Vermisst

Mir ist in letzter Zeit so einiges abhanden gekommen, mal von Job und Auto abgesehen.

Seit Freitag Nachmittag zum Beispiel vermisse ich meine Cerah. Die ist mit ihren Pfadfindern in den Schwarzwald aufgebrochen. Zu einer Hütte ohne Strom und fließend Wasser und offenbar auch ohne Handyempfang.  Denn seit dem Moment als die Tür hinter ihr ins Schloß fiel, habe ich nichts mehr von ihr gehört. Das ist doof, sehr doof sogar, denn seit ich Cerah kenne, und das sind mittlerweile immerhin 8 Jahre, ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht mit ihr geredet habe. Bis auf jetzt. Ich mag das nicht. Überhaupt nicht. Und kann es kaum erwarten, sie morgen Nachmittag endlich wieder bei mir zu haben.

Das andere, was mir fehlt sind meine Drahtseilnerven. Die hatte ich mal. Eigentlich immer. Aber die letzten paar Tage oder eher schon Wochen sind meine Nerven dünn wie ein Seidenfaden. Es fällt mir unheimlich schwer, mich nicht darüber aufzuregen, wenn der Kleine irgendwas verschüttet, laut ist oder nicht macht, was ich gerne hätte, dass er tun soll. Die kleinsten Kleinigkeiten sind für mich gleich eine Staatsaffäre und ich muss mich über mich selber wundern.

Trotz allem bemühe ich mich, positiv und frohgemut zu sein. Fällt mir nicht immer leicht, aber ich habe ja einen kleinen Helfer, der mich daran erinnert, dass nicht alles schlecht ist. So waren wir heute zum Beispiel im Supermarkt. Irgendein fremdes Kind schreit dauernd und laut nach seiner Mama, während wir schon in der Schlange an der Kasse stehen. Irgendwann nervt das Rumgeschreie dann doch mal und ich schaue mich nach der Ursache um, kann das kleine Mädchen aber nirgendwo sehen, nur nach Mama schreien hören. Da fällt mein Blick auf Squishy, der vor dem Einkaufwagen steht, seinen Zeigefinger vor die Lippen hält und schscht macht. Recht hat er. Grinsen musste ich trotzdem, denn das bekommt er immer zu hören, wenn er unnötig laut ist. Und das Rumgekreische war definitiv unnötig. Wie war das nochmal mit dem Spiegelbild?

Es weihnachtet

Stall

Moderner Stall

und die lieben Tierchen suchen einen Stall. Da können sich unsere Tierchen glücklich schätzen, dass sie Squishy haben, denn der hat einen ganz tollen neuen Stall für seine Freunde gefunden. Meistens dürfen die Kuh und das Pferd da wohnen, dieses Mal, waren es die Katze und das Zebra. So ein schönes, kuscheliges Plätzchen im warmen PC ist bei dem kalten Wetter auch viel wert.

Jeder Versuch, den Zoo wieder unauffällig aus dem PC zu entfernen scheiterte. Denn sobald Squishy sah, dass da Platz war, wurden die nächsten Tierchen im vakanten Stall untergebracht. Wie gut zu wissen, dass das nur ein weitere Phase ist und wir bald wieder aufhören können, unseren Computer gegen die wilde Tierwelt zu verteidigen.

Superstar

Da unser Auto sich ja immer noch in Reparatur befindet, haben wir seit Montag Abend einen Leihwagen. Und seitdem leide ich unter Liebeskummer, denn Cerah ist verliebt.

In unser neues Auto. Eine funkelnagelneue Mercedes Benz E-Klasse Limousine, die laut Cerah nicht fährt sondern über die Straße schwebt. Ich muss zugeben, ich finde das Auto auch recht nett, wenn ich auch nicht behaupten kann, dass ich es vermissen werde, wenn ich mein eigenes Auto wiederhabe.

Hm- außer vielleicht die Sitzheizung… und den CD-Player… und die Tatsache, dass ich auf der Autobahn immer freie Fahrt habe, weil alle mir aus dem Weg gehen. Die sehen nämlich nur einen dicken Mercedes und bewegen sich automatisch auf die rechte Spur. Hat schon was.

Also haben wir beschlossen, dass wir uns so eins schenken, wenn unser jüngstes Kind 18 wird. Allerdings müssen wir uns dazu erst mal noch ein paar Kinder anschaffen und dann müssen die ja auch erst mal 18 werden. Aber wenigstens haben wir so noch Zeit, uns seelisch, moralisch und vorallem finanziell auf unseren Superstar-Wagen vorzubereiten.

Wieso bloß habe ich das Gefühl, dass bis dahin noch sehr viel Wasser den Rhein runterfließen wird?