Flora und Fauna

Unser Hund beschert mir ganz neue Eindrücke von meiner Umwelt. Ständig findet Mia irgendwas, was da kreucht und fleucht und ist ganz versessen darauf mit diesen Dingen zu spielen. Vorgestern zum Beispiel Saltoschlagen auf der Jagd nach Junikäfern. Diese Viecher sind noch dümmer als Maikäfer, aber zum Glück genau so harmlos. Anders wäre es wohl auch nicht zu verkraften, wenn sich die doofen Dinger zum millonsten Mal in meinen Haaren verfangen. Im Frühling durfte ich dank Mia die Igel beobachten, die ich ohne sie überhaupt nicht wahrgenommen hätte, nur die Hasen, die sehe ich meistens bevor sie das tut.

Und gestern Abend hat sie dann was ganz was cooles entdeckt. Wir waren auf dem Weg nachhause, es war schon ziemlich dunkel und auf einmal hält sie an und schnüffelt an einem dunklen Haufen am Boden rum. Nicht schon wieder, denke ich. Was ist bitte an anderer Wesen Ausscheidungen so wahnsinnig interessant? Und auf einmal fängt der vermeintliche Scheißhaufen an langsam und gemächlich wegzulaufen. Hab ich mich vielleicht erschrocken. Mia ging es übrigens nicht anders.

Weil es zu dunkel war, konnte ich nicht genau ausmachen, was das denn nun ist. Klar, ein dunkler großer fetter Käfer, aber mehr war nicht zu erkennen. Also nachhause gerannt, Kamera geholt – eine Taschenlampe wäre vermutlich intelligenter gewesen – und wieder den Weg zurück, dieses Mal ohne Hund, um das komische Tier aufzuspüren. Tatsächlich krabbelte es da immer noch rum und ich hatte Zeit ungefähr fünftausend Bilder zu machen. Irgendwann kam ich dann auch auf die schlaue Idee, das Viech mal von der Seite abzulichten, in der Hoffnung, auf dem Display erkennen zu können, was das denn für ein putziges Tierlein ist.

Und tatsächlich. Von der Seite entpuppte es sich als ein Nashornkäfer, was ich zu meinem eigenen Erstaunen sofort treffsicher identifizierte. Sowas habe ich in der freien Wildbahn bisher auch noch nicht gesehen. Und riesig war das Tier. Der Hammer. Das Geldstück nebendran ist eine Ein-Cent-Münze. (Ja, auch an sowas denke ich noch, wenn ich was ungewöhnliches draußen entdecke.) Wie ich hinterher gelesen habe, fliegen die Dinger auch noch. Zum Glück hat es das nicht gemacht, sonst wär ich tot umgefallen vor lauter Schreck!

Schnipsel 2

  • Wenn man abends nach der Arbeit mit dem Kind an den Baggersee geht, ist das sehr schön. Weniger schön ist, dass man beim Ausziehen des Badeanzugs über der Badewanne stehen muss, weil alles voller Sand ist. Das kommt davon, wenn man sich nur im sandigen Kinderbereich aufhält.
  • Gestern am Bodensee haben wir verzweifelt Squishy’ Trinkflasche gesucht. Und gesucht und gesucht. Zuhause beim Aufräumen ging das Suchspiel weiter. Bis ich unsere Regenjacken an die Garderobe hing und mich wunderte, wieso Cerah’s Jacke so schwer war. Da war dann die noch volle Flasche, die scheinbar zur Sicherheit in die Tasche gesteckt wurde. Schließlich wollen wir sie ja nicht verlieren. Gnarf.
  • Unglaublicherweise hat das Kind gestern auf dem Heimweg im Auto keine Sekunde geschlafen. Kurz vor der Abfahrt hing er noch halbtot bzw. halbeingeschlafen auf meinem Arm rum und so bald er im Auto war, war hallo wach angesagt. Da hat er erzählt und gevespert und sonst noch was. Das soll ein Mensch verstehen. Uns war das aber ganz recht, denn so konnten wir alle zusammen einen wunderbaren, bitter nötigen Mittagsschlaf einlegen.
  • Ich sehe überhaupt nicht ein, dass ich für Kirschen Geld ausgeben soll. Jeden Abend und jeden Morgen wenn ich mit Mia spazierengehe, gehen wir an etlichen Kirschbäumen vorbei an denen die Kirschen nur so vor sich hinrotten. Da wäre es doch schade, wenn die nicht gegessen würden. Ich bin auch schon ganz traurig, weil die Kirschensaison eigentlich fast schon ganz vorbei ist. Bis die Trauben dann reif sind dauert es noch ein bisschen. Schade. Dann halt kein Frischluftsnack mehr.
  • Geht doch mal bitte für mich abstimmen. Ich hätte gerne, dass Cerah die Supermum wird. (Link weiter unten) Danke!
  • Am Bodensee waren wir im Obi, um für Cerah’s Lagerfeuer Holz zu kaufen. Da Squishy keinen eigenen Campingstuhl hat, wollten wir ihm einen kaufen. So einen putzigen, kleinen Faltstuhl. Das Ding im Laden ausgepackt und hingestellt, voller Enthusiasmus und Begeisterung Squishy vorgestellt und was sagt der? No, chair too little. Ja hallo? Geht’s noch? Wir finden den aber toll. War ihm egal. Er wollte nicht mal reinsitzen. Tststs. Was soll man da noch sagen?
  • Ich mag den Sommer sehr gerne. Der riecht immer so gut.
  • Was nicht gut riecht im Sommer sind die Paketlieferanten. An denen merkt man immer, wenn es heiß ist. Keine Ahnung, ob die so wenig verdienen, dass sie sich kein Deo leisten können, aber das ist schon arg unangenehm.

