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Bloggerkind oder zukünftiger Superstar, der schon mal übt, sich vor den Paparazzi zu verstecken

Bloggerkind oder zukünftiger Superstar, der schon mal übt, sich vor den Paparazzi zu verstecken

Sonntag. Und irgendwie war der Wurm drin. Der Tag fing schon viel zu früh um 6:30 Uhr an. Absolut unchristliche Zeit. Danach Besuch bei meinen Eltern und danach Hunger. Das war dann schon um 12 oder so. Und weil ich gestern Spare Ribs gekauft habe und Grillen überhaupt ganz toll ist, haben wir spontan Sack und Pack und Kind und Hund eingepackt und sind in die Reben zum gemütlichen Grillen gefahren. Schade nur, dass das Kind sackemüde war, schließlich hat es uns schon um 6:30 Uhr aus dem Bett gezogen. Die Spare Ribs waren klasse, die Würstchen auch, aber da das Kind nur noch durch die Gegend getorkelt ist, sind wir relativ bald wieder  zurück nach Hause und haben ihn ins Bett gesteckt. Dumm nur, dass die beiden Mamas auch irgendwie mehr tot als lebendig waren. Auch der Versuch sich durch Nintendo spielen und lesen wach zu halten, scheiterte ziemlich bald und irgendwann lagen wir zu dritt (zwei Mamas, ein Hund) auf dem Sofa und haben synchron geschnarcht. Wie ich sitzend mit angezogenen Beinen einschlafen konnte, ist mir zwar immer noch ein Rätsel, aber ich war scheinbar echt müde. Noch merkwürdiger, dass Cerah tatsächlich geschlafen hat, denn die schläft normalerweise nur im Dunkeln im eigenen Bett. Das nächste woran ich mich erinnere, ist ein: Ach shit, es ist Viertel vor fünf und wir waren alle noch im Tiefschlaf. Kein Mucks aus dem Kinderzimmer. Obwohl er schon seit zweieinhalb Stunden da drinne war. Irgendwann um kurz nach fünf befanden wir uns dann alle wieder hallbwegs unter den Lebenden, aber der Rhythmus war irgendwie hin. Nun gut. Eine halbe Stunde Baggersee war auf Wunsch des Kindes auch noch drin. Wir wären auch noch länger geblieben, aber da er es so gewöhnt ist, dass er mit Mama nach der Arbeit einmal ins Wasser und dann wieder heimgeht, muss es halt immer so sein. Auch wenn wir noch länger bleiben könnten. Zuhause wurde dann Hunger angemeldet und nach Spaghetti mit Tomatensoße ist er dann um halb acht in sein Bett gegangen und wollte schlafen. Ich konnte es gar nicht glauben, dass er tatsächlich schon wieder schlafen wollte, aber er meinte es tatsächlich ernst, ließ sich anstandslos die Zähne putzen und ging ins Bett. Da hatte wohl jemand ein bisschen Nachholbedarf. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, hätte ich auch um acht schon wieder ins Bett können. Da hatten wir wohl alle ein bisschen was nachzuholen.

Erleuchtung und ein bisschen Englisch mit Belle – Teil 9

Heute früh stand eine – wie man das im Reinigungspersonalfachjargon nennt – Grundreinigung unserer Wohnung an. Der Boden glich eher einem Sandkasten und an der Decke hatte sich eine ganze Spinnensippschaft versammelt. Prinzipiell entferne ich die ja nur ungerne, aber das war sogar für meine Verhältnisse etwas zu viel des Guten. Während ich da also stundenlang vor mich hinsauge – der Prozess wird noch dadurch verlängert, dass die verschiedenen Bürsten und Staubsaugerrohre immer verschwinden, wenn ich mich rumdrehe und dann erst wieder aus Kinderhänden entfernt werden müssen – denke ich natürlich auch so munter vor mich hin und summe das ein oder andere Liedchen. Manchmal kommen da ganz merkwürdige Dinge zum Vorschein wie zum Beispiel heute das wunderbare Lied “Vaya con dios” von Andrea Jürgens. Keine Ahnung aus welcher Hirnwindung das wieder hervor gekrochen kam oder was es da überhaupt zu suchen hatte. Nun gut, ich trällere also so vor mich hin – den Text kann ich selbstverständlich auch noch – vaya con dios, heißt Abschied zu nehmen, von deiner Liebe und von meinem Glück… Und auf einmal habe ich eine Erleuchtung. Irgendwie war ich immer der Ansicht, dass vaya con dios wohl tschüß bedeuten muss, denn sie singt ja was von Abschied. Und heute nach gefühlten 200 Jahren Spanisch-Abstinenz fällt mir dann mit einem Mal auf, dass vaya con dios wohl Geh mit Gott bedeuten muss. Ein weiterer großer Aha-Moment in meinem Leben. Und das einfach so, beim hirnlosen Staubsaugen.

Ähnlich ging es mir mal mit Take a bow von Madonna. Die Wörter im Titel kannte ich alle und habe das immer mit “Nimm einen Bogen” übersetzt. Einen Sinn habe ich zwar darin nicht wirklich sehen können, aber wer versteht schon immer, was die Amis einem mit solch tiefsinnigen Botschaften mitteilen wollen. Und eines Tages fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die redet überhaupt nicht von einem Bogen, die redet von einer Verbeugung. So nach dem Motto: Der Vorhang fällt und ich mache eine Verbeugung. Denn genau das bedeutet to take a bow, nämlich eine Verbeugung machen. Und um es noch ein bisschen fieser zu machen, ist bow nicht nur der Bogen und eine Verbeugung sondern auch noch eine Schleife. Und da erzähl mir einer, Englisch wäre einfach.

Straße nicht Mama

Wenn das Kind nicht von alleine auf dumme Gedanken kommt, dann gibt es sicher immer einen, der da etwas nachhilft.

Gestern Abend saßen wir noch draußen und haben mit unserer 1-Euro-Straßenmalkreide den Carport bzw. dessen Boden verschönert. Wie immer gibt es jede Menge Schnecken und Quadrate zu bewundern. Das ist irgendwie das Einzige, was Mama vernünftig hinbekommt. Mommy ist da schon etwas künstlerischer und versuchte den Sohn dazu zu animieren, Mia auf der Straße zu verewigen. Can you draw Mia, Squishy? Der war auch gleich ganz begeistert und wollte anfangen Mia anzumalen. Da hat er wohl was falsch verstanden. Und was macht die Mommy? Schnappt sich eine Kreide und fängt an Mama auf meinen Rücken zu schreiben. Klar, dass das bei Sohnemann auf totale Begeisterung stößt. Wäre schließlich auch kein Kind, wenn ihm sowas nicht gefallen würde. Die beiden As von Mama hat er auch gleich als As identifiziert. Und den Rest des Abends wurden mein Rücken, meine Arme und irgendwann auch mein Bauch mit Kreidestrichen verziert. Zum Glück haben wir eine Waschmaschine, die gerne und häufig wäscht.