Nov
30
2007
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Undercoveragent

So einen hatten wir bei uns. Aber gestern Abend wurde er enttarnt. Wir saßen da so friedlich beim Abendessen zusammen und unterhalten uns über die dramatischen und weniger dramatischen Dinge des Lebens. Nicholas erzählt munter mit und macht: babababa oder so ähnlich. Und da habe ich ihn entdeckt. Den ersten Backenzahn! Der hat sich einfach so eingeschlichen und kein Mensch hat was gemerkt. Angeblich sollen die Backenzähne ja schlimmer sein als die Schneidezähne, aber vielleicht gewöhnen die kleinen Menschenbabys sich auch daran. Unser Menschenbaby hat sich auf jeden Fall nichts anmerken lassen. Und da ist er nun, der erste Backenzahn links unten. Ganz schön spitz ist das Ding auch noch. Aber wen wundert’s, ist ja auch noch brandneu.

Unser anderes Baby kam heute nun doch noch an und ist damit auch brandneu. Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben und waren gerade auf dem Weg zum Supermarkt. Ausnahmsweise sind wir alle zusammen mal zur Vordertür raus. Normalerweise nehmen Baby und eine Mama die Hintertür, während eine Mama vornerumgeht und abschließt. Aber wir sind alle vorne raus, waren etwas langsamer als sonst und wurden noch vom netten DHL-Mann beglückt, der vermutlich dachte, ich habe einen Dachschaden. Ich stand da eine ganze Weile vor der Tür und hab gewartet, mein Onkel tauchte zwischendurch mal aus der Dunkelheit auf, wollte eine Tortenhaube und ist wieder verschwunden und als dann endlich der DHL-Mann in meine Nähe kam,  hab ich ihm das Paket entrissen, ihm erzählt, wie sehr ich mich doch freue, schnell unterschrieben und bin wieder reingestürmt. Zwei Sekunden später wieder zur Tür raus zum einkaufen. Mittlerweile sind alle Batterien geladen und die ersten 12 Megapixel Bilder haben wir auch bewundert. Leider ist unser Fotomodell schon im Bett, drum darf der sich erst morgen vom Blitzlichgewitter belästigt fühlen. Aber dann geht’s rund!

Written by Belle in: Alltag |
Nov
29
2007
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Unterwegs

Wir haben gestern eine neue Digitalkamera bestellt. Keine Spiegelreflex, 800 Euro sind leider doch etwas über unserem Budget, aber dafür eine tolle kleine von Canon. Da stehen wir nämlich drauf mit 12,1 Megapixel. Und eben kam die Versandmeldung. Juhu! Morgen werden wir unser neues Baby schon in den Händen halten. Endlich wieder ein ganzheitliches Leben, in dem wir auch Bilder unseres anderen Babys – Entschuldigung – Kleinkinds machen können. Freude schöner Götterfunken…

Written by Belle in: Alltag |
Nov
27
2007
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Ein Wort zu Lea-Sophie

