Dieses Jahr gibt es bei uns Piraten-Jack O’ Lantern. Es war etwas … hm, sagen wir mal herausfordernd, den Kürbis zu schnitzen mit kleinen …ähm helfenden Patschehändchen, die den Kürbis liebhaben mussten. Skalpell und Mr. Squishy sind keine so gute Kombination. Vor allem wenn die sich auf der Innenseite genau da befinden, wo auf der anderen Seite gerade das unglaublich scharfe Messer angesetzt und durchgestochen wird. Adrenalin lässt grüßen. Dafür wird das Endergebnis nun aber heiß geliebt. Und jeden Abend wird eine neue Kerze angezündet, im Piratenkürbis, der nun vor der Haustüre steht und uns und die Nachbarn erfreut.
Monthly Archives: October 2009
Puuufff und Pflopp
Das sind die Geräusche die heute zu hören waren. Das erste ist eine Explosion, vor stolzem Mutterglück und das zweite ein Stein, der mir vom Herzen fiel. Die U7a heute lief fabulös. So richtig ernsthaft total klasse. Mr. Squishy war wie ausgewechselt. Keine Spur mehr vom schüchternen, unkooperativen Sturkopf, der hier sonst so rumläuft. Ein Musterknabe, der seinesgleichen sucht. Und dieses Mal wurde sogar so richtig viel abgefragt. Im Gegensatz zur U7.
Mr. Squishy musste Augen, Nase und Mund finden, Perlen auf eine Schnur auffädeln, aus Bauklötzen Türme bauen, mit einem Bleistift einen geraden Strich und einen Kreis malen. Er wurde gewogen und gemessen. Die merkwürdige Karte vom letzten Mal kam wieder zum Einsatz und es wurde ein Sehtest gemacht. Vier Karten mit einem Kreis, einem Haus, einem Quadrat und einem Apfel/Herz wurden ihm gezeigt, er musste sie benennen und dann hat sie ihm die ganzen Motive noch mal in kleiner gezeigt, ich durfte ihm ein Auge zuhalten und er musste das Motiv wieder benennen. Und er hat weder gezickt noch gemuckt noch sich geweigert etwas zu sagen. Für mein Verständnis ging das schon ziemlich lang, aber unser neu gefundener Musterknabe hat alles ganz geduldig beantwortet. Ich war völlig baff. Dann kam der Arzt – die ganzen Späße vorher hat die Arzthelferin medizinische Fachangestellte mit ihm gemacht. Der hat ihn abgehört, in Augen, Ohren und Mund geschaut und alles war gut. Das Mundaufmachen haben wir vorher zuhause geübt, denn so ohne weiteres macht er das eigentlich auch nicht. Alles ist in bester Ordnung, Kind ist tiptop in Ordnung und hat den TÜV bestanden. Das Attest für den Kindergarten – ja, sowas braucht man scheinbar auch – hat er auch ausgefüllt und wir sind mit diesem Mann einfach wesentlich glücklicher als mit dem Vertretungsarzt, bei dem wir bei der letzten Erkältung waren. Und um das Maas voll zu machen, fing das Kind nach der Verabschiedung durch den Arzt freiwillig und ohne jegliche Aufforderung an, die Bauklötze aufzuräumen. Holla die Waldfee, sag ich da nur. So lob ich mir das.
Da haben sich zum Glück meine gar furchtbaren Befürchtungen nicht bestätigt. So kann das von mir aus bleiben. Und die U8 machen wir dann zur Abwechslung auf Deutsch.
Kinder-Inspektion
Morgen steht bei uns mal wieder eine U-Untersuchung an. Die U7a, um die Kindergartentauglichkeit festzustellen. Oder eher um auszuschließen, dass das besagte Kind entwicklungsverzögert oder ähnliches ist. Und um ganz ehrlich zu sein, graut es mir davor. Unser Kind steckt seit etwa ein, zwei Wochen in einer sehr merkwürdigen neuen Phase. Eigentlich sollte das Fremdeln irgendwann vor dem ersten Geburtstag anfangen und auch wieder aufhören. Das hatten wir auch schon. Aber neuerdings ist Mr. Squishy so dermaßen schüchtern, dass er sogar bei Oma und Opa eine Weile braucht bis er auftaut und sich ansprechen lässt. Vorher versteckt er nur sein Gesicht und klammert sich an Mama oder Mommy. Und als wir gestern Mommy auf ihrer Pfad.finder.freizeit in Frankreich besucht haben, da hat er das sogar kurzzeitig mit ihr gemacht. Kann mir mal irgend jemand verraten, was das nun bitte wieder soll? Und aus eben diesem Grund graut es mir vor morgen. So unkooperativ wie er im Moment ist, könnte ich ihn eigentlich gleich zuhause lassen und die Fragen des Arztes ohne ihn beantworten. Einmal tief durchatmen. Ich weiß, dass diese Einstellung nicht weiterhilft, weil ich somit schon meine Erwartungen auf ihn projiziere, aber im Moment sehe ich da keinen Weg raus. Oh Mann, als alleinerziehende Mutter bin ich echt nicht zu gebrauchen. Ich weiß schon, wieso ich mich dafür entschieden habe, Vollzeit arbeiten zu gehen. So sehr ich Mr. Squishy auch liebe, den ganzen Tag mit ihm zuhause sein könnte ich nicht. Früher hatte ich mal unendlich viel Geduld für alles, aber die ist mir schon längst abhanden gekommen. Mir ist überhaupt seit Anfang des Sommers sehr viel abhanden gekommen und irgendwie finde ich einfach keinen Weg raus, sondern hänge hier rum wie so ein Schluck Wasser in der Kurve, bin unleidlich, zickig und giftig und weiß beim besten Willen nicht wieso. Ich bemühe mich immer wieder da rauszukommen, aber irgendwie will mir das nicht gelingen. Ob das immer noch die selbe dämliche Midlife Crisis ist, die mich dazu gebracht hat, mein Gesicht im Fernsehen zu zeigen? Ich weiß es nicht. Aber so langsam gehe ich mir selbst auf die Nerven und jedes Mal, wenn ich anfange auch nur irgendwas zu schreiben, fange ich wieder an rumzujammern. So macht auch das Blogschreiben keinen Spaß mehr. Morgen ist ein neuer Tag und ich hoffe, diese U7a wird nicht die totale Katastrophe.
