tschau, tschüß und bye

Ich war gestern Abend mit Sohnemann die bestellte Pizza zum Abendessen abholen und wie immer haben wir noch jemanden getroffen, den wir kennen, der uns kennt, der meine Eltern kennt oder sonst wen.
Dieses Mal war es die Nachbarin meiner Eltern. Vor lauter Nebel auf dem Parkplatz hätte ich sie im Dunkeln fast nicht gesehen und habe mich dann über die Autos hinweg kurz mit ihr unterhalten, während ich versuchte, Squishy in seinem Autositz anzuschnallen. Natürlich hat er sich dabei den Kopf angeschlagen – mit nur halber Aufmerksamkeit meinerseits geht das einfach nicht. Folgerichtig habe ich mich dann von der guten Frau verabschiedet, um mich meinem leidenden Sohn zu widmen und schreie lauthals: Tschau (uneingedeutscht: ciao) in ihre Richtung. Sohnemann hatte sich da bereits beruhigt und war wieder voll bei der Sache. Meinen Abschiedsgruß musste er natürlich wiederholen und nach dem “tschau” fing er an zu winken. Dann hat er kurz innegehalten und nachgedacht. Als er dann wieder zu winken anfing wurde das nicht mehr von einem “tschau” sondern von einem “bye” begleitet.

Ich finde es jedes Mal faszinierend, wenn er die Verbindung zwischen beiden Sprachen herstellt und sein eigener Übersetzer ist.
Am Wochenende hat er die Oma auch mit “haben, please” begeistert. Ich bin gespannt, was als nächstes kommt.

E-KE-LIG

Wir sind vor drei Wochen (am Unfalltag) mit den Büros hier bei der Arbeit ins Nachbargebäude umgezogen. Seitdem sitze ich hier abgeschottet von den anderen mit vier Männern im Büro. An und für sich ist das auch kein Problem, die sind ja alle nett (außer der, der meinen Vertrag nicht verlängern will) und kennen tue ich die auch alle.

Was allerdings ganz furchtbar ist, ist die Toilettensituation. Vorher, im anderen Gebäude, gab’s eine Damen- und eine Herrentoilette. Hier drüben gibt es eine Toilette für alle. Und oh mein Gott, ist das vielleicht widerlich.

Letzten Donnerstag gingen die Papierhandtücher aus, heute (Dienstag) habe ich sie wieder aufgefüllt und keiner der Herren hat gemerkt, dass etwas gefehlt hat. Händewaschen nach dem Klogang ist da Fehlanzeige.

Ich gehe hier drüben nicht auf die Toilette, weil mir das einfach zu ekelhaft ist. Ich mag nicht ständig Klobrillen runterklappen und die Pissflecken auf dem Boden versuchen zu ignorieren. Da wird mir schlecht. Und das von den Herren der Geschäftsführung. Ich finde, das sagt viel. Viel zu viel.