Einmal im Jahr ist es kalt genug, um unsere dicke Canada-Bettwäsche aufzuziehen. Gerade jetzt ist das der Fall. Kuschelige Biber-Bettwäsche mit einer Seite Fleece. Die Bettwäsche ist teilweise selbst zusammengezimmert, weil die kanadischen Bettmaße nicht mit unseren übereinstimmern. Schade, aber kein Weltuntergang.
Bei dieser Gelegenheit fällt mir dann immer wieder auf, wie unterschiedlich wir unser Schlafzimmer nutzen im Gegensatz dazu wie ich das als Kind kennengelernt habe. Bei uns zuhause war und ist das Elternschlafzimmer eine Eisbox, die nur zum Schlafen und zum Umziehen benutzt wird. Die Türe ist immer zu, die Betten sind gemacht.
Dann im Gegensatz dazu unser Schlafzimmer: Türe immer offen, Betten nie gemacht, gerne befindet sich mal ein Kind, mal eine Mama darin. Es wird gespielt, rumgehangen, getobt, sich unterhalten, gelesen und Blödsinn gemacht. Im Grunde genommen ist unser Schlafzimmer eine Erweiterung des Wohnzimmers. Alleine schon der Versuch, die Betten zu machen scheitert daran, dass eine gewisse, knapp einen Meter große Person genau in diesem Moment unbedingt unter den Bettdecken Verstecken spielen muss. Von dem mal abgesehen hält das auch sonst nicht lange. Schlimm finde ich das nicht, das ist eben so, wenn ein Schlafzimmer nicht nur zum Schlafen benutzt wird.
Es war mir auch schon immer klar, dass das später, wenn ich mal groß bin – was also jetzt der Fall ist – nicht so sein wird wie bei meinen Eltern. Dazu habe ich einfach schon immer viel zu viel Zeit im Bett verbracht. Immerhin eignet es sich bestens, um darin Fernseh zu schauen, zu lesen, zu telefonieren, Hausaufgaben zu machen und einfach nur zum Entspannen. Quasi ein Sofa im Kinderzimmer. Und was man einmal anfängt, hört man selten wieder auf. Deshalb ist auch heute noch das Bett ein Zweit-Sofa.
