Anders

Für etwas anderes war das Nachtcafé auch gut. Oder schlecht. Je nachdem wie man das sieht.

Mir fällt normalerweise nur sehr selten auf, dass ich irgendwie anders bin. Jeder, mit dem ich es im täglichen Leben zu tun habe, weiß, dass ich mit einer Frau verheiratet bin und dass wir einen kleinen Sohn haben. Da ich nicht mit so wahnsinnig vielen Leuten zu tun habe, gibt es eigentlich auch niemanden, der das nicht weiß. Für alle bin ich trotzdem die, die ich halt bin und nicht die Lesbe mit dem Kind vom Samenspender. Bis jetzt war ich das eigentlich noch nie.

Wenn man dann allerdings als eben das in eine Talkshow geht, wird man dazu. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich nur über mein Lesbischsein definiert. Das ist ein sehr komisches Gefühl, da ich mich darüber so überhaupt nicht definiere. Das ist nur ein ganz kleiner Teil von mir und der wird normalerweise völlig vernachlässigt. Dann auf einmal einen ganzen Abend lang eben nur das zu sein ist irritierend. Und für mich eine neue Erfahrung. Merkwürdiges Gefühl. Nicht schlecht, nicht gut. Eben anders.

Und irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen. Sollte ich mich nicht auch im täglichen Leben mehr über mein Lesbischsein definieren. Verdränge ich das? Ich weiß es nicht.

Bisher hatte ich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlen würde, nur weil ich nicht mit Regenbogenfahne durch die Gegend renne und meine Regenbogenkleider und meinen Regenbogenschmuck präsentiere. Und eigentlich finde ich das auch doof und unnötig, denn so bin ich einfach nicht. Mir ist noch nie eine Heterofrau begegnet, die ein T-Shirt anhat auf dem sie stolz ihre Lieblingsstellung beim Sex herzeigt. Wenn sie nun allerdings bei einer Talkshow den Standpunkt vertreten würde, nur die Missionarsstellung ist das einzig wahre und alles andere zählt nicht, dann würde sie sich vermutlich fühlen wie ich. Okay, schlechter Vergleich. Aber die Dame würde sich vermutlich im richtigen Leben auch nicht als Missionarsstellungsvertreterin fühlen und das allen auf die Nase binden.
Aber vielleicht war das für mich zur Abwechslung mal eine hilfreiche Erfahrung, die mich daran erinnert, dass wir eben nicht normal sind. Auch wenn wir das gerne glauben möchten.

Weil ich es nicht lassen kann

Wie vorhergesagt hat es eine Ewigkeit gedauert bis ich am Freitag durch meinen Feedreader war. Ich war gerade mal etwas über 24 Stunden weg und hatte 180 ungelesene Posts in meinem feedreader. Ziemlich viel Schrott, aber auch das dabei wonach ich gesucht hatte. Seufz. Quietsch. Kicher.

Also zuerst: zwei neue Ausschnitte von New Moon, (der zweite ist hier viel besser zu sehen) die bei Comic Con präsentiert wurden. Qualität ist mittelprächtig, schließlich war filmen verboten. Sehr schön, dass es doch jemand gemacht hat. Das Gekreische und die Kommentare sind das beste. Und ich kann’s kaum noch erwarten den Film endlich zu sehen.

Und dann: Die Interviews, die die Besetzung von New Moon während Comic Con gegeben hat. Logischerweise alles auf Englisch und in sieben Teile unterteilt. Sehenswert ist der Anfang des ersten Teils, als die Schauspieler auf das Podium kommen. Das Gekreische ist unglaublich und bringt die Stimmung rüber. Wow, muss das ein Zirkus gewesen sein.

Ich sollte vermutlich einen Twilight-Blog aufmachen, damit ich meine Obsession etwas ausleben kann und nicht immer hier alles zumüllen muss. Dann müsste ich hier nicht diese unglaublich wichtigen Informationen verbreiten. Aber das wäre dann ja langweilig. Und überhaupt bin ich gerne obsessiv. Da fühlt man sich gleich wieder wie ein Teenie. Deshalb: Sorry, ich kann’s nicht ändern. Es wird hier nun eben öfter mal Twilight geben.

Wenn der Tag schon so anfängt

dann mag ich bitte wieder in mein Bett.

Wieso rennt dieser doofe Hund eigentlich immer nur bei mir weg? Mag der mich nicht, oder was? Und wieso ist das Mais so doof hoch, dass man nirgendwo irgendwas sehen kann. Und wieso ist das Gras so dermaßen nass, dass sowohl Schuhe als auch Socken als auch Hosen bis zum Knie klatschnass sind? Und wieso ist der Hund schlau genug, in Richtung Heimat zu rennen oder zu doof, um zu merken, dass wir noch genau da stehen, wo er uns zuletzt gesehen hat? Aaah. Ich fühle mich als totale Hundemutterversagerin. Immer passiert mir das. Und dann wundert sich meine Frau, wieso ich das Tier nicht von der Leine lasse.

Zum Glück gibt es nette Menschen, die dann den Hund einsammeln und sich in die Richtung bewegen, in der wir immer zu finden sind und uns tatsächlich auch finden. Und weil die so nett sind, fühle ich mich noch mehr als Hundemutterversager. Ganz toll. Ich gehe jetzt wieder ins Bett, vor mich hinbrüten. Ist doch alles doof.

*Edit:

Das Erlebnis, wie Squishy es Mommy schildert: Mia run away. No come back. Mama cry. Naja, geweint habe ich nicht. Nur fast. Aus Wut und Frustration. Aber ein guter Beobachter ist er schon. Das muss ich ihm lassen.