Traum

Es gibt Tage da scheint mir alles irreal. Da kommt es mir dann vor als ob ich Mutter-Vater-Kind spielen würde. Ich habe da meine Wohnung, in der ich Haus spiele, meine Frau, die mit mir Mama spielt und Squishy, der sich als Kind zur Verfügung gestellt hat.

Wann ist das alles eigentlich Realität geworden? Das kam alles so schleichend und nebenbei, dass mir nie wirklich aufgefallen ist, dass das tatsächlich mein Leben ist.

Wenn ich mir das genau überlege, ist das ziemlich viel Veranwortung, die ich da trage. Es liegt in meiner Verantwortung dafür zu sorgen, dass ein Erwachsener, ein Kind, zwei Katzen und ein Hund zu essen und ein Dach über dem Kopf haben. Wahnsinn. So habe ich das noch nie betrachtet. Und ich finde das nicht mal beängstigend sondern erfüllend. Und um ganz ehrlich zu sein, lastet das nicht alles nur alleine auf meinen Schultern. Ich habe eine wundervolle Frau und eine sehr unterstützende Familie, die mindestens ebenso viel nur auf anderen Gebieten tragen.

Das Gefühl der Irrealität kommt vermutlich daher, dass im Moment zur Abwechslung mal alles glatt läuft. So glatt, dass ich mich innerlich schon auf die nächste Katastrophe vorbereite, was immer das diesmal auch sein mag. Aber auch das gehört vermutlich dazu, denn das Leben ist kein Ponyhof, wie meine Frau immer so schön zu sagen pflegt.

Hot Rotation

Was bei Squishy momentan angesagt ist:

TV, was bei uns nach wie vor DVD bedeutet, denn im echten Fernsehen kommen zwischendurch zu viele Sachen, die sich unserem Einfluss entziehen (Produktwerbung, Werbung für Serien, die noch nichts für ihn sind, etc.): Madagascar

(Davor war es Cars, davor Horton hört ein Hu was bis zum Erbrechen angeschaut wurde. Zweihundert Millionen Mal mindestens. Das dauert dann ungefähr zwei, drei, vier Wochen in der Endlosschleife und danach wird die DVD ignoriert. Nicht mal mehr mit dem Hintern angeschaut, um das mal so auszudrücken.)

Musik, gerne abends vor dem ins Bettgehen. Da wird dann rumgerannt, rumgehüpft, gesungen und sich im Kreis gedreht. Alles natürlich nur wenn die Mamas auch mitmachen. Mommy muss dann immer einen neuen Song besorgen, wenn der alte rum ist und youtube ist unsere Quelle.

Absoluter  Favorit: Halo von Beyonce. Wie er da wohl drauf kommt? Das bekommt er ja auch nur seit Monaten immer und immer wieder vorgespielt, weil die Mama das so gerne mag.

Wenn er den Anfang dieses Liedes hört dann wird alles stehen und liegen gelassen, zum Sofa gerannt und wie verrückt darauf rumgehüpft. Zum Glück ist das bei unserem Sofa egal, da kann eh nichts mehr kaputt gehen.

Dann gibt es da noch Pokerface von Lady GaGa (mit Ma Baker von Boney M. im Hintergrund, was dem lieben Frank Farian mal wieder eine goldene Nase bescheren dürfte), Sexy Back von Justin Timberlake und diverse andere.

Essen – da muss ich zu unserer Schande gestehen, dass das eigentlich fast nur ungesundes ist, was er am liebsten mag: Eiscreme (aber nur mit dem Löffel aus einem Schälchen, am Stil mag er das nicht), Spaghetti mit Tomatensoße, Chips mit Kräuterquarkdip, Gummibärchen, Feta, Bifi, Erdbeeren und Kirschen. Merkwürdige Mischung, wenn ich mir das so anschaue.

Aktivitäten – draußen im Gras ohne Socken mit seinen Traktoren, Autos und Baggern spielen oder im Dreck buddeln, alles was Wasser involviert (Blumen gießen, Baden sowohl drinnen als auch draußen), TV natürlich, mit dem Mia-Hund spazieren gehen und im Vorbeigehen Kirschen von anderer Leute Bäume verspeisen, Oma und Opa besuchen, Mia durch die Gegend jagen, klettern, hüpfen, rennen.

Meistbenutzte Wörter – Ja, okay; No; Mama & Mommy (in jeglicher Tonlage und Betonung); Say Nein Mia (kommt daher, dass wir immer zu ihm sagen: If you want Mia to stop, you need to say Nein Mia. Was dann bei ihm zu: Say Nein Mia wurde.); vroom vroom (ist die englische Version von brumm brumm, also ein Auto-, Traktor- bzw. motorisierte Fahrzeuggeräusch), thank you, sorry.

Klamotten – alles was cool ist oder besser – alles was ihm von uns als cool verkauft wird. In seinen Augen cool: alles was Lightning McQueen von Cars drauf hat. Von uns als cool verkauft: Jeans, Shirts mit Robotern drauf (das kann auch gerne mal Ironman oder sonst so eine Gestalt sein), Spiderman und überhaupt alles was wir toll finden.

Schuhe – darf er sich selbst aussuchen, dann zieht er sie wenigstens an und landet fast immer bei der Marke mit dem Swoosh. Wenn wir ihm Schuhe kaufen, die wir gut finden, die wir ihm aber auch nach längerem wie cool die doch sind nicht schmackhaft machen können, zieht er sie nicht an oder nur wenn es absolut unumgänglich ist. Und dann auch nur solange unbedingt nötig, um sie dann sofort auszuziehen, denn die sind ja blöd. Wir finden das amüsant und lassen ihm seinen Willen, denn ehrlich gesagt haben wir besseres zu tun als uns mit unserem zweijährigen über ein Paar Schuhe zu streiten. Plus wenn er sie selbst aussucht, dann sind die auch ganz super und werden gerne und mit Begeisterung angezogen.

Wesen – Alles ist funny und wir lauthals belacht. Meistens ist er sehr lieb und sehr easy-going, also relaxed und gelassen, um das mal einzudeutschen. Es sei denn er ist müde oder hat mal wieder eine seiner Stimmungsschwankungen, dann ist er zum an die Wand klatschen. So richtig superübel trotzig war er bisher noch nicht und wird es vermutlich auch nicht werden. Das hat meiner Meinung nach viel damit zu tun, dass seine Cerah-Mommy absolut konsequent ist. Ihre Toleranzgrenze verschiebt sich nie auch nur um einen Millimeter. Weshalb Grenzen austesten auch nicht unbedingt nötig ist, denn die wurden schon vor langer Zeit abgesteckt und ändern sich nicht. Weil er so gerne lacht und alles lustig findet, amüsiert er auch gerne die Menschen, denen er im Supermarkt oder sonst wo begegnet. Was er immer noch nicht leiden kann – das konnte er schon als Säugling nicht ab – ist wenn jemand gleich zu ihm kommt und ihn betatscht und ihn anfasst. Da wird dann weggerannt und bei einer vertrauten Person Schutz gesucht. Eine sehr gesunde Reaktion meiner Ansicht nach, die wir auch durchaus unterstützen. So ein bisschen Skepsis schadet nicht.

So viel zu Squishy mit 2 Jahren, 6 Monaten, 3 Wochen und 2 Tagen.