So alt ist er jetz, der kleine Squishy. Wir haben einen kleinen Jungen. Und obwohl der kleine Junge zwei Mamas hat, ist er so jungenhaft, dass es arg viel jungenhafter nicht geht.
Da hängen bei uns jede Menge Barbies an der Wand, es gibt BHs, Handtaschen und im Kinderzimmer sogar zwei Puppen und trotzdem spielt er am liebsten mit seinen Autos, den Bällen und dem Kran, den er von meinem Bruder geerbt hat. Ach ja, und Schnecken natürlich. Aber das ist geschlechtsunspezifisch. Anerzogen ist davon gar nichts. Es ist aber schon witzig, dass dieses Verhalten wirklich so ganz von alleine kommt. Alles ohne unser Zutun.
Und er tanzt für sein Leben gerne. Zu allem: trommeln, singen, klopfen, stampfen, pfeifen, alles was irgendwie nur im entferntesten einen Rhythmus hat. Er tanzt auch gerne im Aldi zu einer Musik, die nur er hören kann. Das ist mittlerweile schon so ausgeartet, dass wildfremde Menschen sich an ihren Einkaufswagen lehnen und unserem Kind bei seinem Stammestanz zuschauen. Und dann hinterher irgendwas in die Richtung: Du kannst aber toll tanzen! kommentieren.
Was wiederum den Tänzer dazu bringt, ganz verschämt nach unten zu schauen und sich beide Hände vors Gesicht zu halten. Das macht er eigentlich immer, wenn ihn jemand anspricht. Ist doch sehr schüchtern der Kleine. Dann flüchtet er sich zu einer der Mamas, die ihn hochnehmen muss und dann erst kann er die Person inspizieren, die da mit ihm redet. Schließlich weiß man ja nie, was das für welche sind und ob die nicht vielleicht doch irgendwie doof sind.
Heute Abend sind wir barfuß spazierengegangen. Eigentlich haben wir im Auto gespielt, ich musste unseren neuen Sonnenschutz ausprobieren und irgendwann kam Theo (unsere Katze) vorbei, dem wir dann hinterher sind. Das war aber sehr schnell langweilig und dann ging es die Straße runter. Schnurstracks ohne nach links oder nach rechts zu kucken. Dann war die Straße fertig und weiter ging es durch irgendwelche Feldwege, die ich im Leben noch nie gesehen habe. Ich bin am anderen Ende unseres kleinen Städtchen groß geworden und kenne mich auf dieser Seite in Feld, Wald und Wiese nicht so wirklich gut aus. Erst waren da Reben links und rechts und irgendwann kamen wir dann auch zum Mais, wo ich ihn dann sanft rumgedreht und in Richtung Heimweg geleitet habe. Ich hätte nie gedacht, dass er so lange barfuß durchhält, aber wenn’s nach ihm ginge, wären wir die nächste halbe Stunde weiterhin querfeldein gegangen. Allerdings war es schon relativ spät für seine Verhältnisse und das Bett hat gerufen.
Jetzt liegt der kleine Tornado im Bett und schläft. Bis er heute Nacht wieder aufwacht und sich selbst irgendwelche Geschichten erzählt bis er wieder einschläft, um dann morgen zu machen, was Tornados halt so den ganzen Tag lang tun: rumrennen, erzählen, Bücher lesen, Schnecken fangen, erzählen, Autos durch die Gegend schieben, Wohnungen verwüsten etc. etc.
Ein absolut herrlicher Beitrag. Habe ihn erst heute gelesen, aber dafür eine schöne Pause von der Arbeit gehabt.