch eine Weile habe, um mir darüber Gedanken zu machen.

Sonntagsschnipsel

Wenn das Wetter so ist wie heute, dann wünsche ich mir einmal mehr eine Kamera, die die Dinge so sieht und aufnimmt wie mein Auge. Ganz oft sehe ich etwas, was wirklich cool aussieht und schon beim Versuch zu fotografieren, merke ich, dass das nichts wird. Ich finde das deprimierend und vermisse meine – noch nie vorhanden gewesene – digitale Spiegelreflexkamera. Und dann gibt es da andere Menschen, die sowas haben und von 100 Bildern, die damit aufgenommen und hochgeladen werden ist nicht mal eines dabei, was gut ist. Sowas ärgert mich dann irgendwie. Dieses Hightech-Spielzeug wäre doch in meinen Händen so viel besser aufgehoben. Schade, dass die Dinger so teuer sind, sonst hätte ich mir das schon längst angeschafft.

A propos anschaffen, unser DVD-Spieler ist gerade dabei sich von seinem weltlichen Dasein zu verabschieden, wie leider so ziemlich viel anderes auch. Unter anderem unser Computer, die eine Kamera, der Trockner, unsere Stühle etc. pp. Liste kann beliebig fortgesetzt werden. Schön, wenn das alles auf einmal passiert. Die Anschaffung eines neuen DVD-Players muss dabei allerdings am meisten überdacht werden. Sehr, sehr viele unserer DVDs sind aus Canada/USA und somit Regionalcode 1. Unsere normalen DVD-Player spielen nur Region 2, was Deutschland bzw. Europa ist. Den DVD-Player, den wir jetzt haben, habe ich vor Jahren bereits gehackt, damit er Region 0 ist und alle DVDs, egal woher abspielt. Wichtigstes Kriterium für das neue Gerät ist für uns also wie einfach es zu hacken ist, damit es auch alle unsere DVDs abspielt. Weil wir aber so einen Hightech-Fernseher haben, haben wir beschlossen, gleich auf Blu-Ray umzusteigen, denn damit kann man auch DVDs abspielen. Gelernt habe ich mittlerweile, dass Blu-Rays ebenfalls Codes haben, aber nur Disney diese benutzt. Hacken kann man sie (für Blu-Rays) noch nicht, doch die DVD-Hacks findet man bei einigen Herstellern bereits auf der Firmen-Homepage. Deshalb wird es wohl auf diesen Hersteller rauslaufen. Wann wir uns das Hightech-Maschinchen anschaffen, steht allerdings noch in den Sternen. Aber allerspätestens dann, wenn das aktuelle Gerät endgültig gar nichts mehr macht.

Fasnet ist rum und Ostern steht quasi vor der Türe. Leider hat mich dieses Ereignis daran erinnert, dass wir wirklich und wahrhaftig in einem Klischee-Lesben-Haushalt leben. Donnerstag Abend zum Hemdglunker wollte ich mir mein Gesicht anmalen, Herzchen und so Späße und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass wir weder einen Lippenstift noch sonst irgendwas Make-Up-artiges besitzen. Argh! Bei meinem Versuch sowas am Samstag Morgen noch schnell aufzutreiben, musste ich feststellen, dass der Rest der Welt wohl schneller gewesen war und ich nur noch das Hexen-Set und blau und gelb separat zu horrenden Preisen erwerben konnte. Aber wenigstens haben wir jetzt für nächstes Jahr vorgesorgt. Ein Schnittmuster für unsere nächstjährigen – und vermutlich auch jedes Jahr danach – Kostüme haben wir auch bereits. Jetzt müssen wir – hüstel, oder eher meine Frau – die nur noch nähen. Es hat uns nämlich schon genervt, dass wir zu den Umzügen immer nur im normalen Straßen-Outfit da rumgestanden sind.

Squishy war nach anfänglichem Zögern von seinem Indianer- und Piraten-Kostüm dann doch sehr begeistert. Beim Rosenmontagsumzug hat er haufenweise Süßkram abgestaubt. Er hat fleißig die Bonbons vom Boden aufgelesen – seine Uroma war übrigens auch voller Elan mit dabei – und natürlich ist er auch noch so putzig, dass ihm die Leute auch noch Süßigkeiten direkt in die Hände gegeben haben. Jetzt haben wir hier eine bis zum Rand gefüllte Schüssel mit Lutschern, Bonbons, Popcorn und sowas allem hier rumstehen. Und an Ostern gibt’s schon wieder neues. Ich bezweifle stark, dass wir bis dahin das alles vertilgt haben.

Kindergarten ist wunderbar. Was es doch für einen Unterschied macht, wenn man da einen tollen Freund gefunden hat. Für uns Mamas (oder eher Cerah, denn sie bringt ihn morgens hin) ist es eine enorme Erleichterung, ihn nicht mehr täglich mehr oder weniger hinprügeln zu müssen. Hoffentlich bleibt das so.

Kinderbetreuung

Bekanntermaßen lässt mich meine Frau Anfang des Sommers für eine Weile mit Mr. Squishy alleine, wenn sie mit ihren Pfad.findern nach Canada geht. Was für mich bedeutet, dass ich mir überlegen muss, wie ich das denn so mache, mit Vollzeitjob und Squishy. Und natürlich ist auch der Rest der Welt daran interessiert wie ich das denn machen werde. Für mich ist das eigentlich absolut klar und überhaupt kein Grund mir großartig den Kopf zu zerbrechen: Ich nehme Urlaub. Hab ich mir schließlich auch ab und an mal verdient. Das Kind geht morgens in den Kindergarten, da kann ich machen, was ich will, mittags können wir entspannt spielen oder draußen rumgammeln oder sonst was. Hört sich für mich wirklich gut an.

Dann kam neulich mal die Bemerkung: Nimmst dir dafür aber keinen Urlaub oder? Da kann ja die Oma auf den Kleinen aufpassen. Und da fing ich dann doch an, mir Gedanken zu machen. Ja, das ist eine Möglichkeit. Die Oma würde sich darüber sicher auch sehr freuen, aber will ich das? Nicht wirklich. Das hat nichts mit der Oma zu tun oder dass ich denken würde, sie könnte oder wollte das nicht. Das hat schlicht und ergreifend damit zu tun, dass mir das zu anstrengend ist. Ich komme ja so morgens schon kaum zur Türe raus. Und dann noch mich und ihn zu organisieren und fertigzumachen ist mir einfach zu viel. Jede/r Alleinerziehende hat meinen absoluten vollen Respekt, denn das ist ein Knochenjob. Den ich mir allerdings nicht antuen werde, wenn ich das nicht unbedingt muss. Und ich muss definitiv nicht. Von dem mal abgesehen freut sich mein Kind auch, wenn es mal nicht nur am Wochenende Zeit mit mir verbringen kann. Und ich denke, auch ich habe ein Recht ab und an mal Zeit mit meinem Kind zu verbringen.

So ist die Kinderbetreuungsfrage während der Abwesenheit unserer Mommy also geklärt. Nicht dass es da viel zu klären gegeben hätte.