Wie viele andere auch, habe ich in den Nachrichten von Lea-Sophie gehört. Die Fünfjährige, die ihre Eltern verdursten und verhungern lassen haben. Und wie viele andere auch bin ich erst mal sprachlos, wütend und betroffen. Wie bitte kann man sein Kind verhungern lassen? Und wieso ist daran das Jugendamt Schuld? Hat das Jugendamt etwas das Kind auf die Welt gebracht? Oder ist es vielleicht mit dem Mädchen verwandt? Wohl kaum. Meiner Ansicht nach ist es einzig und alleine die Schuld der Eltern, die ihr Kind vernachlässigt und so dessen Tod verschuldet haben. Und wo waren die Großeltern und der Rest der Familie? Hatten die Eltern denn keine Freunde? Oder nähere Bekannte aus dem Sportverein oder sonstwo her? In ein paar der Artikel wird behauptet, die Großeltern hätten das Jugendamt bereits vor einem Jahr auf die furchtbare Situation ihrer Enkelin hingewiesen. Selbst wenn das so war, wieso haben sie selbst nichts unternommen? Die Eltern haben wohl auch einen Säugling, der bestens versorgt ist. Ich als Großeltern hätte die Schwangerschaft da gnadenlos ausgenutzt. Schließlich ist so eine Schwangerschaft anstrengend, da kann man doch das Mädchen mal zu sich nehmen, um die arme gestresste Mutter zu entlasten. Und das ließe sich doch sicher ausdehnen. Und dann nach der Geburt, wäre das doch sicher auch hilfreich. Damit wäre doch schon geholfen gewesen. Oder Lea-Sophie selbst zum Jugendamt oder zum Arzt bringen? Ich verstehe es einfach nicht. Trotzdem tragen auch die Großeltern nicht die Hauptschuld, denn die liegt einzig und alleine bei den Eltern. Wieso konnten die nicht zugeben, dass sie überfordert sind? Für so viele Menschen ist es so schwer ein Kind zu bekommen oder dann alternativ zu adoptieren. Wieso muss dann in einem angeblich modernen und sozialen Land wie unserem ein Kind verhungern? Ich verstehe es einfach nicht. Und dann lese ich diesen Satz: Eltern, die ihre Kinder schlagen, hören 14 Tage vor der Untersuchung auf zu schlagen, damit die blauen Flecke verschwinden. Und mir wird einfach nur schlecht. Das ist psychopathisch und menschenunwürdig. Da kann man nicht sagen, mir ist halt mal die Hand ausgerutscht. Denn das ist eine wissentlich ausgeführte und eiskalt kalkulierte Folter. Dafür habe ich kein Verständnis und dafür gibt es keine Entschuldigung. Und dann fällt mir wieder ein, wie schwierig es ist, etwas gegen solche Dinge zu tun. Ich hatte in der Grundschule und auch später auf dem Gymnasium ein Mädchen in der Klasse, das sehr oft sehr schlimm geschlagen wurde. Gesagt hat sie natürlich nie was. Sie war ein Außenseiter ohne Freunde und auch immer irgendwie “komisch”. Und wir waren so gemein zu ihr. Sie hat sich bemüht, nett zu sein, es immer allen Recht zu machen und hat immer alles mit einem Lächeln ertragen. Im Umkleideraum vor dem Sportunterricht hat sie sich immer in einem dunklen Eck versteckt und sich dort umgezogen, damit niemand sie sehen kann. Wir haben uns darüber lustig gemacht, dass sie so prüde ist und wie lächerlich das doch ist. Dabei hat sie nur ihre Blutergüsse und blauen Flecken versteckt. Jahre später habe ich über ein paar Ecken erfahren, dass ihre jüngere Schwester – die beiden waren immer unzertrennlich – einer ehemaligen Klassenkameradin erzählt hat, wie das früher bei ihnen zuhause war. Dass sie den ganzen Nachmittag nach der Schule ihre Zimmer eingeschlossen wurden, damit sie lernen. Für schlechte Noten – alles was schlechter als eine 2 war – wurde geprügelt und ihr Leben war die Hölle auf Erden. Was eine Familie ist, hat sie als Kind nie erfahren, denn ihre Familie waren nur genetisch verwandte Menschen, die alle im selben Loch steckten. Erst als sie mit 20 ein Kind mit ihrem Freund bekam, durfte sie zum ersten Mal erleben, was eine Familie wirklich ist. Sie hat heute keine Ahnung, wo ihr Schwester oder ihre Eltern leben und es interessiert sie auch nicht. Ich weiß nicht, wie viel von ihrem Elend von anderen Erwachsenen gesehen wurde oder ob jemand mal versucht hat, zu helfen. Ich habe es damals nicht kapiert, denn in meiner Welt gab es so etwas nicht. Ich bin sehr behütet aufgewachsen. Als ich dann vor ein paar Jahren davon erfahren habe, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Da waren so viele Dinge, die offensichtlich waren. Heute würde ich es vermutlich merken, als Kind hatte ich keine Ahnung. Ich habe eine Woche lang jede Nacht von den beiden geträumt, bis ich es verarbeiten konnte. Ich habe keine Schuldgefühle, aber der Schock, dass Kinder überall misshandelt werden und niemand etwas macht oder auch nur etwas merkt, sitzt tief.

Written by Belle in: Alltag |
Nov
25
2007
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Sonntag

Und zwar so ein richtig fauler Sonntag. Gestern Abend habe ich meinen Schlafanzug angezogen und ihn seitdem nur nach dem Bad gegen einen neuen ausgetauscht. Ach, was war das schön. Gestern hatten wir unser Holland-Abendessen mit einem befreundeten Pärchen. Damit haben wir vor Jahren mit einer Hawaii Party angefangen. Dann haben wir die letzten drei Frankfurt Jahre pausiert und nun wieder damit weitergemacht. Diesmal haben wir den Termin auch nur einmal verschoben, schon eine echte Seltenheit und lecker war’s auch. Unsere beiden Jungs durften Kartoffelbrei mit Gouda und Wienerle essen und als sie dann im Bett bzw. vom Babysitter-Onkel abgeholt wurden, gab’s für uns viel und wirklich gut zu essen. Leider habe ich relativ lange das Badezimmer beehrt, weil wir jetzt schon zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Wochen einen ekligen Magen-Darm-Virus bei uns zu Besuch haben. Ansonsten hatten wir viel Spaß und das nächste Mal ist dann Schottland dran. Keine Ahnung, was man da so isst, aber wir werden’s herausfinden. Im Notfall gibt’s halt Mc Donald’s, die gibt’s da schließlich auch.

Und was mir heute noch aufgefallen ist: in einem Monat ist schon der erste Weihnachtsfeiertag! Ist das noch jemandem außer mir aufgefallen? Weihnachten! So nahe und wir haben unser Paket nach Kanada weder abgeschickt, noch haben wir alles zusammen, was wir verschenken wollen. Kacke! Damit ist dann ja auch schon klar, was wir nächstes Wochenende machen werden… Weihnachtsshopping! Eine Tätigkeit, die mich nicht wirklich mit Begeisterung erfüllt, aber was soll’s. Da muss ich halt durch. Geht ja allen anderen auch so.

Und bis Weihnachten muss auch unser Kameraproblem gelöst sein. So wie es aussieht, wird’s wohl eine digitale Spiegelreflexkamera werden. Denn Weihnachten ohne Kamera ist wie ein Vollbad ohne Wasser. Und das geht gradmal überhaupt nicht!

Written by Belle in: Alltag |

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