Snack bitte

Unser Sohn ist ein Snacker. Das ist er schon seit dem Moment seiner Geburt und das hat sich bis heute nicht geändert. Ganz am Anfang hat mich das auf die Palme getrieben. Andere Babys legt man beim Stillen an, sie saugen sich 40 Minuten lang voll und dann ist 3, 4 Stunden Ruhe. Unser Baby hat alle Stunde mal ein 15 bis 20-minütiges Häppchen eingelegt, war dann zufrieden und kam dann ne dreiviertel Stunde später wieder. Ich kam mir zeitweise vor wie eine Kuh an der Melkmaschine. Nachts war das leider auch so und hat mir den Schlaf geraubt. Natürlich haben wir dann versucht, das zu ändern, haben längere Pausen erzwungen, in der Hoffnung, dass dann der Hunger größer, der Appetit größer und die Sättigung länger dauert. Hofften wir. Das hat leider nicht funktioniert und irgendwann habe ich dann einfach seinen Rhythmus akzeptiert und gut war. Er ist gewachsen und gediehen und mittlerweile fast zwei Jahre alt.

Und macht es auch heute noch kein Stück anders.

Er isst 20 mal am Tag eine kleine Portion aber kein einziges Mal etwas großes. Von wegen drei Hauptmahlzeiten am Tag und zwei Snacks dazwischen? Keine Chance. Es sind eher zehn Snacks am Tag und das von allem und von nichts zu viel. Ich finde es erstaunlich, dass es weder mit Schokolade, Gummibärchen, Chips, Eis oder sonstigem ungesundem Süßkram anders ist.

So bin ich zum Beispiel ein notorischen Schokoholiker und ohne meine tägliche Portion Schokolade kann ich nicht existieren. Also will Squishy auch ein Stück, was er auch bekommt, denn ich kann ihm schlecht verbieten etwas zu essen, was ich so beispielhaft vor seinen Augen verschlinge. Nach dem ersten kleinen Stück will er noch ein zweites, was er auch bekommt, anlutscht und das war’s dann. Das wird nicht mal mehr gegessen, eventuell noch auf dem Wohnzimmertisch geparkt oder gleich wieder der Mama in die Hand gedrückt, die dannn sehr energisch aufgefordert wird, das zu essen.

Und so läuft das mit allem. Das hat nichts damit zu tun, dass er das nicht mag, sondern einfach damit, dass er dann ein bisschen hatte, Hunger bzw. Appetit ist gestillt und das war’s. Interesse erloschen. Auf zu neuen Schandtaten.

Ich finde das sehr erstaunlich, denn irgendwie kenne ich das anders, nämlich so, dass von den Leckerlis so lange gegessen wird, bis wirklich garnichts mehr geht oder das Leckerli alle ist. (So mache ich das auf jeden Fall.) Eigentlich finde ich das sogar eher gut, denn wenigstens überfrisst er sich nicht und kennt seine eigenen Grenzen scheinbar schon von Anfang an. Oder es liegt einfach daran, dass er alles essen darf, was er will bzw. wir haben und deshalb garnicht erst das Gefühl entsteht, dass er zu kurz kommt und sich jetzt vollschaufeln muss, weil es später so was leckers nicht mehr gibt. Keine Ahnung was der wirkliche Grund ist, ich hoffe allerdings, dass er sich das bewahren kann und so nie Gewichtsprobleme bekommen wird.