Was wir machen ist normal

…sagte neulich meine Frau zu mir. Wie Recht sie doch hat. Der Anlass war folgender:

Squishy spielt gerne draußen, auch wenn es regnet, es nass und dreckig ist. Und dazu gab’s in letzter Zeit ja wirklich genügend Anlass. Logischerweise hat er dann dreckige Schuhe, die ich – auch logischerweise – sehr ungern durch die Wohnung stapfen habe. Also habe ich angefangen, ihn mir zu schnappen, in die Badewanne zu stellen und ihm da die dreckigen Schuhe und Regenhose auszuziehen. Weil es ja so regnerisch war, die letzte Zeit, habe ich das ein paar Mal nacheinander gemacht mit dem Ergebnis, dass das jetzt immer so ist.  Egal ob die Sonne scheint, wir mit dem Auto unterwegs waren, vom Einkaufen kommen oder ob es draußen knochentrocken ist. Völlig egal. Die Schuhe können nur in der Badewanne ausgezogen werden. Und wehe wenn nicht, dann ist das Geschrei aber groß. Und auf Dauer ist das ganz schön nervig. Mittlerweile – nach langem, hartem Training – hat Cerah den Kleinen wieder soweit, dass er die Schuhe nicht mehr u-n-b-e-d-i-n-g-t in der Badewanne ausziehen muss.

Mir hat das Ganze ein Stirnrunzeln (leider habe ich mit der Aktion angefangen) und eine Erkenntnis eingebracht: Was wir machen ist normal. Wenn wir was vormachen, dann wird das genau so nachgemacht. Und dann ist das immer so, in Stein gemeiselt und ohne Raum für Veränderung, egal was der Grund für so eine Aktion war und ob der Grund vielleicht nicht immer zutrifft. So lässt sich das eigene Verhalten am einfachsten korrigieren, wenn man ständig den Spiegel vorgehalten bekommt. Nur muss man es halt auch korrigieren, bevor es zu spät ist.