Bettgeflüster

Einmal im Jahr ist es kalt genug, um unsere dicke Canada-Bettwäsche aufzuziehen. Gerade jetzt ist das der Fall. Kuschelige Biber-Bettwäsche mit einer Seite Fleece. Die Bettwäsche ist teilweise selbst zusammengezimmert, weil die kanadischen Bettmaße nicht mit unseren übereinstimmern. Schade, aber kein Weltuntergang.

Bei dieser Gelegenheit fällt mir dann immer wieder auf, wie unterschiedlich wir unser Schlafzimmer nutzen im Gegensatz dazu wie ich das als Kind kennengelernt habe. Bei uns zuhause war und ist das Elternschlafzimmer eine Eisbox, die nur zum Schlafen und zum Umziehen benutzt wird. Die Türe ist immer zu, die Betten sind gemacht.

Dann im Gegensatz dazu unser Schlafzimmer: Türe immer offen, Betten nie gemacht, gerne befindet sich mal ein Kind, mal eine Mama darin. Es wird gespielt, rumgehangen, getobt, sich unterhalten, gelesen und Blödsinn gemacht. Im Grunde genommen ist unser Schlafzimmer eine Erweiterung des Wohnzimmers. Alleine schon der Versuch, die Betten zu machen scheitert daran, dass eine gewisse, knapp einen Meter große Person genau in diesem Moment unbedingt unter den Bettdecken Verstecken spielen muss. Von dem mal abgesehen hält das auch sonst nicht lange. Schlimm finde ich das nicht, das ist eben so, wenn ein Schlafzimmer nicht nur zum Schlafen benutzt wird.

Es war mir auch schon immer klar, dass das später, wenn ich mal groß bin – was also jetzt der Fall ist – nicht so sein wird wie bei meinen Eltern. Dazu habe ich einfach schon immer viel zu viel Zeit im Bett verbracht. Immerhin eignet es sich bestens, um darin Fernseh zu schauen, zu lesen, zu telefonieren, Hausaufgaben zu machen und einfach nur zum Entspannen. Quasi ein Sofa im Kinderzimmer. Und was man einmal anfängt, hört man selten wieder auf. Deshalb ist auch heute noch das Bett ein Zweit-Sofa.

Neues

Wenn man zu uns in die Wohnung kommt, riecht es neuerdings nach Kaffee. Eigentlich erstaunlich, da wir beiden keine Kaffeetrinker sind. Aber wir haben auf Weihnachten eine wunderbare Zaubermaschine bekommen, die sowohl Kaffeeköstlichkeiten als auch heiße Schokolade macht. Und seitdem wird bei uns munter alles ausprobiert, was das Regal im Supermarkt an Kaffee hergibt. Meine Favoriten bisher: die Milka-Heiße-Schokolade, Cappucchino und der Schokoladen-Kaffee. Alles sehr lecker und ich mutiere zum Kaffeetrinker. Ist aber auch nicht schlecht, wenn man morgens früh etwas hat, was einem die verschlafenen Äuglein öffnet. Und das schmeckt so lecker. Mmh, ich glaub ich geh mir mal nen Kaffee machen.

Erstaunlich und erschreckend ist, dass Mr. Squishy nach zwei Tagen bereits wußte, wie man die Maschine bedient, was man wann wo rein macht und nun voller Begeisterung Kaffee und heiße Schokolade für uns macht. Es ist so putzig, wenn er was vom Cappucchino erzählt, denn er jetzt für Mama macht. Kinderarbeit ist einfach was tolles.

Die andere Neuerung, die es bei uns gibt, ist die Fähigkeit Squishys auf seinem neuen (Weihnachten natürlich) Tret-Traktor zu fahren. Bisher hatte er das mit den Pedalen nämlich noch nicht so richtig gerafft, aber jetzt hat er den Dreh raus. Es war so schön kalt und gefroren, dass wir sogar die sonst eher schlammigen Feldwege entlang konnten. Nur das mit dem lenken müssen wir noch ein bisschen üben. Aber – oh mein Gott – ist das Kind vielleicht leicht zu frustrieren. Dann wird er so richtig wütend und hektisch. Aber zum Glück ist er auch stur. Aufgeben ist nicht drin. Da wird dann probiert und probiert – und wenn er könnte zwischendrin geflucht – und weitergemacht bis es mehr oder weniger gut funktioniert. Echt erstaunlich. Und als er dann genug hatte, wurde der Traktor am Bobby-Car Abschleppseil nachhause gezogen. Braves Kind, sag ich da nur.

Squishy und sein Traktor

Squishy und sein Traktor