Paranoia

Ich habe früher immer gerne Horrorfilme angeschaut. Je blutiger und grauseliger, desto witziger fand ich das. Auch so Psychodinger, die mit unterschwelligen Ängsten spielen, fand ich immer ganz klasse und gefürchtet habe ich mich nie. Wieso auch? Ist ja eh nur ein Film.

Das war bevor Squishy in unser Leben kam. Seitdem bin ich der größte Schisshase, den es auf diesem Planeten gibt. Und alleine kann ich mir solche Sachen schon gar nicht mehr anschauen. Wenn ich Abends oder noch schlimmer am Wochenende über Nacht alleine bin, mache ich bei anbrechender Dunkelheit alle Rolläden runter. Und Fernsehschauen kann ich dann auch nur, wenn es irgendwas witziges oder wirklich harmloseses ist. Nicht mal Ghost Whisperer kann ich mir dann anschauen, weil ich ein total ungutes Gefühl bekomme.

Was aber noch viel schlimmer ist und ich nicht mal in Gesellschaft anschauen kann, sind Filme/Serien in denen Kinder verschwinden, sterben oder umgebracht werden. Das geht überhaupt nicht. Neulich kam mal Flight Plan im Fernsehen. Da verschwindet Jodie Fosters Tochter. Keine zwei Sekunden kann ich das ertragen. Absolut unmöglich. Wenn ich dann doch mal blöd genug bin, mir sowas anzuschauen, muss ich hinterher Squishy’ Zimmertüre aufmachen, kucken, ob er überhaupt noch da ist und lauschen, ob er noch atmet. Am liebsten würde ich ihn dann zu uns ins Bett holen, nur um sicher zu gehen, dass er auch am nächsten Morgen noch da ist und von niemandem entführt wurde oder dass er nicht aufgehört hat zu atmen. Da er da aber nur aufwachen und dann in unserem Bett Party machen würde, lasse ich das und mache sämtliche Rolläden noch ein bisschen weiter nach unten.

Ich weiß nicht, wieso ich in dieser Hinsicht so überaus paranoid bin, aber scheinbar werde ich von enormen Verlustängsten geplagt. Alleine, dass ich das hier geschrieben habe, weckt in mir das dringende Bedürfnis, zu kucken, ob unser Kind noch da ist. Gott, hab ich einen Dachschaden. Egal, ich geh jetzt nachschauen.

Pipi No. 3

Eben auf dem Töpfchen: Pipi Nummer 3 von Sohnemann erledigt.

(Nicht wundern, ich schreib das nur für mich, damit ich hinterher nachvollziehen kann, wann das Pipi auf dem Klo zu einer Normalität wurde. Jetzt definitiv noch nicht. Wir sind noch meilenweit davon entfernt.)