Nov
21
2007
0

Mein Küchenfenster

ist leider nicht sehr fotogen. Deshalb sieht es auf allen Bildern, die ich von ihm zu machen versuche irgendwie doof aus. Schade, denn ich mag mein Küchenfenster sehr gerne. Direkt vornedran ist unsere Spüle und wenn ich von Hand abwasche stehe ich da und kucke zum Fenster raus. Unser Küchenfenster hat zwei Flügel und unten einen Teil, den man nicht aufmachen kann. Wenn es dunkel ist und ich meditativ abwasche, schaue ich raus und sehe einen Busch, eine Straße mit Laterne, auf der anderen Seite der Straße mehr Büsche und einen Baum in einem großen Garten. Dann stehe ich da und denke so vor mich hin. Wie unglaublich es doch ist, dass ich tatsächlich da stehe, wo ich eben stehe und wie friedlich und ruhig es doch ist. Neuerdings steht da auch eine Zitronenpflanze, die wir von meiner Oma zum Einzug bekommen haben. Eine wunderbare Zimmerpflanze. Ich mag sowas sehr gerne, so lange ich noch das Fenster aufmachen kann und keine Buschmachete brauche, um die Außenwelt wieder sichtbar zu machen. Ich finde, unser Fenster hat sehr viel Charakter und verdient mehr Beachtung. Neuerdings betreibe ich wohl des öfteren meditatives aufräumen. Dabei geht mir so allerhand durch den Kopf. Das meiste davon hat mit heute und hier eigentlich nicht wirklich viel zu tun. Meistens mache ich mir Gedanken darüber, wie mein Leben bisher verlaufen ist. Manchmal mache ich mir auch Gedanken darüber, ob meine Glückssträhne, die sich Leben nennt, irgendwann mal abreißt und dann alles den Bach runtergeht. Ob ich das irgendwie voraussehen kann? Vielleicht erahnen oder merkt man das, wenn einen das Glück verlässt? Und trifft es dann mich, oder die Menschen um mich? Und dann denke ich mir, dass das Leben sowieso macht, was es will und ich keinen Einfluss darauf habe. Also kann ich es genauso gut genießen. Schließlich habe ich ein gutes Leben und selten bis nie Grund zur Klage. Und dann bin ich auch schon mit Abwaschen fertig und kehre ins wirkliche Leben zurück. Und alles nur wegen eines Küchenfensters:

Written by Belle in: Alltag |
Nov
20
2007
0

Rum und vorbei

Sonntag war ja große Familienfeier und gestern dann Krabbelgruppen-Geburtstag. Die Familienfeier lief relativ glatt ab, wenn wir auch noch Neulinge auf dem Gebiet der Massenversorgung sind. Es war ein bißchen eng und vielleicht doch ein wenig viel in unserer Wohnung, aber was soll’s. Man wird nur einmal ein Jahr alt. Allerdings auch nur einmal zwei Jahre alt und drei und vier… Ursprünglich hatten wir auch noch ein Abendessen für die Familie geplant, haben es dann aber doch gelassen. War auch besser so, war so schon anstrengend genug. Immerhin ist es ja ein Kindergeburtstag und der muss nicht bis um neun Uhr abends gehen. Nicholas war etwas überwältig und zwischendurch mal so fertig, dass er in sein Bett wollte. Das ist für ihn so eine Art Ruhepol und sicherer Zufluchtsort. Manchmal sitzt er nur da drin, drückt auf der Spieluhr rum, redet mit sich selbst und ist absolut zufrieden. Ansonsten hat er sich tapfer gehalten. Nur das Schlafengehen war dann etwas schwieriger. Wie immer, wenn tagsüber so enorm viel los war, ist es ihm schwer gefallen, zur Ruhe zu kommen. Er geht dann zwar ohne Probleme ins Bett und schläft auch gleich ein, wacht aber alle zwanzig Minuten wieder auf. Aber nach knapp zwei Stunden war dann auch Ruhe und er hat tief und fest geschlafen.

