Die Iren erzählen sich, dass Jack in einem kleinen Dorf in Irland aufgewachsen ist, wo er sich schnell einen Ruf als cleverer Faulenzer machte. Er benutzte seine Schlauheit, um sich vor jeglicher Art von Arbeit zu drücken, die er hätte verrichten sollen. Stattdessen lag er lieber faul unter einer schönen, großen Eiche und schnitzte vor sich hin. Um wenigstens etwas Geld zu verdienen, dass er brauchte um in der Dorfkneipe seine Zeche bezahlen zu können, spielte und gewann er gegen andere beim Glücksspiel. Und darin war er wirklich gut. Auf diese Art machte er sich sein ganzes Leben lang keine Feinde, allerdings auch keine Freunde und tat nie irgendjemandem einen Gefallen oder kümmerte sich um seine Mitmenschen.
Als es an der Zeit für ihn war zu sterben, war zufälligerweise auch gerade Halloween. Als der Teufel zu ihm kam, um seine Seele zu holen, war Jack gerade in der Kneipe bei einem Bier. Weil sein Glas noch nicht leer war, bat er den Teufel um Erlaubnis, sein Glas noch leeren zu dürfen. Der Teufel stimmte zu und Jack nutzte die Zeit, um sich Gedanken darüber zu machen, wie er aus dieser Situation wieder rauskäme. “Wenn du wirklich so mächtig bist”, sagte er listig “dann kannst du dich sicher auch in einen Schilling verwandeln.” Der Teufel hatte für diese Kinderei nur ein Schnauben übrig und verwandelte sich auf der Stelle in einen Schilling. Jack schnappte sich die Münze so schnell er konnte. Er hielt sie fest in seiner Faust umschlossen. Glücklicherweise hatte er auf seiner Handinnenfläche eine Narbe, die wie ein Kreuz aussah. Und weil jedes Kind weiß, dass der Teufel machtlos ist, wenn er mit einem Kreuz in Berührung kommt, war er gefangen. Jack ließ den Teufel nur unter der Bedingung frei, dass er noch ein weiteres Jahr leben dürfe. Dann hätte er noch genug Zeit, ein anständiges Leben mit vielen guten Taten zu führen und der Teufel würde ihn in Ruhe lassen. Dem Teufel blieb nichts anderes übrig als einzuwilligen und Jack in der Kneipe zu lassen. Das Jahr ging vorüber und bevor er sich’s versah, war wieder Halloween und Jack hatte es irgendwie wieder verpasst ein anständiges Leben zu führen. Also tauchte der Teufel wieder auf, um seine Seele zu holen, aber dieses Mal bat Jack dem Teufel an, um seine Seele zu spielen. Dem konnte der Teufel natürlich nicht widerstehen, ohne allerdings zu wissen, dass Jack seine eigenen Würfel benutzen würde. Der Teufel warf zwei Einsen und dachte schon, er hätte den Sieg in der Tasche, als Jack mit seinen gezinkten Würfeln zwei Dreien warf. Die Würfel landeten so, dass die zwei Dreien die T-Form eines Kreuzes bildeten und wieder war der Teufel machtlos. Jack verlangte wieder mehr Zeit, die er nutzen wollte, um nun endlich ein anständiges Leben zu beginnen.
Er dachte, dass er das noch schaffen könne. Zwar in letzter Minute, aber immerhin. Aber ein Jahr verstrich, nichts änderte sich und der Tod kam überraschend. Der Teufel war nicht aufgetaucht, um Jacks Seele mit in die Hölle zu nehmen. Und Jack sollte bald rausfinden wieso. Ehe er sich’s versah, stand er vor der Himmelspforte und wurde von Petrus abgewiesen, der nur traurig den Kopf schüttelte, denn für jemanden wie Jack war im Himmel kein Platz. Also zog er weiter zu den Toren der Hölle, aber der Teufel war immer noch mächtig sauer auf den Tunichtgut und wollte ihn auch nicht rein lassen.
Als es Jack dämmerte, dass niemand ihn haben wollte, heulte er laut auf: “Wo soll ich denn hingehen? Und wie soll ich in dieser Dunkelheit den Weg finden?”
Der Teufel warf eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer in eine hohle Rübe, damit er wenigstens etwas Licht hatte und schickte ihn weg. So wandert Jack bis zum Tag des Jüngsten Gerichts mit seiner Laterne umher, denn vorher kann er keine Erlösung finden. Seit diesem Tag wird er von den Iren “Jack o’ the Lantern” (Jack mit der Laterne) genannt. Und manchmal kann man ihn an Halloween sehen!
Deshalb nennt man ausgehöhlte und geschnitzte Halloween-Kürbisse auf Englisch Jack-O-Lantern. 