Ich bin heute zum Baumarkt um die Ecke gegangen. Mit meinen eigenen zwei Beinen und Sonnenbrille, so ganz ohne Auto. Mein Auftrag: eine kleine Säge kaufen, mit der Cerah Ytong-Steine bearbeiten kann. Die machen da so Schnitzspäße für das Sommerlager der Pfadfinder.
Vor dem Baumarkt direkt vor dem reduzierten Sommerpflanzenkram steht so eine Dame, die die besten Jahre schon hinter sich hat, der das aber irgendwie noch niemand mitgeteilt hat. Solarium gebräunt, blonde kurze Dauerwelle, schwarzweiß gestreiftes Oberteil und schwarze Hose dazu. Und raucht eine Zigarette.
Sie sieht mich auf den Eingang zusteuern und springt mich direkt von der Seite an mit dem Satz: Oh, Ihre Brille, die putze ich Ihnen gerade mal! Dass sie mir dabei nicht noch Rauch ins Gesicht pustet und mir die Sonnenbrille von der Nase reißt ist alles. Da steh ich ja drauf wie Sau. In dem Moment sehe ich auch aus dem Augenwinkel, dass sich da schräg links, drei Meter von mir ein Stand mit Sonnenschirm und Fläschchen voller Brillenputzmittel hinter dem Sommerpflanzenkram versteckt. Da muss die wohl dazu gehören.
Und weil die mich schon so unverschämt von der Seite anspringt, gehe ich gemächlich an ihr vorbei und teile ihr, ohne auch nur in ihre Richtung zu kucken mit, dass das nicht nötig sei. Ist zwar ziemlich arschig, aber bei so ner miesen Verkaufstaktik doch schon irgendwie angebracht.
Außer einem okay, kann sie auch nicht mehr viel sagen. Als ob ich die mit ihren frisch nikotinverschmierten Fingern an meiner exklusiven neun Euro neunundneunzig Brille rumfummeln lassen würde, um dann hinterher ein Brillenputzwundermittel für 50 Euro pro 100 ml zu erstehen.
Nein danke, diese doch so geniale Verkaufsstrategie geht bei mir grad mal gar nicht auf.