Und?

Wie waren sie meine 5 Minuten Berühmtheit? Ich fand’s okay. Recht neutral bis positiv. Die Diskussion hinterher ging etwas über zwei Stunden und war sehr emotional. Bisher muss ich sagen – die Sendung läuft ja gerade noch – haben sie das ziemlich gut zusammengeschnitten. Bei mir fehlte, glaube ich, nur ein Statement und bisher habe ich auch den Eindruck, dass die Diskussion recht ausgeglichen rüberkommt. Zeitweise sind sich die Damen und Herren da nämlich schon etwas ins Wort gefallen.

Im Grunde genommen kann ich jede Position verstehen, die in dieser Runde von den verschiedenen Personen vertreten wird. Und das ist vermutlich auch der Grund wieso ich für so eine Diskussionsrunde nicht geeignet wäre. Ich kann mich in jeden hineinversetzen und verurteilen kann ich niemanden. Ein Kinderwunsch ist etwas sehr persönliches. Etwas womit jeder anders umgeht. Bei uns hat es relativ schnell geklappt. Ohne Ärzte. Das einzige, was uns fehlte war ein einziges Spermium. Was allerdings passiert wäre, wenn es so nicht funktioniert hätte, kann ich nicht beantworten. Hätten wir Hormone genommen? Künstliche Befruchtung im Ausland? Eizellen- und Samenspende? Hätten wir ein schwerstbehindertes Kind abgetrieben? Ich weiß es nicht. Wir waren nie an diesem Punkt, die Frage hat sich nie gestellt. Ich kann nicht sagen, wie weit wir/ich gegangen wären. Ich kann verstehen, wenn man wirklich alle Möglichkeiten ausschöpft. In diesem Leben kann man sich jeden Wunsch erfüllen – auf irgendeneine Weise. Aber alles hat einen Preis. Alles. Die Frage ist nur, ob ich bereit bin den zu zahlen – wie immer er auch aussieht und wie hoch er auch sein mag. Und damit meine ich nicht den finanziellen Aspekt.

Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wir wollten immer einen Spender, den wir kennen, den unser Kind kennt. Wir wollen unserem Kind nicht verheimlichen wo es herkommt. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. Das Wissen um die Herkunft ist wichtig. Es geht dabei nicht wirklich um die Person, die der biologische Elternteil ist. Ich glaube nicht, dass wenn ich meinem bisher unbekannten Vater begegne, dass ich auf einmal fühle: Oh, ein wundervolles Wärmegefühl überkommt mich. Das da muss mein biologischer Vater sein. Das ist Quatsch. Aber man muss wenigstens wissen, wer das ist. Wenigstens einmal von Angesicht zu Angesicht. Nur um sagen zu können: Aha, das ist er also und gut ist. – Meine Meinung. – Wir wollten keine Ärzte involvieren. Auf jeden Fall nicht so lange es sich vermeiden lässt. Ich glaube daran, dass manche Dinge einfach nicht sein sollen. Ich glaube aber auch, dass jeder das Recht hat, das anders zu sehen und gegen sein Schicksal anzukämpfen. Und wie er das macht, ist jedem selbst überlassen. So lange er daran glaubt und dann auch dahinter steht. Egal, was passiert. Egal, ob man die getroffene Entscheidung später irgendwann mal bereut. Deshalb nennt sich diese Veranstaltung hier Leben. You live, you learn.

EDIT:

Für die, die es verpasst haben.

Hier der Link zum Video.

Mysterien der Welt

Irgendwann habe ich schon mal festgestellt, dass die Wachstumsgeschwindgkeit von Beinhaar exponentiell größer ist als die Wachstumsgeschwindigkeit vom Haupthaar.

Und heute früh fiel mir dann eine weitere Eigenart der Wachstumseigenschaften von Beinhaar auf, als ich eben dieses entfernte, denn das ist auch noch abhängig von Sonneneinstrahlung und Temperatur. Will heißen, wenn es sehr warm und sonnig ist und man gerne in kurzen Hosen bzw. Röcken flanieren würde, dann wächst das Beinhaar minimum 0,5 cm pro Tag. Ist es aber trübe und kalt, sprich lange Hosen und kein Mensch sieht die nackten Beine, dann wächst das Beinhaar maximal 0,005 mm pro Tag und ist somit wesentlich pflegeleichter, nur kann das dann keiner bewundern, weil die Beine nämlich versteckt sind. Ein sehr merkwürdiges Naturphänomen und ich hätte für die Entdeckung desselben gerne einen Nobelpreis. Bitte und danke.

So und ich gehe dann heute Abend mal im Dirndl mein nicht mehr vorhandenes Beinhaar präsentieren. Zwar sieht man nur ein minikleines bisschen meiner Waden, dafür aber so ziemlich alles von meinem Holz vor der Hütt’n. Aber das sei wohl der Sinn eines Dirndls wurde mir gesagt. Anlass dafür ist übrigens der 40ste Geburtstag meiner großen Schwester Tante, die sich nun offiziell als alte Kuh fühlt und somit ihren Geburtstag im Kuhstall in ländlicher Traditionskleidung feiert. Ich habe auch in stundenlanger Handarbeit – und das ist durchaus ernst gemeint – ein wunderbar makaberes Geburtstagsgeschenk gebastelt. Das stelle ich dann nach Übergabe hier zur Schau, nur um mal zu demonstrieren, dass ich eine ganz, ganz gemeine Person bin. Oder so ähnlich.

Und ich geh dann mal jodeln üben. Hollara-dihi und alles Gute zum Geburtstag!