Mar
14
2008
0

Irgendwie bedrückend

Ich war gestern mit meinem Chef in der Tumorbiologie sprich der Uniklinik. Er musste da mal wieder zum Blutabnehmen hin und ich habe ihn hingefahren, weil sein Auto gerade in der Werkstatt ist. Er hat immer noch nicht alle Werte, aber wenigstens weiß er jetzt, dass er definitiv Leukämie hat und dass es eine chronische Form ist. Das ist in so fern gut als dass diese Form einen länger leben lässt und am Anfang nicht behandelt, sondern nur überwacht wird. Im Gegensatz zu akuter Leukämie, die wesentlich aggressiver verläuft und die schlimmer ist.

Da saß ich dann also im Wartezimmer der Tumorbiologie, während mein Chef sein Blut abgegeben hat und fühlt mich beklemmt. Ich saß da ganz unbehelligt zwischen Menschen, denen gesagt wurde, dass ihr Leben zu Ende ist morgen, übermorgen, in einem Jahr, in drei Jahren. Das ist schon ein komisches Gefühl, denn entspannt war die Stimmung in diesem Wartezimmer garantiert nicht. Das war irgendwie ganz still, mit flüsternden Unterhaltungen und angespannt. Und ich saß da mit meiner Bunte, habe mich hirnloserweise darüber informiert, dass J.Lo ihre Zwillinge ohne mein Wissen Ende Februar zur Welt gebracht hat und war froh, dass es mir so gut geht.

Schon komisch, wie einen solche Dinge wieder auf den Boden bringen und die Dankbarkeit für das erwacht, was man hat. Vor allem weiß ich ja nie, wie lange ich das noch haben werde. Wer sagt denn, dass ich mich nicht morgen an einer Fischgräte verschlucke, ins Krankenhaus muss und die mir dann sagen, dass ich nur noch ein Jahr zu leben habe? Vielleicht sollte ich mich öfter mal in so ein Wartezimmer setzen, wenn mir mein Leben mal wieder so wahnsinnig furchtbar und ungerecht erscheint. Zum Glück ist das recht selten der Fall, aber es ist gut zu wissen, was hilft, um mal wieder den Kopf zurechtgerückt zu bekommen.

Written by Belle in: Alltag |
Mar
14
2008
0

Wie enttäuschend

Der kleine Squishy ist krank und das ausgerechnet heute. Denn eigentlich sollte heute die Oma auf den jungen Mann aufpassen, da Sarah um 15:30 Uhr mit den Pfadfindern bis morgen früh weg ist und ich erst zwei Stunden später nachhause kommen sollte. Und dann wacht er heute früh mit einer Temperatur von 40.1 auf, die den ganzen Tag nie niedriger als 39,3 war. Die Oma ist zwar trotzdem gekommen, aber viel los war mit Nicholas nicht. Ich bin allerdings schon eine Stunde früher zuhause gewesen, weil ich weiß, wie das so sein kann mit dem kranken Kind und das wollte ich der Oma nicht antun. Sagen wir es mal so, mittlerweile ist es nach 20:00 Uhr und ich habe immer noch nichts gegessen. Dabei hätte ich mir eigentlich nur die Nudeln von gestern in der Mikrowelle aufwärmen müssen, aber auch das war nicht möglich. Er war noch eingermaßen okay, als die Oma ging und hinterher war dann aus. Er wollte nur auf meinem Schoß sitzen, den Kopf an meine Brust lehnen und garnichts machen. Der arme kleine Squishymann. Um kurz vor 6 habe ich dann unsere Regel, dass nach 16:00 Uhr nicht mehr geschlafen wird gebrochen, denn der Kleine war so fertig, dass er sogar mit Tür auf und meinen Rumgewusel für eine halbe Stunde total weggetreten war. Essen war dann anschließend garnicht, um kurz vor sieben konnte ich ihn zum einem abkühlenden Wannenbad überreden, was aber nur möglich war, weil ich mit meinem angeklammerten Affenbaby ins Wasser bin. Danach ging’s dann ein Zäpfen und schnurstracks ins Bett. Ich hoffe, dass er wenigstens gut schlafen kann. Außer Fieber kann man keine Anzeichen von irgendwas entdecken. Gut er atmet ziemlich schwer, aber die Nase ist nicht verstopft und auch sonsten keine Anzeichen einer Erkältung. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass er Gliederschmerzen hat, denn er bewegt sich nur sehr unwillig, langsam und vorsichtig.

Hoffentlich ist das morgen wieder besser. Dann kucken wir morgen früh bei Oma und Opa vorbei, die sicher ganz enttäuscht sind, dass das heute mit babysitten nichts war. Denn der Opa wollte auch noch vorbeikommen, aber mit einem weinerlich und unlustigen Kind – da krank – macht das auch keinen Spaß. Ich hoffe, dass wir beiden heute Nacht schlafen können und dass morgen alles wieder so schnell vorbei ist, wie das heute aufgetaucht ist.

Written by Belle in: Alltag |

Theme: TheBuckmaker.com Magazine Style WordPress Themes | Drupal Hosting, Low Budget Hosting