Apr
09
2008
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Arschlochkinder

Die gibt es. Und davon jede Menge. In der Gruppenstunde, die Sarah mitleitet, gibt es die auch oder eher eines davon, was es für die Leiter immer sehr schwer macht, eine produktive Gruppenstunde zu halten. Gestern hatten wir’s davon und ob seine Mutter weiß, wie sich ihr geliebtes Söhnchen so aufführt, wenn sie nicht dabei ist.

Ich war früher auch mal in einer Gruppenstunde. Da war ich auch so 10 oder 11. So eine katholische Mädchensache. Und ich war das Arschlochkind. Die Leiterin konnte mich nicht leiden, weil sie mich nicht bändigen konnte und überhaupt nicht mit mir klar kam. Ich war fies, rotzfrech, habe gekonnt alles ignoriert, was ich machen sollte und habe immer die kleine Fette fertiggemacht. Autsch. Das gab sicher keine Punkte auf meinem Kharmakonto. Die kleine Fette war zufällig mit der besten Freundin der Leiterin verwandt und deshalb natürlich der kleine Liebling. Und das gab noch mehr Abzug auf meinem Sympathiekonto.

Ich besitze das Talent in einem Raum auf Anhieb das schwächste Glied zu finden. Und das habe ich gnadenlos ausgenutzt. Früher mal. Leider kann ich auch sehr fies sein. Und war das dann auch.

Die kleine Fette aus der Gruppenstunde hatte sehr unter mir zu leiden und hat immer versucht, sich hinter der Leiterin zu verstecken, die ihrerseits genauso wenig wußte, wie man prä-pubertäre Quälgeister in die Schranken weist. Die Einzige, die den Mund aufgemacht hat und gesagt hat, was sie denkt, nämlich dass ich das letzte bin und mich gefälligst mal benehmen soll, war so ne nette höflich Blonde mit glatten langen Haaren aus dem Dorf nebenan. Die ich daraufhin natürlich auch nicht mehr leiden konnte. Okay, vorher fand ich die auch schon doof. Ob es sich gebessert hat oder besser ob ich mich gebessert habe, weiß ich nicht mehr. Irgendwann bin ich da nicht mehr hin oder die Gruppe hat sich aufgelöst, weiß ich auch nicht mehr so genau.

Jahre später ist eben jene Blonde mit der eigenen Meinung und dem Mut diese auch zu vertreten, wieder in meinem Leben aufgetaucht. Als Freundin meines Cousins. Liebling der Schwiegermutter. Und das für ziemlich lange Zeit. Ich bin sicher, sie wußte noch ganz genau, wer ich war. Und Mann war das vielleicht peinlich. Für mich, nicht für sie. So wirklich unterhalten habe ich mich nie mit ihr. Vermutlich war mir die Gefahr zu groß, darauf angesprochen zu werden, dass wir ja mal zusammen in einer Gruppenstunde waren. Hätte sie zwar wahrscheinlich nicht gemacht, aber man weiß es ja nicht. Und zugeben zu müssen, dass ich da wirklich ein Arschlochkind war, wollte ich auf keinen Fall. Irgendwann ist sie dann wieder von der Bildfläche verschwunden.

Ist doch merkwürdig, wie das Leben einen netterweise immer mal wieder an die eigenen Verfehlungen erinnert. Und ich mus gestehen: ja, ich war ein Arschlochkind und auch noch stolz darauf. Nicht so wirklich sympathisch.

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, heute bin ich besser. Angeblich eine Frohnatur (im Büro zumindest), ausgeglichen und immer nett, höflich und diplomatisch im Umgang mit anderen. Wurde mir gesagt.  So bin ich heute. An der Oberfläche zumindest.

Written by Belle in: Alltag |
Apr
09
2008
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Kleinholz

Kommt ein Stöckchen geflogen, setzt sich nieder auf mein Fuß und so weiter und so fort. Nur leider war das Stöckchen schon mal bei mir. Antworten sind zu finden HIER. Schade eigentlich. Es bediene sich, wer will.

Written by Belle in: Alltag |

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