Meine Meinung

War dann doch etwas schneller als gedacht, denn ich kann verkünden, dass ich die “Feuchtgebiete” durchhabe. 220 Seiten sind jetzt nicht so wahnsinnig viel und da Sohnemann nett genug war, sich selbst zu beschäftigen und seit langem auch mal wieder ausgiebig geschlafen hat, war ich gestern Mittag durch.

Meine Meinung dazu: Hm, schwer zu sagen. Schlecht war’s nicht, so ein wirkliches Muss-ich-unbeding-lesen-Buch auch nicht. Eklig fand ich’s auch nicht unbedingt, aber das habe ich auch nicht erwartet, da ich nicht so sehr zart besaitet bin. Ich finde es liest sich eher wie ein Sachbuch zum Thema sexuelle Experimentierfreudigkeit eines Teenies mit einer kleinen Geschichte drumrum. Als Wichsvorlage (wie hier teilweise diskutiert) eignet es sich meiner Ansicht nach nicht, was aber auch daran liegen kann, dass Körperflüssigkeiten nicht unbedingt mein Fetisch sind. Wem das aber zusagt, der wird vermutlich voll auf seine Kosten kommen.

Tabubruch ist es vielleicht, wenn man nie selbst mal was ausprobiert hat und sich noch nie mit seinem Körper beschäftigt hat. Ich bin in der Hinsicht ziemlich unbefangen aufgewachsen und finde man kann mit sich und seinem Körper machen was man will und was einem etwas gibt, solange man jemanden findet, der das auch gut findet und niemanden zu etwas zwingt. Ich würde weder den benutzten Tampon mit meiner Freundin tauschen, noch jemanden anpinkeln, aber wem’s gefällt. Viel Spaß! Ich muss ja nicht mitmachen.

Über sowas öffentlich reden? Wieso nicht. Braucht sicher viel Mut, aber ist das nicht genau das, was die Hippies schon gemacht haben? Jeder poppt jeden, je mehr Drogen desto besser und ich bin mir ziemlich sicher, dass da auch mehr dabei rauskommt als eine Orgie in kopulierender Missionarsstellung. Irgendwie alles schon mal da gewesen.

Es war sicher interessant zu lesen, mein innerer Voyeur hat sich gefreut, ist irgendwie wie beim Zoobesuch, viele Sachen konnte ich vermutlich nicht nachvollziehen, weil Mann-Frau-Sex dann doch etwas anderes ist als Frau-Frau-Sex, den die Dame im Buch ja auch mal mit einer Prostituierten praktiziert, aber im großen und ganzen fand ich es sehr unterhaltend.

Der Schreibstil kam mir eher ein bißchen blog-mäßig vor, war sehr direkt und einfach zu lesen. Würde ich das Buch weiterempfehlen? Teilweise. Mit Sicherheit nicht jedem. Meiner Mama ja, Cerah nicht.