Mein Küchenfenster

ist leider nicht sehr fotogen. Deshalb sieht es auf allen Bildern, die ich von ihm zu machen versuche irgendwie doof aus. Schade, denn ich mag mein Küchenfenster sehr gerne. Direkt vornedran ist unsere Spüle und wenn ich von Hand abwasche stehe ich da und kucke zum Fenster raus. Unser Küchenfenster hat zwei Flügel und unten einen Teil, den man nicht aufmachen kann. Wenn es dunkel ist und ich meditativ abwasche, schaue ich raus und sehe einen Busch, eine Straße mit Laterne, auf der anderen Seite der Straße mehr Büsche und einen Baum in einem großen Garten. Dann stehe ich da und denke so vor mich hin. Wie unglaublich es doch ist, dass ich tatsächlich da stehe, wo ich eben stehe und wie friedlich und ruhig es doch ist. Neuerdings steht da auch eine Zitronenpflanze, die wir von meiner Oma zum Einzug bekommen haben. Eine wunderbare Zimmerpflanze. Ich mag sowas sehr gerne, so lange ich noch das Fenster aufmachen kann und keine Buschmachete brauche, um die Außenwelt wieder sichtbar zu machen. Ich finde, unser Fenster hat sehr viel Charakter und verdient mehr Beachtung. Neuerdings betreibe ich wohl des öfteren meditatives aufräumen. Dabei geht mir so allerhand durch den Kopf. Das meiste davon hat mit heute und hier eigentlich nicht wirklich viel zu tun. Meistens mache ich mir Gedanken darüber, wie mein Leben bisher verlaufen ist. Manchmal mache ich mir auch Gedanken darüber, ob meine Glückssträhne, die sich Leben nennt, irgendwann mal abreißt und dann alles den Bach runtergeht. Ob ich das irgendwie voraussehen kann? Vielleicht erahnen oder merkt man das, wenn einen das Glück verlässt? Und trifft es dann mich, oder die Menschen um mich? Und dann denke ich mir, dass das Leben sowieso macht, was es will und ich keinen Einfluss darauf habe. Also kann ich es genauso gut genießen. Schließlich habe ich ein gutes Leben und selten bis nie Grund zur Klage. Und dann bin ich auch schon mit Abwaschen fertig und kehre ins wirkliche Leben zurück. Und alles nur wegen eines Küchenfensters:

0 thoughts on “Mein Küchenfenster

  1. Solche Titel liebe ich und wenn Du wüsstest was mir für Sachen immer wenn ich nachdenken, durch den Kopf gehen. Einige liegen ja ähnlich, wie Deine, aber andere die sind so schräg.

  2. Pingback: Zu kühl « Unsere kleine Regenbogenfamilie

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