Schon erstaunlich, was so passiert, wenn man in einem kleinen Städtchen lebt.
Ich hab da noch einen Gutschein für die Buchhandlung hier im Ort. Und weil ich es nie schaffe, da hinzugehen und ihn einzulösen hatte sich Cerah angeboten, das für mich zu erledigen. Fand ich auch ganz klasse, nur wußte ich nicht, welches Buch ich denn gerne hätte.
Dann letzte Woche hatte ich mich endlich entschieden. Ich möchte gerne das eklige von der Charlotte Roche, was im Moment so einen Wirbel verursacht. Ich habe mir erst Mal jede Menge Rezesionen durchgelesen und mit jeder Negativkritik fand ich das Buch immer besser. Fäkalsprache und Freakshow wirken auf mich wie Magneten. Also habe ich meinen Wunsch mitgeteilt und musste dann natürlich auch erklären, was das denn für ein Buch ist.
Und was für eine Antwort bekomme ich: Äh, nee. Die Mutter eines meiner Gruppenkinder arbeitet da. Was soll die denn von mir denken?
Ich fand das schon irgendwie lustig, kann es aber auch verstehen. In so einer kleinen Stadt und als Pfadfinderleiterin muss man auf seinen Ruf schon achten. Denn ist der erst ruiniert… Wenigstens kaufen sich die Lesben mit Kind keine schmutzige Bettlektüre.
Das Buch bekomme ich übrigens trotzdem. Wurde heute beim Internet-Buchhändler bestellt. Und kommt dann in einer neutralen, braunen Verpackung. Wie beim Sex-Shop. Die Plastiktüten ohne Aufdruck. Da kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.