Für heute steht im Kalender Mariä Empfängnis. Das irritiert mich schon seit einer Weile jedes Mal wenn ich es sehe. Wie bitte kann den die Maria am heutigen Tage jungfräulich ein Kind empfangen haben, was dann am 24. Dezember auf die Welt kommt. Und gleich noch so ein paar Sterenbilder am Himmel dazu bekommen? Das nenne ich mal Hochgeschwindigkeits-Schwangerschaft. Aber andererseits – mit so einem hochpotenten Spender wie dem lieben Gott, dürfte das auch nicht mehr wirklich erstaunlich sein. Wenn schon jungfräulich und Wunder und sowas alles, dann richtig. Dachte ich mir auf jeden Fall.
Bis ich das heute in meiner jugendlichen Neugier mal gegoogelt habe. Und siehe da, nicht Maria wurde heute geschwängert sondern ihre Mutter. Aha. Deshalb heißt die Veranstaltung auch Mariä Empfängnis und nicht Jesu Empfängnis. Und das besondere daran? Um es mal elegant auszudrücken: Nach der Lehre von der Unbefleckten Empfängnis wurde die Gottesmutter Maria von jedem Makel der Erbsünde unversehrt von ihrer Mutter Anna empfangen und geboren. Nochmal aha. Da ist wieder diese leidige Erbsünde. Das war schon immer eines der Themen der katholischen Kirche, die ich nicht verstehen kann. Wieso bitte werden wir alle mit einer Erbsünde geboren? Sind nicht alle Babies unschuldig? Aber vermutlich ist da schon der Weg zu ewigen Verdammnis vorgezeichnet. So stelle ich mir auf jeden Fall die Erbsünde vor. Bedeutet im Grunde genommen, dass man nie wirklich eine Wahl hat. Was dann wiederum bedeutet, dass ich mich gar nicht erst anstrengen muss – lohnt sich ja eh nicht. Etwas antiquiert das ganze. Aber so ist sie halt, die katholische Kirche.