Kopflos

Es gibt Tage, das ist mir alles irgendwie zu viel. Heute ist einer davon.

Ich habe das Gefühl, ich bin den ganzen Tag nur rumgerannt, von einem Ort zum nächsten und wieder zurück und hier hin und da hin. Dabei war es eigentlich gar nicht so schlimm, aber angefühlt hat es sich wie ein einziger Marathon.

Beim Verbandswechsel heute meinte der Kinderarzt, dass nicht nur der Nagel ausgerissen sei, sondern auch eine Quetschung vorläge. Den Schaden an der Nagelwurzel kann er nicht genau beurteilen, wenn wir allerdings Pech hätten, dann würde die eine Seite des Nagels überhaupt nicht mehr wachsen. Nun ja, das wäre weniger gut, aber auch damit könnten wir leben. Am Dienstag dürfen wir dann nochmal hin. Zum nächsten Verbandswechsel.

Dann ist er vorhin schreiend aufgewacht und war eine halbe Stunde lang nicht mehr zu beruhigen. Keine Ahnung, ob ihm der Finger wehgetan hat oder sonst was nicht in Ordnung war. Er äußert sich da ja nicht dazu. Gibt nicht mal einen Piep von sich, wenn er sich das Knie aufschlägt sondern humpelt munter weiter. Auf meine Fragen hat er nicht reagiert. Vielleicht war ihm auch einfach nur warm. Keine Ahnung. Zum guten Schluss – und hoffentlich bleibt es jetzt dabei – ist er dann auf meinem Schoß eingeschlafen, mit den Füßen im Hundefell vergraben. Kaum hatte ich ihn wieder ins Bett verfrachtet und innerlich etwas aufgeatmet, fing Mia an, die Katze anzubellen. Super. Und gleich ging das Geschrei wieder los. Zum Glück dieses Mal etwas kürzer und ich hoffe und bete, dass jetzt dann Ruhe herrscht. Ich fühle mich immer so hilflos und der Kleine tut mir so Leid, wenn ich nicht weiß, wie ich ihm helfen kann.

Theoretisch sollte ich noch etwas aufräumen, bei uns sieht es nämlich aus wie Sau und mich wenigstens duschen. Aber das verschiebe ich auf morgen irgendwann. Muss der Besuch halt mal in eine unaufgeräumte Wohnung kommen. (Sorry Mädels) Einkaufen muss ich morgen früh dann auch fix noch – mit Kind und Hund – sonst müssen wir am Wochenende verhungern.

Und je mehr ich mich mit Zeitnotsgedanken plage, desto angespannter werde ich und desto verrückter wird der Hund. Ich glaube, ich begebe mich jetzt in ein Mitternachts-Schaumbad und komme wieder runter. Denn in diesem Gemütszustand wird das nichts mit mir  und der inneren Ruhe.

Edit 23:15 Uhr: Ein Vollbad und ein Kurzbesuch meiner Angetrauten später und die Welt sieht gleich viel besser aus. Noch ein nettes Schläfchen heute Nacht und ich werde morgen vor Energie strotzen. Gute Nacht!