Gemischt

Ich habe heute das “gelbe Paket” vom Arbeitsamt bekommen nachdem ich diese Woche schon ein Telefonat mit einer Dame vom Amt hatte, in dem sie meinen Werdegang aufgenommen hat. Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass diese Formulare, die dabei ausgefüllt weden alles andere als ein genaues Bild auf meine tatsächlichen Fähigkeiten zulassen. Die Frage nach dem Familienstand wurde wie immer nicht mit eingetragene Lebenspartnerschaft aufgenommen, da es das nicht gibt, sondern als ledig erfasst. Wie auch immer. Ich habe mich ja schon daran gewöhnt, dass es mich nicht gibt. Was ich allerdings noch etwas unnötiger finde, ist dass mein Sohn auch aufgenommen werden muss. Was bitte hat das mit meinem Job zu tun? Nichts, genau. Die Angabe über Voll- oder Teilzeit müsste ja wohl reichen. Aber gut, das war ja auch nur zur Aufnahme der Daten und ich war ja schon froh, dass das mittlerweile telefonisch geht und ich da nicht hin muss.

Und dann habe ich heute das angekündigte “gelbe Paket” bekommen. Einen DIN A4 Umschlag mit einem mehrseitigen gelben Formular, das quasi nochmal meinen Werdegang abfragt. Und die wollen meine Bewerbungsunterlagen. Wieso auch nicht, ist nur gerade nochmal das gleiche und das alles dann drei mal zu haben ist auch besser als nur einmal. Wobei mein Lebenslauf wesentlich aussagekräftiger ist als deren Formular. Gut, dann schick ich denen das halt mal. Was tut man nicht alles, um seine Ansprüche nicht zu verlieren.

Ich finde das alles nach wie vor sehr merkwürdig und ich denke nicht, dass es tatsächlich soweit kommt, dass ich arbeitslos bin. Das passt einfach nicht zu mir. Aber gut, ich bin ja jetzt für das schlimmste gewappnet.

Den Termin mit meiner persönlichen Arbeitsvermittlerin habe ich Ende Januar in aller Herrgottsfrühe. Bin mal gespannt, was mir die Dame sagen kann, was ich noch nicht weiß.

Die Dame, die ich am Telefon hatte, um meine Daten aufzunehmen, war übrigens einen Moment sprachlos, als ich mich am Ende bei ihr für das Gespräch bedankt habe. Das kommt bei denen wohl nicht zu oft vor. Aber erstens bin ich beruflich viel am Telefon und so Sachen gewöhnt man sich einfach an und zweitens ist es nicht ihre Schuld, dass mein Vertrag nicht verlängert wird und ich in dieser doch sehr bescheidenen Situation bin. Eigentlich ist es meine eigenen Schuld, weil ich einfach viel zu gutgläubig war und es mir nicht gleich schriftlich geben ließ, dass ich bleibe, als der Stand der Dinge tatsächlich so war. Wieder was gelernt fürs Leben: Was ich nicht schriftlich in der Hand habe, ist nichts wert. Auf die Lektion hätte ich zwar verzichten können, aber das wird mir so schnell nicht wieder passieren.

Das heißt natürlich nicht, dass mich der neue Chef nicht über kurz oder lang trotzdem rausgeschmissen hätte, weil ich einfacher zu kündigen bin, als die Dame als deren Elternzeitvertretung ich eingestellt wurde. Die kommt übrigens Anfang Januar wieder zurück. Ich bin gespannt wie das wird. Sie mag ich wirklich gerne und bin während der Einarbeitungszeit auch prima mit ihr ausgekommen, aber wie sie mit der neuen Situation und dem neuen Chef klarkommt, das steht noch in den Sternen. Um es mal positiv auszudrücken: Es bleibt spannend!