Manchmal bin ich beeindruckt.
Essen ist bei uns immer so ein Thema. Der junge Herr isst okay, bleibt aber trotzdem ziemlich dünn. Das ist in Ordnung und auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er keine zwei Minuten am Tag stillsitzt. Wenn ich mich so viel bewegen würde, dann hätte ich mit Sicherheit kein Problem damit, dass ich meine Hosen nicht zubekomme.
Aber zurück zum Thema: Essen. Neuerdings hat Nick entdeckt, dass man in die Küche gehen kann auf den Kühlschrank oder den Schrank mit den Snacks oder das Obst zeigen kann und dann meistens das bekommt, was man gerne hätte. Manchmal artet das allerdings auch in eine Odyssee aus wie gestern beim Abendessen zum Beispiel. Er wollte den ganzen Tag nichts vernünftiges Essen und abends auf die Frage, ob er Hunger hat, ging er in die Küche zum Kühlschrank. Dort war es dann “Cheess” als cheese – wie immer – und den Fleischkäse hat er sich noch auserkoren. Also gab es erstmal das. Das hat er auch ziemlich gut gegessen, dann war er fertig – vorübergehend auf jeden Fall – und wollte dann noch ein “coocoo” was ein cookie ist. Die Küchentür stand offen und sein Blick fiel genau auf die Blechkeksdose. Also durfte er sich einen Keks aussuchen, den er auch halb gegessen hat. Dann war er ganz fertig und wollte runter. Um in die Küche zu gehen und mir deutlich zu machen, dass er jetzt gerne eine Kiwi hätte. Auch kein Problem, kann er gerne haben. Also wieder zurück an den Tisch, diesmal auf einen normalen Stuhl und wir haben uns die Kiwi geteilt. Auf dem Tisch befand sich noch eine Essiggurke von irgendwann früher am Tag, also wurde die abwechselnd mit der Kiwi gegessen. Danach wollte er noch ein “coocoo”, allerdings nicht für sich sondern für mich. Nur mag ich diese Art von Keksen nicht, weshalb ich ihn auch nicht gegessen habe. So sieht bei uns also neuerdings sein Abendessen aus, wenn er denn alleine isst. Wie eben gestern.
Heute war es dann so ähnlich und zwar beim Vormittags-Snack. Er hatte kurz vorher erst Frühstück. Und als er dann wieder anfing in die Küche zu gehen und zu verlangen, dass einer von uns beiden mitkommt, war ich nicht so wirklich begeistert. Schließlich gab es eben erst Frühstück und da kann man doch nicht schon wieder Hunger haben und ich hatte auch keine Lust ihm Schokolade oder sowas zu geben. Als er dann aber nicht locker gelassen hat, habe ich mich halt erbarmt und bin halt mit in die Küche. Da ging er schnurstracks zum Gelben Sack, der bei uns in der Küche auf dem Katzenklo wohnt und hat auf einen leeren Vanillepudding gezeigt. So einen wollte er gerne. Den hatten wir zwar leider nicht mehr, aber ein Fruchtzwerg hat’s dann auch getan. Und ich war beeindruckt. Wenn man schon den Kühlschrank nicht selbst aufmachen kann, dann muss man seinen Mamas halt irgendwie anders beibringen, was man will. Und das hat er erfolgreich geschafft. Wie schön sind doch diese stolzen Mama-Momente!