Kleiner Hausmann
Hab ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich unseren Sohn einfach die ganze Zeit nur knuddeln könnte, wenn er so überaus knuffig ist? Vermutlich schon. Vermutlich schon oft, immer eigentlich. Trotzdem.
Gestern Abend hatten wir (Nick und ich) den Auftrag staubzusaugen, weil Sarah das wegen ihrer Hausstaubmilbenallergie nicht kann. Dazu muss man wissen, dass unser kleiner Hausmann staubsaugen wahnsinnig toll findet. Der Staubsauger selber ist unheimlich interessant und der Stecker und das Kabel erst! Kleinkind-Himmel! Da rennt er mir dann so voraus zur Abstellkammer und kann’s kaum erwarten den Staubsauger rauszuholen und ist schon ganz aufgeregt. Da hätte ich ihn schon knutschen können, habe es aber unterlassen, weil wir ja sooo beschäftigt waren, vorallem Nicholas natürlich. Nachdem er mir dann gezeigt hat, wo ich jetzt den Stecker reinmachen muss, konnte ich auch endlich anfangen zu saugen. Normalerweise wuselt er dann nur so um mich rum, schließlich muss inspiziert werden, dass ich auch alles richtig absauge und nicht schludrig arbeite. Das Personal muss beaufsichtigt werden, sag ich da nur. Und so sauge ich vor mich und merke irgendwann, dass meine Saugaufsicht nicht mehr da ist. Kurzer Blick in die Abstellkammer, ach ja, der Akkuschrauber (ohne spitzen Aufsatz) war in greifbarer Nähe und wird hingebungsvoll untersucht. Gut, mir auch recht, nix spitzes dran, Sperre ist drin, passt schon. Ich sauge munter weiter, bin zwischenzeitlich schon in der Küche fertig und wundere mich irgendwann, dass es immer noch so still ist und mein Sauginspektor sich nicht mehr hat blickenlassen. So interessant kann selbst ein Akkubohrschrauber nicht sein. Ich mache mich auf die Suche und wo finde ich ihn? Mit dem Wischmopp im Schlafzimmer. Da hat er sich wohl gedacht, er übernimmt heute mal das feucht wischen, hat den Wischmopp aus der Abstellkammer geholt und angefangen zu putzen. Da stand er dann, der kleine Mann mit dem ewig langen Wischmopp und hat mit beiden Händen den Stiel gehalten, um richtig vor und zurück wischen zu können. Ich war kurz davor zu zerschmelzen, so süß fand ich das. Wäre ja auch ok gewesen, der Wischmopp war schließlich nicht weit. Und so hat er dann tatsächlich unser Schlafzimmer gewischt, den Flur, das Badezimmer und sein Zimmer. Da gab er auf und der Mopp wurde von mir wieder die sichere Obhut der Abstellkammer befördert. Nur eine kleine feuchte Spur (der Mopp muss wohl vom letzen Mal putzen noch nicht richtig trocken gewesen sein) zeugte dann davon, dass der Sauginspektor auch mal selbst Hand anlegen kann. Was soll ich sagen? Ich liebe dieses Kind und bin ganz verzückt von solchen Aktionen!

