Die kam gestern im Interview vor und lautet so: Wann haben Sie Squishy von der Insemination erzählt? Logischerweise ist er dazu noch zu klein, also war es dann eher: Wann haben Sie vor Squishy von der Insemination zu erzählen? Meine spontane Antwort war, dass es da keinen bestimmten Zeitpunkt geben wird, sondern dass er von Anfang an Bescheid wissen wird. In etwa so wie ich mich nicht daran erinnern kann, wann ich aufgeklärt worden bin. Ich wußte einfach schon immer wie Babys entstehen, das war nie irgendeine große, geheimnisvolle Sache. Ich habe sogar unwissend in der Grundschule eine Freundin aufgeklärt, die das nämlich nicht wußte. Hat sie mir Jahre später zu meinem Erstaunen mal erzählt.
Aber zurück zum Thema. Hinterher habe ich mir dann überlegt, wie das wohl in einer Mama-Papa-Familie ist. Es gibt ja genügend Kinder, die per IVF oder sonst einer Methode der künstlichen Befruchtung gezeugt werden. Ist das da auch ein Thema? So nach dem Motto: Ach übrigens, du bist nicht beim lustigen Matratzentanz gezeugt worden, sondern im Reagenzglas? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich zum Thema gemacht wird. Und vorallem: Interessiert das überhaupt jemanden?
Andererseits kann ich das auch irgendwie verstehen, dass man das als Mama-Papa-Familie nicht unbedingt zum Thema machen will. Denn da geht vermutlich auch eine ziemlich lange Leidensgeschichte voraus. Obwohl es da auch diese und jene Familien geben wird. Aber was mache ich mir Gedanken, das ist ja nicht mein Problem. Wir werden die Insemination-Frage so handhaben oder planen, sie so handzuhaben, dass Squishy sich nicht daran erinnern wird können, wann er denn darüber Bescheid wußte, dass sein Vater ein Samenspender ist, weil das einfach schon immer so war. Auf große Dramen oder Geheimnisenthüllungen stehe ich sowieso überhaupt nicht, also wird es das bei uns auch nicht geben.