Kinder versenken

Weil gestern so ein schöner Spätsommertag war und Kind und Hund dringend Auslauf brauchten, beschlossen wir zur Abwechslung mal nicht in den Reben sondern am Altrhein spazierenzugehen. Immer nur zwischen Weintrauben und Äpfeln rumzuturnen ist schließlich auch langweilig.
Cerah war ganz begeistert ob der idyllischen und irgendwie kanadischen Aussicht, die wir vom Naturlehrpfad aus bewundern konnten. Zu dumm nur, dass wir unsere Buschmachete nicht dabei hätten, die hätten wir nämlich durchaus brauchen können. Im Gegensatz zu den 80ern oder wann immer dieser Pfad angelegt wurde, ist das heutzutage wohl gerade nicht modern und so waren wir bis auf einen einzigen Hundebesitzer ganz alleine im Wald unterwegs. Kind und Hund fanden das klasse, Cerahs Pfadfinderseele war glücklich und ich konnte auch ganz viele Bilder machen und war zufrieden.
Irgendwann kamen wir dann zu etwas, was aussah wie eine Bootsanlegestelle, mit Strand und flachem Wasser. Mr. Squishy wollte natürlich unbedingt ins Wasser und es kostet etwas Überzeugungskraft, ihm klarzumachen, dass das Wasser nur für Hunde und nicht für Kinder und Mamas geeignet ist. Alles war schön, alles war idyllisch. Bis das Kindelein zu nahe ans Wasser geht, auf dem Matsch ausrutscht und langsam und kommentarlos ins 30 Zentimeter tiefe Wasser gleitet. Ich sehe das alles in Zeitlupe direkt vor mir, greife mir seinen Arm, den er in die Höhe streckt und erwische ihn bevor sein Kopf untertaucht. Die ganze Zeit über – müssen etwa 0,5 Sekunden gewesen sein – schaut er mich nur an und macht sonst gar nichts.
Ausgesehen hat er hinterher dann so. Fand das aber nicht weiter schlimm, sondern wäre vermutlich gerne noch länger im Wasser geblieben. Von dem mal abgesehen hielt er seinen wahnsinnig tollen Stock immer noch in der Hand. Kann also so schlimm nicht gewesen sein.

Im Auto wurde er dann komplett ausgezogen und in die Hundedecke eingewickelt, die wir zum Glück immer dabei haben. Squishyfand das alles nach wie vor sehr spannend und auch zuhause mit neuen Klamotten an, wickelte er sich auch weiterhin in die Hundedecke ein.

Cerah fand unsere Darbietung sehr erheiternd und hat sich schier den Ast gelacht, da Mr.  Squishys Bade- und meine Rettungsaktion wohl sehr erheiternd aussahen. Passieren hätte ihm in dem Wasser eigentlich auch nicht viel können, dazu war es viel zu seicht und träge fließend.

Aber so wie es aussieht können wir nicht mal an einem Sonntag wie normale Leute ganz langweilig Spazierengehen. Nein, wir müssen nebenher noch das Kind mal schnell im Altrhein versenken. Wäre sonst ja auch irgendwie unspektakulär.

7 thoughts on “Kinder versenken

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