Bobo – der Siebenschläfer

Für 95 Cent habe ich Squishy beim letzten Buchhändlerbesuch ein Pixi-Buch mit dem Titel “Bei Bobo zuhause” gekauf. Von einer Kollegin hatte ich gehört, dass die Bobo Siebenschläfer Bücher im Kindergarten voll der Hit seien. Natürlich war ich neugierig und dachte für 95 Cent ist das kein Problem, da gönnen wir uns mal so ein kleines Büchlein. Ähm, ja, hätten wir uns auch sparen können.

Dass die Bilder ziemlich unansprechend gemalt sind, damit hätte ich leben können, aber der Rest? Naja, nicht so ganz mein Ding. Der liebe Bodo schläft in einem normalen Bett mit normaler Bettdecke (nix Gitterbed, nix Schlafsack), bekommt aber am Morgen zum Aufwachen von Mama und Papa eine Flasche. So eine Babyflasche mit lecker Milch wie ein Säugling. Isst danach sein Müsli mit einem Löffel und trinkt seinen Kakao aus einem normalen Becher. Schmeißt dann seinen Kakao auf den Boden und die Mama putzt brav auf, während der Papa den Bobo aus dem Hochstuhl hebt. Mit Bauklötzen Türme bauen kann der Bobo auch schon und den Turm umschmeißen auch. Dann spielen Bobo und sein Papa zusammen auf dem Fußboden. Zuerst mit einer Puppe, dann toben sie rum. Danach bietet Papa dem Bobo eine Flasche an, mal wieder, die Bodo auf seinem Bett liegend mit Papa und Bilderbuch nebendran austrinkt. Die beiden schlafen ein und die lachende Mama steht in der Tür und betrachtet die Szene.

Ich find’s total daneben. Er schläft im normalen Bett, isst mit Besteck und bekommt eine Flasche? Bitte was? Dann schmeißt er den Kakao runter und die brave Sklaven-Mama putzt stillschweigend auf? Wieso macht das nicht der Papa? Und wieso lässt sie Bobo nicht helfen? Der sollte dazu ja wohl im Stande sein. Bobo spielt mit seinem Papa für wie lange? Eine Stunde, allerhöchstens eineinhalb, dann geht’s mit neuer Flasche wieder ab ins Bett? Was bitte ist das für ein Kind? Wie kann das nach so kurzer Zeit wieder müde sein? Und zwei Flaschen in zwei Stunden? Geht’s noch? Dieses Buch entspricht so absolut überhaupt gar nicht unserem Erziehungstil und zwar null.

Seine letzte Flasche hatte Squishy bevor er ein Jahr alt wurde und wenn er Sauerei macht, wird er dazu angehalten, zu helfen, das wieder in Ordnung zu bringen. Das mag zwar im Moment noch nicht wirklich effektiv sein, aber wenn er es jetzt nicht lernt, wann dann? Wir können nicht auf einmal an seinem fünften Geburtstag von ihm erwarten, dass er von heute auf morgen anfängt, all die Dinge zu machen, die wir verpasst haben, ihm beizubringen als er noch kleiner war.

Mein Fall ist der Bobo auf jeden Fall nicht. Hat jemand Bedarf an einem kleinen Bobo-Büchlein? Ich geb’s gerne her.

So groß

Seit Mitte letzter Woche schläft Squishy in seinem umgebauten Kinderbett. Ohne Stäbe, ohne alles. Da er allerdings die erste Nacht öfters seinem Stillkissen unsanft auf den Boden gefolgt ist, haben wir (bzw. Cerah) kurzerhand ein Ikea-Schuhregal umgebaut und als Rausfallschutz vors Bett montiert. Seitdem klappt das ganz prima und ohne Probleme. Der Schnuller wird nach dem Aufwachen mittlerweile umgehend aus dem Bett entfernt und kommt wirklich nur noch zum Schlafen raus. Der wird allerdings auch bald ganz verschwinden, schließlich ist Squishy fast zwei und es wird so langsam Zeit dem Schnullern lebewohl zu sagen. Denn werd schon ganz alleine mit Löffel und Gabel essen und aus einem Glas trinken kann, braucht auch keinen Schnuller mehr.

Was mich zu was anderem bringt: Bobo…