May
11
2008

Muttertag

Ich bin kein Fan vom Muttertag. War ich noch nie und werde ich wohl auch nie sein. Viel zu viel Gedönse um nichts. Geschenkezwang und ewige Dankbarkeit an einem Tag. Nee, ist überhaupt nicht mein Ding.

Ich dachte, dass sich das vielleicht ändert, wenn ich selbst mal Mutter bin, aber bisher habe ich davon noch nichts gemerkt. Muttertag ist für mich eher sowas. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass solch eine wunderbare Liebesbezeugung von irgendeinem Tag im Mai oder sonst einem Monat abhängt.

Darf ich meine Mama im Umkehrschluss dann nur am Muttertag lieben?

Die Idee ist schon schön, dass es einen Tag gibt, an dem man die Mütter ehrt. Bisher habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass Muttersein keine einseitige Beziehung ist, sondern dass man immer, jeden Tag etwas zurück bekommt. Kleine Dinge, ein kleines Lächeln, ein Küßchen, eine Umarmung, ein Schrei nach der Mama, weil die Mama nun mal die einzige ist, die alles wieder in Ordnung bringen kann. Das ist für mich Muttertag und das passiert jeden Tag. Und bei uns sogar doppelt, weil wir zwei Mamas bzw. eine Mama und eine Mommy sind.

Wenn man dann selber älter und so langsam erwachsen wird, dann fängt man (also halt ich) sowieso erst an, wirklich zu verstehen, was man an der Mama (oder wohl eher an den Eltern) hat.

Als ich nach meinem Jahr in den USA zurückkam, war ich ziemlich verwirrt. Ich hatte mich in dem Jahr verändert, weiterentwickelt und stand beim Heimkommen genauso unter Kulturschock wie beim Weggehen. An einem Tag bin ich morgens mit meiner Mama mit dem Zug nach Freiburg gefahren. Sie war auf dem Weg zur Arbeit und was ich gemacht habe, weiß ich nicht mehr. Der Zug war sehr voll und irgendwie stand ich dann zwei Meter und ungefähr zwanzig Personen von meiner Mama entfernt. Genauso mutterseelenallein, wie ich es in den USA am Anfang war, als alles doof war und man jemanden aus mir machen wollte, der ich nicht bin. Und dann hat sich irgendwo im vollgestopften Zugabteil jemand die Nase geputzt. Und da wußte ich, dass ich zuhause bin. Denn der jemand war meine Mama und mir war klar, dass mir nichts mehr passieren kann, denn zuhause habe ich immer jemanden, der auf mich aufpasst und mir hilft, wenn etwas schiefgeht, egal wie alt und erwachsen ich bin. Das ist für mich Muttertag.

In diesem Sinne: Alles Gute zum Muttertag, liebe Mama (und natürlich auch alle anderen Mamas da draußen auch)!

Written by Belle in: Alltag |

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  • jedes wort unterschreibe ich da. mir wird immer gesagt, wenn die kinder erstmal im kindergarten sind und mit selbstgebasteltem nach hause kommen, dann ist erst “richtig” muttertag. ich aber finde, da werden die kinder schon von klein auf in dieses “muttertagsgedöns” reingezogen und wenn man die rolle des muttertages mal im dritten reich sieht, dann möchte ich da ehrlich einfach nichts damit zu tun haben…..das ich heute mit meiner eigenen mutter wie so gut reden kann und sie wirklich in weiten teilen zur vertrauensperson geworden ist – das ist muttertag am laufenden band für mich. vielleicht auch für sie. dazu brauche ich keinen bestimmten tag.

    Comment | 11.05.2008

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