Blutspenden in großem Stil

Oder: Das ILSE-Süde/LesFam-Bodensee-Camping-Wochenende.

(Blutspenden daher, weil ich ganz alleine schon eine ganze Sippschaft von Stechmücken ernährt habe. Sieben Stiche alleine auf meinem rechten Handrücken und ungefähr 50 auf beide Beine verteilt. Mann, muss ich gut schmecken.)

Wir waren dieses Jahr zum ersten Mal beim Regenbogenfamilien-Camping dabei. Eine Anmerkung zuerst: Camping und ich sind jetzt nicht so wirklich gute Freunde. Meine Frau und mein Sohn hingegen stehen total darauf. Also bin ich zwei zu eins überstimmt und gehe mit dem Zelt auf den Campingplatz.

Es war für uns interessant  zu sehen, wie viele Familien da waren und wie unterschiedlich alle doch irgendwie sind. Und wie immer bin ich erstaunt darüber, wie freundlich, aufgeschlossen und gut erzogen die Kinder aus solchen 2-Mama-Familien sind. Das viel mir schon bei unserem Spendertreffen im Mai auf. Es macht wohl wirklich einen Unterschied, ob man ein Kind wirklich will und Himmel und Hölle in Bewegung setzt um es zu bekommen, oder ob es halt einfach so passiert, weil man das halt so macht. (Was natürlich auch nicht bei allen so ist, aber ich finde den Unterschied einfach enorm.)

Was mir auch auffiel, es gibt keine zwei Geschichten, die gleich sind. Von wegen stereotype Lesbe und so.

Witzigerweise war im Zelt direkt neben uns eine Familie mit ihrem fünfjährigen Sohn, die nur wenige Kilometer von uns entfernt wohnen. Da mussten wir natürlich gleich mal Adressen austauschen, damit wir uns in Zukunft auch mal sehen können.

Im Großen und Ganzen war das Wochenende sehr interessant und ich denke für Squishy werden solche Veranstaltungen wichtiger werden, je älter er wird. Einfach um zu sehen, dass er nicht das einzige Kind mit zwei Mamas ist. Ich finde sowas interessant, brauche es aber nicht wirklich für mich, da ich eher ein Einzelgänger bin, wie meine Frau übrigens auch. Das Maximum an Geselligkeit liegt bei mir etwa bei 10 Personen und alles was drüber ist, ist irgendwie zu viel.

Ich denke aber, wir werden nächstes Jahr wieder gehen. Vorausgesetzt es regnet nicht. Denn zelten und regnen ist wirklich zu viel für mich. So outdoor-happy bin ich dann doch nicht.

Cool war übrigens auch die virtuellen Blogger endlich Mal in echt kennenzulernen. Die Stuggis kannten wir ja schon, aber die Schokojule haben wir zum ersten Mal getroffen.

Ach ja, ratet mal, wer sich während der Vorstellungsrunde am Bodensee mit sämtlichen Klamotten in den See verabschiedet hat? Klar, unser Wasserkind. Am nächsten Tag durfte er dann mit mir noch mal ganz rein. Geschlotter hat er am ganzen Körper aber raus wollte er nicht.