Heute war mein letzter Arbeitstag. Ein ganz merkwürdiges Gefühl. Noch nie bin ich irgendwo nicht freiwillig gegangen. Gut, ich wurde zwar nicht rausgeschmissen, aber eine Nichtverlängerung des Arbeitsvertrags läuft auf das gleiche raus. Dementsprechend gemischt waren auch meine Gefühle. Einerseits bin ich froh, jetzt da weg zu sein, denn es ist schwer vernünftig zu arbeiten, wenn man genau weiß, dass man keine Zukunft hat. Andererseits ist es mir wirklich schwer gefallen, weil ich noch selten irgendwo gearbeitet habe, wo wirklich alle klasse waren. Noch schwerer wurde alles dadurch gemacht, dass jeder, der sich von mir verabschiedet hat, meinte, wie bescheuert er das fände und dass das so richtig traurig ist. Was dann zur Folge hatte, dass ich mehr als einmal die Tränen zurückgeblinzelt habe.
Und ich musste vor der versammelten Mannschaft ein paar Worte sagen, was ich eigentlich unbedingt vermeiden wollte, aber ich wurde dazu gezwungen. Dan wurde mir dann ein Gutschein übergeben, was ich total lieb fand, denn damit habe ich überhaupt nicht gerechnet und allgemeines Bedauern wurde darüber geäußert, dass ich gehe.
Einer meiner alten Chefs ist nächste Woche noch da, der andere bereits seit Ende Januar weg und die Firma, die ich verlasse ist nicht mehr die Firma, bei der ich vor 18 Monaten angefangen habe. Traurig, dass so was Gutes so kaputt gemacht wurde.
Mein neuer Chef war übrigens die ganze Zeit nicht anwesend und hat sich auch nicht vernünftig von mir verabschiedet, weil – wie er hinterher in einer E-Mail geschrieben hat – er überhaupt nicht realisiert hatte, dass heute mein letzter Tag war. Genau. Und der Himmel ist für gewöhnlich lila mit grünen Punkten.
Wie dem auch sei. Ich bin darüber hinweg, habe keinerlei Hassgefühle mehr ihm gegenüber und schmolle auch nicht mehr vor mich hin. Ja, das Leben ist ungerecht, aber irgendwie geht es immer weiter. Und wenn ich halt arbeitslos werde, dann ist das eben so. Irgendeinen tieferen Sinn wird das schon haben. Ich kann zwar nicht behaupten, der würde sich mir erschließen, aber ich bin ja auch nicht allwissend. Meine Rachegelüste sind auch verpufft, denn ich bin der festen Überzeugung, dass man immer nur das erntet, was man sät. Und wenn man andere wie den letzten Dreck behandelt, kommt das irgendwann zu einem zurück.
Nun denn. Positiven Mutes in die Zukunft. Da draußen muss es doch irgendwo einen Job für mich geben.
wenn eine tür zugeht, dann geht eine andere auf.
ich hab meine drohende kündigung ja auch gar nicht richtig realisieren wollen, bis ich den lappen in der hand hielt.
aber es geht immer weiter, irgendwo ist DER job für dich, bei dem dir das arbeiten auch wieder spass macht.
für mich war es im nachhinein sogar ganz gut den stuhl vor die tür gestellt zu bekommen.:) mittlerweile bedauern wir gegangenen, die die geblieben sind.:(
Das habe ich mir auch schon gedacht. Bisher wurde es für mich von Job zu Job nur besser. Also hoffe ich mal, dass das dieses Mal auch so sein wird…