Ich konnt's nicht lassen

Total überteuert und super kitschig. Aber ich fand’s süß und ein tolles Souvenir… Man beachte auch die echte niederländische Autobahn im Hintergrund auf der der Lastwagen fährt.

Total überteuert und super kitschig. Aber ich fand’s süß und ein tolles Souvenir… Man beachte auch die echte niederländische Autobahn im Hintergrund auf der der Lastwagen fährt.
So, da sind wir wieder. Nach einem dreitägigen Ausflug in die Niederlande sind wir gestern Abend wieder nachhause gekommen. Wir hatten einen schönen Aufenthalt in Maastricht, haben den niederländischen Teil unserer Familie besucht und einen neuen niederländischen Teil der großen Bloggerfamilie kennengelernt.
Nicholas war super und war sogar auf der langen Fahrt (6 Stunden hin und 5 Stunden zurück inklusive Pausen) wirklich klasse drauf. Schnuffel mussten wir kaum ertragen, haben dafür aber Kinderlieder angehört und selbst gesungen.
Unsere erste merkwürdige Begegnung hatten wir auf einer Autobahnraststätte irgendwo in der Nähe der holländischen Grenze. Ich musste mal und bin alleine auf die Toilette während Sarah und Nicholas den Rastplatz erkundet haben. Auf dem Weg dahin musste ich an einem dicken Niederländer mit Zigarre im Mund vorbei, der an sein Auto gelehnt da rumstand. Da dachte ich schon, dass der mich jeden Moment anquatschen wird und war froh, dass ich ohne Gelaber an ihm vorbei gekommen bin. War ja klar, dass er mich dann auf dem Rückweg erwischt: “Hallo. Ich bin Niederländer und Vertreter und komme gerade von einer Haushaltmesse in Luxemburg. (Wer hätte es gedacht. Dein Nummerschild ist gelb, es steht dick und fett NL drauf und du hörst dich an wie Rudi Carrell.) Ich kann ihnen ganz billig Messer von … (irgendeine Marke, die ich natürlich nicht kenne) verkaufen. Ganz neu und super Qualität.” Selbstverständlich lehne ich dankend ab, denn wer kauft schon Messer auf einer Autobahnraststätte von einem dahergelaufenen Typ mit Zigarre? “Ich habe auch ganz super Töpfe…” Ähm, nein danke. Wenig später ist er dann in sein Auto eingestiegen und hat neben wirklich jedem auf dem Rasthof angehalten und versucht, seine Haushaltswaren zu verkaufen.
Gegen Mittag sind wir dann in Maastricht angekommen, haben unsere erste Stadt-wieder-erkundung gemacht, Nicholas durfte Tauben jagen und nach dem Einchecken ins Hotel war er um 18:00 Uhr völlig fertig im Bett und ist erst am nächsten Morgen wieder aufgewacht.
Dienstag war ein bißchen regnerisch, wir haben mittags Nicholas’ Vater und seine Oma besucht. Dieses mal war der Kleine auch viel besser drauf als letztes Jahr und hat hoffentlich einen guten Eindruck hinterlassen. Abends gab es unser erstes gemeinsames Essen in einem Restaurant und das war nicht so wirklich entspannt. Ich sage nur, als wir gegegangen sind, war auf dem Fußboden unter dem Tisch eine riesige Colapfütze (das war mein tolles Werk) in der allerlei Pommes, Karotten, Plastiktütchen und Traubenzucker lagen. Da werden wir uns wohl nicht mehr so schnell wieder blicken lassen.
Mittwoch Morgen hatten wir dann unsere letzte Maastricht Shopping Gelegenheit und gegen Mittag haben wir uns mit Kat und Loe getroffen. Die beiden sind wirklich wahnsinnig nett und es ist so klasse jemanden, den man nur vom Internet kennt, auch mal im echten Leben kennenzulernen.
Die Heimfahrt war recht ereignislos bis auf die letzten 45 Minuten, wo Sarah dann zu Nicholas nach hinten ist, um ihn wenigstens einigermaßen glücklich zu machen. Die allerletzten 20 Minuten haben wir dann im Chor La-Le-Lu gesungen, denn das funktioniert immer und hat ihn auch diesmal wieder beruhigt.
Wir hatten einen schönen Trip, der uns Mut gemacht hat, auch andere Reisen mit dem kleinen Männchen – ist ja kein Babymann mehr – zu unternehmen. Lassen wir uns mal überraschen, wo es uns als nächsten hin verschlägt.
Donnerstag bin ich wieder da und zwischenzeitlich halten wir uns in Maastricht auf, um Nicholas’ Vater zu besuchen und uns (endlich) mit einer Bloggerbekanntschaft zu treffen. Ich freu mich. Es wird zwar eine lange Fahrt, aber das passt schon.
Ach übrigens: Schnuffel ist out. Backyardigans (Die Hinterhofzwerge) sind in. Hört es euch drei mal hintereinander an und versucht, die Melodie nicht den ganzen Tag lang zu singen. Viel Erfolg! Ich kann’s nicht. Und nein, die Serie haben wir im Fernsehen noch nie gesehen, aber die Lieder sind sehr eingängig und bei Nicholas sehr beliebt.
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Die kam gestern im Interview vor und lautet so: Wann haben Sie Nicholas von der Insemination erzählt? Logischerweise ist er dazu noch zu klein, also war es dann eher: Wann haben Sie vor Nicholas von der Insemination zu erzählen? Meine spontane Antwort war, dass es da keinen bestimmten Zeitpunkt geben wird, sondern dass er von Anfang an Bescheid wissen wird. In etwa so wie ich mich nicht daran erinnern kann, wann ich aufgeklärt worden bin. Ich wußte einfach schon immer wie Babys entstehen, das war nie irgendeine große, geheimnisvolle Sache. Ich habe sogar unwissend in der Grundschule eine Freundin aufgeklärt, die das nämlich nicht wußte. Hat sie mir Jahre später zu meinem Erstaunen mal erzählt.
Aber zurück zum Thema. Hinterher habe ich mir dann überlegt, wie das wohl in einer Mama-Papa-Familie ist. Es gibt ja genügend Kinder, die per IVF oder sonst einer Methode der künstlichen Befruchtung gezeugt werden. Ist das da auch ein Thema? So nach dem Motto: Ach übrigens, du bist nicht beim lustigen Matratzentanz gezeugt worden, sondern im Reagenzglas? Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich zum Thema gemacht wird. Und vorallem: Interessiert das überhaupt jemanden?
Andererseits kann ich das auch irgendwie verstehen, dass man das als Mama-Papa-Familie nicht unbedingt zum Thema machen will. Denn da geht vermutlich auch eine ziemlich lange Leidensgeschichte voraus. Obwohl es da auch diese und jene Familien geben wird. Aber was mache ich mir Gedanken, das ist ja nicht mein Problem. Wir werden die Insemination-Frage so handhaben oder planen, sie so handzuhaben, dass Nicholas sich nicht daran erinnern wird können, wann er denn darüber Bescheid wußte, dass sein Vater ein Samenspender ist, weil das einfach schon immer so war. Auf große Dramen oder Geheimnisenthüllungen stehe ich sowieso überhaupt nicht, also wird es das bei uns auch nicht geben.
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