Einmal im Jahr ist es kalt genug, um unsere dicke Canada-Bettwäsche aufzuziehen. Gerade jetzt ist das der Fall. Kuschelige Biber-Bettwäsche mit einer Seite Fleece. Die Bettwäsche ist teilweise selbst zusammengezimmert, weil die kanadischen Bettmaße nicht mit unseren übereinstimmern. Schade, aber kein Weltuntergang.
Bei dieser Gelegenheit fällt mir dann immer wieder auf, wie unterschiedlich wir unser Schlafzimmer nutzen im Gegensatz dazu wie ich das als Kind kennengelernt habe. Bei uns zuhause war und ist das Elternschlafzimmer eine Eisbox, die nur zum Schlafen und zum Umziehen benutzt wird. Die Türe ist immer zu, die Betten sind gemacht.
Dann im Gegensatz dazu unser Schlafzimmer: Türe immer offen, Betten nie gemacht, gerne befindet sich mal ein Kind, mal eine Mama darin. Es wird gespielt, rumgehangen, getobt, sich unterhalten, gelesen und Blödsinn gemacht. Im Grunde genommen ist unser Schlafzimmer eine Erweiterung des Wohnzimmers. Alleine schon der Versuch, die Betten zu machen scheitert daran, dass eine gewisse, knapp einen Meter große Person genau in diesem Moment unbedingt unter den Bettdecken Verstecken spielen muss. Von dem mal abgesehen hält das auch sonst nicht lange. Schlimm finde ich das nicht, das ist eben so, wenn ein Schlafzimmer nicht nur zum Schlafen benutzt wird.
Es war mir auch schon immer klar, dass das später, wenn ich mal groß bin – was also jetzt der Fall ist – nicht so sein wird wie bei meinen Eltern. Dazu habe ich einfach schon immer viel zu viel Zeit im Bett verbracht. Immerhin eignet es sich bestens, um darin Fernseh zu schauen, zu lesen, zu telefonieren, Hausaufgaben zu machen und einfach nur zum Entspannen. Quasi ein Sofa im Kinderzimmer. Und was man einmal anfängt, hört man selten wieder auf. Deshalb ist auch heute noch das Bett ein Zweit-Sofa.

Es kommt wohl immer darauf an, wie man selbst das Schlafzimmer betrachtet. Vor Kubas Geburt war das eigentlich unser Quasiwohnzimmer. Im Wohnzimmer haben wir uns so gut wie nie aufgehalten und nun sammelt sich auch da das Spielzeug, obwohl das Wohnzimmer intensiv genutzt wird. Irgendwie liegt das auch nahe, ist es doch der größte Wohnraum in der kleinen Wohnung.
Man soll auch gar nicht die Betten machen, weil man dann den Nachtschweiß konserviert…
Ha, hab ich doch schon immer gewußt, dass es einen tieferen Grund als nur Faulheit dafür gibt, dass ich keine Betten mache.
Lustig wie sich mir gerade die Haare sträuben bei dem Gedanken das unser Schlafzimmer ständig “begehbar” sein könnte. Es ist überhaupt nicht verboten im Bett zu toben oder so, aber eben nur wenn ich das ausdrücklich erlaube. Schlafzimmer = mein absoluter Rückzugsort. Schon interessant wie unterschiedlich man DInge handhabt.
Naja, zu dicke Bettwäsche mag ich eigentlich nicht…Egal wie kalt es ist, ich kann einfach nicht gut schlaffen, wenn es zu warm ist. Komisch, aber so ist es bei uns:)
Wir handhaben es eher so, dass UNSER Schlafzimmer auch UNSER Zimmer bleibt. Für die Familie sind unsere riesige Wohnküche, das Wohn-, Ess- und Fernsehzimmer, die Bäder, die Flure, aber nicht unser Schlafzimmer. ;o) Gespielt wird in den Kinderzimmern und nur wenn Besuch da ist, wird auch im Wohnzimmer gespielt. Uns ist die Trennung wichtig. Dennoch denke ich nicht, dass unsere Mädelz deswegen unser Schlafzimmer als kalt empfinden, natürlich dürfen sie es auch gerne betreten, aber irgendwie merken sie schon die “heilige Aura ihrer Mamas” darin, denke ich. ;o)