Nochmal ein Jahr

Mir fiel eben auf, dass ich heute vor einem Jahr meinen ersten Arbeitstag hier hatte. Auch schon wieder ein Jahr her.

Seitdem ging es hier drunter und drüber, momentan herrscht noch Chaos, aber ich hoffe, dass sich das hier bald mal wieder legen wird. Auch wenn das im Moment nicht so aussieht. Aber so ist das eben in einer Zukunftsbranche.

Genervt

Heute bin genervt. Sehr genervt. Von der Tatsache, dass wir diesen Monat nicht in die Niederlande fahren können. Davon, dass hier bei der Arbeit nach wie vor Chaos herrscht und keiner genau weiß, was jetzt eigentlich los it. Ich würde gerne etwas mehr Sicherheit haben. So von wegen: Habe ich ab April noch einen Job oder sollte ich mich schon mal auf die Suche nach was neuem machen? Und vor allem sind wir noch keinen Schritt weiter in Richtung Squishy-Geschwisterchen gekommen. Und das nervt mich am allermeisten! So wird das nie was. Was mich nach und nach immer mehr zu der Einstellung bringt, dass mir das jetzt langsam auch egal ist und wenn ich dann halt schwanger und arbeitslos bin, dann bin ich das halt. Wird schon irgendwie gehen. Geht doch alles immer irgendwie. Im Moment überwiegt auf jeden Fall die Frustration über das Nichtstun und das nervt. Nicht nur ein bisschen.

U7 und Zweisprachigkeit

Ich bin ja sehr beeindruckt von unserem Kinderarzt. Squishy’ U7 ist demnächst fällig und wir hatten beim letzten Mal Impfen noch keinen Termin dafür vereinbart, weil ich im Februar keine Termine für Oktober mache. Wir hatten das schon auf dem Sender, nur unternommen haben wir noch nichts. Und da rufen die doch tatsächlich an, um uns daran zu erinnern und auch gleich einen Termin zu machen. Das nenne ich mal Service!

Übernächsten Mittwoch ist es dann soweit und wir dürfen zur U7 anrücken.

Wenn ich mir die Liste hier anschaue, dann wird es mir da schon wieder ganz anders. Feinmotorik, Grobmotorik und Sozialverhalten sind keinerlei Probleme, da liegt er voll im Schnitt nur in der Sprachentwicklung hängt immer noch etwas hintendran. Wobei, wenn ich die Liste etwas genauer unter die Lupe nehme, dann machte er auch davon alles, bis auf die Mehrzahl. Ach ja und er kann das alles auch in Deutsch und Englisch, wobei er englisch definitiv bevorzugt. Sein Vorname hört sich wie Niii an, was nicht verwundert, denn Squishy ist doch etwas schwierig für den Anfang.
Aber die Zweisprachigkeit verzögert die Sprachentwicklung normalerweise etwas, was auch erklärt, wieso er noch nicht wie ein Wasserfall (verständlich) redet wie zum Beispiel das gleichaltrige Kind meiner Freundin. Er redet zwar viel und gestikuliert auch wild dazu, aber verstehen tut das bisher nur er. Meine Oma meinte neulich auch: Redet er jetzt Englisch?, weil sie nicht verstanden hat, was er da so wichtiges von sich gibt. Nein, tut er nicht. Momentan spricht er seine eigene Sprache und bringt immer wieder erstaunliche Dinge fertig.
Bisher hat er immer nett seine Hände gefaltet und ein strahlendes “Piiiis” (please) in den Raum geschmettert, wenn er etwas wollte. Von einem Tag auf den anderen war das auf einmal weg und jetzt kommt nur noch “Biii-tä” (bitte) und nichts mehr mit please. Zwei Worte, die das gleiche bedeuten und die er jetzt beginnt zu assoziieren. Das gleiche ist mit dem “buum” (broom=Besen) passiert. Der heißt jetzt auf einmal nicht mehr “buum” sondern “be” wie Besen.

Von dem mal abgesehen, nervt unsere Umwelt ständig mit Kommentare, von wegen wir sollten doch deutsch mit dem Kind sprechen, so lernt es das ja nie und wenn er in die Schule kommt, muss er das doch können. Ja, wir reden so gut wie nur englisch mit ihm, aber es ist nicht so als ob er nie deutsch hören würde. Cerahs und meine Beziehung ist englisch. Als wir uns kennenlernten sprach Cerah kein deutsch. Mittlerweile kann sie das sehr gut, aber ich komme mir ziemlich dämlich vor, wenn wir uns auf Deutsch unterhalten, denn einfach mal so die Sprache in einer Beziehung zu ändern ist ziemlich schwierig. Daraus folgt dann logischerweise auch, dass bei uns zuhause so gut wie nur englisch gesprochen wird. Das ist für uns aber keine Fremdsprache sondern man muss sich das eher als Dialekt vorstellen. Stellt euch vor, ihr redet auf der Arbeit hochdeutsch, schaut hochdeutsches Fernsehen und redet zuhause im breitesten bayerisch. Zwar könnt ihr beide hochdeutsch, versteht das auch, aber es würde euch nie im Traum einfallen, zuhause auch so zu reden. So ungefähr läuft das bei uns mit deutsch und englisch.

Und da Cerah mit Squishyzuhause ist, redet sie auch nur englisch mit ihm, wäre ja auch ziemlich merkwürdig, wenn sie das nicht machen würde. Eigentlich sollte ich dann logischerweise deutsch mit ihm sprechen, was mir aber ungeheuer schwerfällt und deshalb nicht von mir praktiziert wird. Wenn ich zur Wohnungstür reinkomme, dann wird bei mir automatisch ein Hebel umgelegt und ich bin englisch. Manchmal versuche, deutsch mit ihm zu sprechen, gebe aber meistens recht schnell wieder auf, weil ich mir vorkomme, als ob ich in einer Fremdsprache spreche.

ABER die Welt besteht nicht nur aus Cerah und mir, auch nicht Squishy Welt. Wir haben einen Radio, der spricht nur deutsch, wie haben DVDs, die sprechen deutsch und englisch, wir haben Familie, wir haben Freunde, wir wohnen in Deutschland, unsere ganze Umwelt spricht nur deutsch und es ist nun wirklich nicht so, als ob unsere kleine englische Insel nicht von einem riesigen deutschen Meer umgeben wäre. Und wir brauchen auch nicht fünf Millionen Mal daran erinnert zu werden, dass wir in Deutschland leben und das Kind doch Deutsch sprechen sollte. Das Kind lernt das schon! So schnell oder so langsam wie es will, aber es lernt es. Danke.