Der Krabbelgruppen-Geburtstag am Montag war dann auch viel angenehmer. Die Neue kam nicht, da ihr Kleiner krank war. So wirklich traurig fand ich das jetzt nicht gerade, da ich sie nach wie vor etwas komisch finde und sie mir nicht so wirklich sympathisch ist. Aber seine anderen beiden Kumpels mit jeweils einem Elternteil waren da und meine Mama auch. Die war zwar schon Sonntag da, aber wir dachten, dass es ihr vielleicht Spaß machen würde, die anderen Krabbler auch mal in Action zu sehen. Ich glaube, es hat ihr auch gefallen, denn sie ist als Letzte gegangen. Dann kann es ja nicht so doof gewesen sein. Bei der Gelegeheit ist mir übrigens auch wieder aufgefallen wieviel unbesorgter ich im Gegensatz zu den anderen beiden Eltern bin, wenn die Babymänner – oh Entschulding, das sind ja jetzt Kleinkindermänner – da so rumtoben. Unser Sofa steht etwa 30 Zentimeter von der Wand bzw. der Heizung weg. Nicholas beherrscht die Kunst vom Sofa auf das Fensterbrett hintendran zu klettern. Das begeistert mich jetzt zwar nicht wirklich, ist schließlich gefährlich, verleitet mich aber nur zum Eingreifen, wenn er fast schon auf dem Fensterbrett ist. Das muss dann doch nicht sein. Einer der beiden anderen Jungs hat eben das auch gemacht. Naja, jedenfalls fast. Er stand auf dem Sofa und hat sich etwas hinten über die Lehne gelehnt. Ich und meine Freundin saßen daneben, sie war abgelenkt und ich hab dem Kleinen halt so zugeschaut. Ist ja nichts dramatisches, bevor er runtergefallen wäre, hätte ich ihn mir schon gekrallt. Da springt auf einmal sein Papa panisch herbei, zieht ihn da weg und sieht mich ganz vorwurfsvoll an. Jo, da hab ich’s mir wohl verschissen. Aber jetzt mal ernsthaft, traut den Kindern doch mal was zu. Wie sollen sie den irgendeine Art von Selbstvertrauen entwickeln, wenn sie nichts ausprobieren dürfen? Und wenn sie halt mal hinfallen und sich wehtun, dann ist das eben so. Das hält sowieso nur für ne Minute, dann ist wieder gut und weiter geht’s. Ich habe mittlerweile allerdings auch festgestellt, dass das durchaus etwas mit dem Alter der Eltern zu tun hat. Je älter die Eltern, desto übervorsichtiger sind sie im Allgemeinen. Da gibt es sicher auch Ausnahmen – auch wenn mir noch keine begegnet sind. Das hat übrigens mein Papa auch schon zu mir gemeint, als er ein Problem damit hatte, dass wir das Planschbecken bei ihnen zuhause mit Regenwasser gefüllt haben. Das war nämlich seiner Ansicht nach zu dreckig, um Nicholas da rein zu lassen. Ich hab ihn natürlich trotzdem reingesteckt, denn ich empfand das Wasser durchaus als sauber. Auf jeden Fall meinter er da zu mir: Ja weißt du, man wird da viel vorsichtiger, wenn man älter wird. Und da hat er so Recht. Wir sind als Kinder auch in der Regentonne badengegangen und niemand hat sich daran gestört. Aber dafür ist ja jetzt auch Opa und nicht Papa. Da darf man das!

Written by Belle in: Alltag |
Nov
18
2007
5

Happy Birthday Squishy!

Heute vor einem Jahr um exakt 9:02 Uhr hat der kleine Squishy das Licht der Welt erblickt. Zwar nicht so wie wir uns das vorgestellt hatten, aber gesund und in einem Stück. Da sind dann auch 22 Stunden Wehen und ein Kaiserschnitt ohne Betäubung – auf Grund meines extremen Hohlkreuzes, saß die PDA nicht richtig – schnell vergessen. Es kommt mir vor als ob dieses eine Jahr ein ganzes Leben weit weg ist, was es ja in gewisser Weise auch ist. So viel ist passiert und ich würde Squishy nie wieder hergeben. Wir sind mit einem Sonnenschein gesegnet wie es mit Sicherheit keinen zweiten gibt. Ich könnte mich hier jetzt unendlich lange in Kitschigkeit ergießen, spare es mir aber, denn das wisst ihr ja sowieso schon alles. Da bleibt mir nur zu sagen: Alles Gute zum ersten Geburtstag, Sohnemann! Bleib wie du bist, dann wirst du schon richtig. Deine Mamas

Written by Belle in: Alltag |
Nov
17
2007
0

Verliebt

Das sind wir. Beide. In unsere Wochenend-Leihkamera. Ich sage nur:Digitale Spiegelreflexkamera. Canon Eos 400D. Uiiiii! Ich war ungefähr zwei Meter von Theo weg… Das nenn ich mal Qualität! Freut euch schon mal auf die Geburtstagsbilder!

Written by Belle in: Alltag, Fotos |
Nov
16
2007
0

Schon wieder Mitternacht

Neuerdings bin ich immer so totmüde wenn ich heimkomme, dass ich eigentlich nur noch ins Bett will. Sarah hatte heute eine Leiterbesprechung also habe ich genau das gemacht. Ich hab mich für ne halbe Stunde mit Nicholas in die Badewanne gesetzt und hab danach zuerst ihn, dann mich ins Bett gebracht. War auch alles schön und gut, aber natürlich musste ich aufwachen als Sarah dann heimkam, obwohl sie ganz leise war und ich eigentlich hätte weiterschlafen können. Wir haben uns kurz unterhalten, dann wollten wir endlich schlafengehen. Aber Pustekuchen. Mein Hirn ist aufgewacht und hat angefangen zu denken und zu denken und noch mehr zu denken. An Schlaf war nicht mehr zu denken, dafür an alles andere und so bin ich nun hier, um meine Gedanken zu ordnen, loszuwerden und dann wieder ins Bett zu gehen.

