Das hab ich jetzt davon

Ich wollte ja unbedingt einen Job haben, in dem ich gefordert bin und viel zu tun habe. Jo, das hab ich jetzt. Zur Genüge. Es macht nach wie vor Spaß, aber wenn ich morgens ins Büro komme, habe ich so einen Berg zu tun vor mir, dass ich überhaupt nicht weiß wo ich anfangen soll und dann hab ich da so einen Kollegen… Könnte ich mich stundenlang drüber aufregen. Seine Probezeit ist grade abgelaufen, für seinen Job (Marketing) ist er völlig ungeeignet und stinkend faul. Eigentlich hätte der rausgeschmissen werden sollen, aber ich entscheide das ja (leider) nicht. Versucht ständig, mir seinen Scheiß aufs Auge zu drücken. Sorry, Junge, da bist du bei mir an die Falsche geraten. Ich beherrsche die Kunst, nein zu sagen, ohne jemals das Wörtchen nein zu benutzen, nämlich mehr als perfekt. Und der Typ duscht wohl nur einmal die Woche. Stinkt zwar nicht, riecht aber nach alten ungewaschenen Klamotten und ich HASSE es. Und er hustet. Die ganze Zeit. Sehr laut. Als ob seine Lunge rauskommen würde. Er findet das völlig normal, bei ihm produziert der Körper halt mehr Schleim als bei anderen. Telefonieren ist nahezu unmöglich, weil ich nichts verstehe, da er alle zwei Minuten seine Lunge rauskotzt. Und nein, er raucht nicht. Und dann schon sein Name. Nehmen wir mal eine völlig unnötige Sprache: Aramäisch zum Beispiel. Dann nehmen wir einfach das “isch” weg und schwupps schon haben wir einen wundervollen Vornamen nämlich: Aramä. Und einen Doppelnamen als Nachnamen auf den er auch noch sehr stolz ist. Weiß wie die Farbe und wie Kokain, nur Kokian. Aramä Weiß-Kokian. (ist natürlich nicht sein richtiger Name, schließlich möchte ich nicht entdeckt werden, wenn er sich mal googelt, aber genauso setzt er sich zusammen) Und das als Marketing-Typ. So einen beschissenen Namen habe ich noch selten gehört. Zwei abgeschlossene Studiengänge, sehr stolz auf seine enorme Klugheit, aber zu dumm (und vorallem faul), um eine Heftklammer aus einem Stapel Papier rauszubekommen. “Belle, kannst du mir nicht mal helfen, ich kann das nicht?” Genau, sicher mach ich das für dich. Ich bin zwar Sekretärin, aber nicht der Depp vom Dienst. Also bekommt er ne mündliche Anleitung während ich seelenruhig mit dem weitermache, was ich grad halt so mache. Nerv! Wie heißt doch der dumme Spruch: Wo viel Licht ist, ist viel Schatten. Der Typ geht mir sooo auf den Keks. Ich kann’s gar nicht in Worte fassen.