Die Buchhaltung nervt mich. Ständig muss ich daran denken, welche Belege ich noch wie bearbeiten muss und wann ich sie an Steuerberater schicken soll und ob die auch jetzt alles haben. Das nervt, aber leider kann ich’s nicht abschalten. Ich muss da dringend Ordnung reinbringen, sonst hab ich noch mehr schlaflose Nächte. Beim vorherigen Arbeitgeber konnte ich am Anfang nicht schlafen, weil da den ganzen Tag das Telefon geklingelt hat und mich das bis in den Schlaf verfolgt hat. Und bei dem vorher habe ich nachts das Aktenverzeichnis studiert, weil das so ausgeklügelt war und der Chef gerne Quiz gespielt hat. So nach dem Motto: Was bedeutet ein P an dieser Stelle des Aktenzeichens? Aber das ging alles vorbei und war ebenfalls nur am Anfang so.

Wir wurden eingeladen. Als Neubürger unserer Stadt zu einem netten Beisammensein (Neubürgerempfang) im Rahmen des Weihnachtsmarktes Anfang Dezember. Finde ich total schön und wenn es irgendwie geht, gehen wir da auch hin. Bin ja mal gespannt, was die da so bieten und wie sie unser wunderschönes Städtchen anpreisen. Nicht dass wir jetzt unbedingt echte Neubürger sind, eher Wiederbürger, aber alleine die Geste muss belohnt werden.

Ich hab heute endlich kapiert, wieso alle sagen, alles wird anders wenn der Kleine erst mal läuft und dass ich mir bald wünschen werde, er hätte sich noch länger Zeit gelassen und wie anstrengend das doch ist. Das liegt wohl daran, dass die allermeisten Kinder erst anfangen zu stehen, sich überall hochzuziehen und Dinge von Tische und sowas runterzureißen, wenn sie laufen können. Denn der eine Vater in der Krabbelgruppe hat das heute zu Sarah gesagt, wie anstrengend er das findet und das es doch was ganz anderes ist. Das heißt für uns: Es ändert sich überhaupt nichts. Hätte ich zwar auch nicht wirklich erwartet, aber wenn man das immer gesagt bekommt, dann macht man sich halt doch so seine Gedanken. Dazu muss ich sagen, Nicholas hat noch nie irgendwo still gesessen. Er zieht sich schon seit Ewigkeiten an allem hoch und versucht auf alles drauf zu klettern. Sein Trinkbecher stand schon immer auf dem Esszimmertisch, damit er da hinkrabbeln, aufstehen, trinken und dann weiterkrabbeln kann. Das einzige was sich für uns ändert ist also, dass er, um von Punkt A zu Punkt B zu kommen, nun nicht mehr krabbelt sondern eben läuft und das war’s auch schon. Er ist immernoch gleich groß und kommt an die gleichen Sachen dran und das wars. Ich kann schon verstehen, dass es gewöhnungsbedürftigt ist, wenn das Baby auf einmal nicht mehr still dasitzt, sondern sich  mehr als einen Meter nach links und einen Meter nach rechts bewegt. Manchmal brauch ich halt etwas länger bis ich kapiere, was es mit manchen dieser Erziehungsweisheiten auf sich hat.

Ach und ich habe heute auch festgestellt, dass wir wohl die Alptraum-Eltern jeder Erzieherin und jedes Lehrers sein werden. Und ich amüsiere mich jetzt schon darüber. Wir machen so viele Sachen so komplett anders als die anderen Krabbelgruppeneltern das machen. Unser Kind ist wahnsinnig lebendig, super aktiv, unheimlich neugierig und zu allen Schandtaten bereit. Wenn ich mir so ankucke, was wir für Quatsch mit ihm machen, wundert mich das auch nicht. Ich glaube manchmal, wir haben ihr nur zum Spaß haben und sind vollkommen zufrieden damit. Nicholas hat einen sehr starken Willen und ist für sein Alter sehr selbstbewusst. Wenn er was will, dann lässt er nichts unversucht, das auch zu bekommen und wenn auf was keinen Bock hat, dann bekommt man das auch gleich mit. Heute in der Krabbelgruppe war die Babybande bei der Neuen zuhause, die eine Matratze (!) quasi als Babygitter vor der Küche haben. Was das soll? Keine Ahnung, aber das ist bei denen halt so. Die anderen standen/saßen vorne dran und haben dumm geguckt, nur Nicholas fing an, das Teil auf die Seite zu schieben. So nach dem Motto: Ist ja lächerlich! Das soll mich aufhalten? Kann ja wohl nicht euer Ernst sein? Doof ist er auf jeden Fall nicht. Und ich sehe schon entnervte Kindergärtnerinnen und Lehrer vor mir, die sich beschweren, dass er ein Lausbub ist und immer alles nach seinem Kopf macht. Da fällt mir so spontan ein: Wir haben damit kein Problem. Ihr wurdet dafür ausgebildet, als kommt klar damit oder sucht euch einen anderen Beruf.

Written by Belle in: Alltag |

Theme: TheBuckmaker.com Magazine Style WordPress Themes | Drupal Hosting, Low Budget Hosting